Amanda Knox: Hat die Operetten-Welt um uns herum wieder zugeschlagen? Hollywood ein Heer von Anwälten geschmiert? Nur damit die nach allen Regeln der kriminalistischen Kunst überführte Mörderin jetzt ihr Lotterleben verfilmen lassen kann? Mit ihr in der Hauptrolle.
Die Kohle dafür liegt schon bereit.
In Italien, d e m Operetten-Staat schlechthin, scheint mir selbst solche mediale Einflussnahme nicht ausgeschlossen. Auch warte ich immer noch auf den Tag, an dem Berlusconi sich ans Rednerpult begibt und verkündet, dass die komische Oper mit ihm in der Rolle des Heldentenors und jugendlichen Liebhabers jetzt endlich abgedreht sei und ab Morgen wieder die echten Politiker im Plenum Platz nehmen könnten.
Nur so ließe sich auch erklären, warum ein milliardenschwerer Wüstenfürst auf dem Marktplatz von Rom in einem Zelt hat biwakieren müssen und nicht auf Baia Domizia, dem vom ADAC mit fünf Sternen prämierten Campingplatz mit fließend kalt und warm Wasser. Selbst für eine Nebenrolle leben solche Männer eben schon mal freiwillig eine Woche von Ravioli aus der Konserve.
Und wir hocken nächstes Jahr im Kino und sehen zu, wie Amanda ihre Kommilitonin aufschlitzt und so lange mit dem Messer auf sie einsticht, bis es uns kommt - nämlich hoch. Und - so ist zu hoffen - nicht nur das Abendessen, sondern auch die Galle.
Wenigstens das wären wir uns schuldig. Und der Kommilitonin.
Mittwoch, 5. Oktober 2011
Montag, 3. Oktober 2011
einem kranken Staat ist nicht zu healthen
Einen armen Staat können sich nur die Reichen leisten.
Der Satz ist leider zu gut und zu wahr, als dass er von mir sein könnte. Doch viele wahre Zusätze fallen mir dazu ein. Z.B.: Nur in einem armen Staat lässt sich trefflich im Trüben fischen, denn ein armer Staat hat keine schlagkräftige Steuereintreibbehörde mehr und nur noch schlecht bezahlte und völlig überforderte Polizisten, die nebenher Geld verdienen müssen: zunächst mit 400-€-Jobs, irgendwann dann Schmiergelder in den Diensten Reicher.
Nur in einem armen Staat reicht es für die Rente nicht und lässt sich geile Kohle verdienen an "privater Vorsorge". Ein armer Staat hat auch keine Stromnetze mehr und muss seine Bürger den Erpressungen der Energiekonzerne überantworten. Ein armer Staat hat auch keine vernünftigen Schulen mehr, und die Nachhilfe-Konzerne lachen sich tot darüber und verdienen ein Milliarden-Vermögen.
Um mit den Reichen und Mächtigen mitpinkeln zu können, lässt sich schließlich demnächst auch noch der letzte aufrechte Politiker korrumpieren und von Lobbyisten-Bräuten ins Lotterbett zerren. Mit der Aussicht, nach ihrem Mandat dazugehören zu dürfen. Siehe Schröder und 20 Prozent seiner grün-roten Riege.
Gerade wird ein gigantisches Exempel statuiert, das - mit etwas Glück für uns Otto-Normalos - vielleicht ungewollt zu einem gigantischen Feldversuch gerät, der den Ungläubigen unter uns und den gläubigen Neoliberalen unseres Landes darüber die Augen öffnen könnte: Griechenland!
Wie gesagt: Einen armen Staat können sich nur Reiche leisten. Und deshalb werden dort die nächsten Jahre die Reichen steinreich werden, und der Rest der Bevölkerung wird auf Harz-IV umlernen und zu uns auswandern müssen.
Steinreich im direkten Wortsinn: Denn irgendwann wird auch die Akropolis der Onassis-Tochter gehören oder einem ihrer Freunde.
Der Weg ist dabei (in "Demokratien") immer und überall derselbe: Man widmet die dem Staat geschuldete Steuer ganz legal (!) in ein Stiftungsvermögen um, aus dem man zur einen Hälfte seine Lobbyisten bezahlt, zur anderen Hälfte Gesetze entwickeln und vorformulieren lässt, die vom Parlament dann wörtlich übernommen und von der Regierungsriege zwischen der Prostata und der Blase des Stiftungspräsidenten - nennen wir ihn Herrn Mohn und seine Stiftung Bertelsmann-Stiftung - ratifiziert werden.
Glaubt mir keiner? Selber blöd! Und verblödet.
