Donnerstag, 29. April 2010

Der Mai ist gekommen. Schlagt aus, schlagt aus!

Dieses Jahr fällt der 1.Mai auf den 1. Mai. Doppelter Grund für die linke Szene, es so richtig krachen zu lassen. Befürchtet zumindest die Polizei. Alle, die sich nicht die Maibäume hoch trauen, haben seit einigen Jahren schon Kreuzberg und die Hafenstraße für sich entdeckt. So richtig anwesend sind aber nur ihre Parka vom Outdoor-Shop um die Ecke oder die Bomberjacken von Joop - mit dem eigenen Vereins-Abzeichen. Die vermummten Gestalten, die darin stecken und die Barrikaden erstürmen, sind arbeitslose Hartz IV-Empfänger aus Sachsen-Anhalt. Für Fuffzich Euro zuzüglich Anfahrt und Spesen kloppen sie sich bis Schlag 12 in der Nacht. Danach winkt noch einmal eine deftige Zulage. Nur manchmal ist auch der Linksradikale persönlich am Wirken. Im Polizeijargon nennt man ihn „das dritte Bein“. Das ist das Bein, das durch die geschlossenen ersten Reihen der Hartzler auf die schon am Boden Liegenden eintritt, um sich dann blitzschnell wieder mit dem Rest des Linken zurückzuziehen. Das ist linker als link - und deshalb gehört man dazu. Die Polizei findet den 1. Mai längst nicht mehr spaßig. Vorbei die Zeiten, wo man sich auf das Zubrot freute, auf die Bewegung an der frischen Luft. Seit einigen Jahren wird deshalb Geld gesammelt und eine Gruppe von Stuntmen angeheuert, die für unschlagbar günstige Preise zuschlagen. Wirklich echt an der Inszenierung „1. Mai“ sind eigentlich nur noch die brennenden Fahrzeuge und die verwüsteten Läden – und deren Besitzer. Schon aber steht die UFA Gewehr bei Fuß. Spätestens ab 2012 soll der 1. Mai in UFA-Kulissen stattfinden. Seit den letzten Krawallen werden immer wieder solche Kulissen von der Potsdamer Feuerwehr auf ihre Tauglichkeit geprüft. Doch das alles kostet Geld. Schon um die Stuntmen bezahlen zu können, muss so mancher Polizist in Kneipen bedienen, Schutzgelder eintreiben oder junge Slawinnen auf die Straße schicken. Auch sein Ersatzmann an der mechanischen Schreibmaschine liegt ihm mit 400 Euro monatlich auf der Tasche. Um diese Missstände in der Polizei zu thematisieren, schickt die Polizeigewerkschaft seit zwei Jahren eine handvoll ihrer besten Beamten als Laienschauspieler zum „Kriminaldauerdienst“ des ZDF. Dort lehren sie uns seitdem das Fürchten.

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