Selbst die US-amerikanische Jugend hat es jetzt gerafft, eine Spezies, von der viele von uns glaubten, die gibt es ja gar nicht mehr, die Kinder dort kommen doch als erwachsene Juppies auf die Welt oder als krimminelle Junkies, die sich vom ersten Tag an schon schwarz geärgert haben.
Das letzte Mal, als die auf die Straße gegangen sind, hatten sie Blumen in die ungewaschenen Haare geflochten und sind mit verklärtem Blick dem nächsten Joint hinterhergeschwebt, bis ein pickelgesichtiger Joschka in Frankfurt zu seiner Mutti gesagt hat: Ich wasch mich ab morgen auch nicht mehr.
Das waren noch Zeiten: Gegen den Krieg und die Bonzen war er da, der Fischer. Bis er von den Neoliberalen gefressen wurde. Mit (pickliger) Haut und (ungewaschenen) Haaren.
Inzwischen haben sie seinen Klon längst wieder ausgespuckt und lassen den seitdem ihre Drecksarbeit machen. Denn Lobbyarbeit ist Arschkriecherei und Speichelleckerei pur: Zunächst kriecht der Lobbyist, bis er seine Klientel gefügig und schließlich abhängig gemacht hat, bis diese Klientel endlich um Zutritt in seinen Allerwertesten winselt - den Rest ihres Junkie-Daseins.
Der Satz ist leider zu gut und zu wahr, als dass er von mir sein könnte. Doch viele wahre Zusätze fallen mir dazu ein. Z.B.: Nur in einem armen Staat lässt sich trefflich im Trüben fischen, denn ein armer Staat hat keine schlagkräftige Steuereintreibbehörde mehr und nur noch schlecht bezahlte und völlig überforderte Polizisten, die nebenher Geld verdienen müssen: zunächst mit 400-€-Jobs, irgendwann dann Schmiergelder in den Diensten Reicher.
Nur in einem armen Staat reicht es für die Rente nicht und lässt sich geile Kohle verdienen an "privater Vorsorge". Ein armer Staat hat auch keine Stromnetze mehr und muss seine Bürger den Erpressungen der Energiekonzerne überantworten. Ein armer Staat hat auch keine vernünftigen Schulen mehr, und die Nachhilfe-Konzerne lachen sich tot darüber und verdienen ein Milliarden-Vermögen.
Um mit den Reichen und Mächtigen mitpinkeln zu können, lässt sich schließlich demnächst auch noch der letzte aufrechte Politiker korrumpieren und von Lobbyisten-Bräuten ins Lotterbett zerren. Mit der Aussicht, nach ihrem Mandat dazugehören zu dürfen. Siehe Schröder und 20 Prozent seiner grün-roten Riege.
Gerade wird ein gigantisches Exempel statuiert, das - mit etwas Glück für uns Otto-Normalos - vielleicht ungewollt zu einem gigantischen Feldversuch gerät, der den Ungläubigen unter uns und den gläubigen Neoliberalen unseres Landes darüber die Augen öffnen könnte: Griechenland!
Wie gesagt: Einen armen Staat können sich nur Reiche leisten. Und deshalb werden dort die nächsten Jahre die Reichen steinreich werden, und der Rest der Bevölkerung wird auf Harz-IV umlernen und zu uns auswandern müssen.
Steinreich im direkten Wortsinn: Denn irgendwann wird auch die Akropolis der Onassis-Tochter gehören oder einem ihrer Freunde.
Der Weg ist dabei (in "Demokratien") immer und überall derselbe: Man widmet die dem Staat geschuldete Steuer ganz legal (!) in ein Stiftungsvermögen um, aus dem man zur einen Hälfte seine Lobbyisten bezahlt, zur anderen Hälfte Gesetze entwickeln und vorformulieren lässt, die vom Parlament dann wörtlich übernommen und von der Regierungsriege zwischen der Prostata und der Blase des Stiftungspräsidenten - nennen wir ihn Herrn Mohn und seine Stiftung Bertelsmann-Stiftung - ratifiziert werden.
Glaubt mir keiner? Selber blöd! Und verblödet.
Selbst die US-amerikanische Jugend hat es jetzt gerafft, eine Spezies, von der viele von uns glaubten, die gibt es ja gar nicht mehr, die Kinder dort kommen doch als erwachsene Juppies auf die Welt oder als krimminelle Junkies, die sich vom ersten Tag an schon schwarz geärgert haben.
Das letzte Mal, als die auf die Straße gegangen sind, hatten sie Blumen in die ungewaschenen Haare geflochten und sind mit verklärtem Blick dem nächsten Joint hinterhergeschwebt, bis ein pickelgesichtiger Joschka in Frankfurt zu seiner Mutti gesagt hat: Ich wasch mich ab morgen auch nicht mehr.
Das waren noch Zeiten: Gegen den Krieg und die Bonzen war er da, der Fischer. Bis er von den Neoliberalen gefressen wurde. Mit (pickliger) Haut und (ungewaschenen) Haaren.
Inzwischen haben sie seinen Klon längst wieder ausgespuckt und lassen den seitdem ihre Drecksarbeit machen. Denn Lobbyarbeit ist Arschkriecherei und Speichelleckerei pur: Zunächst kriecht der Lobbyist, bis er seine Klientel gefügig und schließlich abhängig gemacht hat, bis diese Klientel endlich um Zutritt in seinen Allerwertesten winselt - den Rest ihres Junkie-Daseins.
Dienstag, 23. August 2011
Alberner Umweltschutz
So einfach kann von oben verordneter Umweltschutz sein:
In Energiesparlampen steckt Quecksilber.
Deshalb müssen sie auf dem Wertstoffhof entsorgt werden. Was aber,
wenn eine Energiesparlampe zerbricht? "Öffnen Sie das Fenster und
verlassen Sie für eine Viertelstunde den Raum", rät Dr. Heinz-Jörn
Moriske vom Umweltbundesamt im Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber".
"Dann mit Gummihandschuhen die Bruchstücke in ein Gefäß legen, das
sich luftdicht verschließen lässt, etwa ein Konservenglas. Das sollte
man bei nächster Gelegenheit zur Rücknahmestelle geben.
Freitag, 12. August 2011
Jörg, gib uns unseren Sommer zurück!
Sippenhaft. Uns Deutschen ist das leider nicht fremd. Wie sauer muss aber ein Schweizer wie Kachelmann sein, wenn er sich zu einer solch biblischen Rache hinreißen lässt. Wir können doch nichts für die Richter dieses Landes, diese Hohenpriester wider den gesunden Menschenverstand, noch weniger für unseren Journaillismus und sein täglich gepredigtes Sodom und Gomorra.
Also lieber Herr Kachelmann, lieber Jörg, wir bitten dich inständig: Gib uns wieder unseren Sommer zurück! Und einverstanden: Wir hören ab heute auf, die BILD zu kaufen. Versprochen! Ja!, meinetwegen boykottieren wir auch die Glotze.
Also lieber Herr Kachelmann, lieber Jörg, wir bitten dich inständig: Gib uns wieder unseren Sommer zurück! Und einverstanden: Wir hören ab heute auf, die BILD zu kaufen. Versprochen! Ja!, meinetwegen boykottieren wir auch die Glotze.
Mittwoch, 10. August 2011
Lärm einfach weggucken!
Wer das Gebrüll aus dem Radio nicht mehr ertragen kann, sollte nicht etwa das Radio ausschalten sondern Hausaufgaben dabei machen. So ist das Fazit neuester Forschung - wenn ich dass richtig verstanden habe. Einer quengelnden Ehefrau sollte man aus dem selben Grund mit dem konzentrierten Studium des Playboys begegnen. Und dem donnernden Abwatschen durch den Chef mit genauso konzentriertem Starren auf dessen Hosenschlitz oder die Schaumbläschen, die sich in seinen Mundwinkeln bilden.
Warum das funktioniert? Weil das Hirn wohl doch nicht multitasking ist - auch nicht das weibliche - und deshalb nur gut hören kann, wenn es nicht durch gleichzeitiges Gucken blockiert ist. Wer also umgekehrt nicht hören will, muss nicht fühlen - sondern sehen! Schon bieten Optiker Hörschutzbrillen an. Und im Rahmen der "Verordnung Lärm" soll jetzt mit Millionenaufwendungen im Bereich lärmender Kreuzungen im Stadtverkehr die Flächen für Bewegtwerbung verdreifacht werden. Beate Uhse und der Orionverlag haben schon Interesse angemeldet. Um ungewünschte Nebenwirkungen auszuschließen, haben sich Hersteller von Autohupen und Fahrradklingeln schnell bereit erklärt, Leuchtdisplays für Windschutzscheiben sowie entsprechende Stirnbänder für Radfahrer zu entwickeln, auf denen "Ich hupe gerade!" oder "Ich klingle gerade!" rot aufleuchtet.
Last but not least hat auch die Kissenindustrie in ihren Archiven die Schnittmuster für lange schon aus der Mode gekommene Fensterbrettkissen wieder hervorgekramt. Der vom Kindergarten um die Ecke lärmbelästigte Frührentner kann jetzt diesen Lärm mit der Unterstützung solcher Kissen - speziell für seine Ellbogen und Unterarme - ab sofort durch konzentriertes Überwachen von seinem Beobachtungsposten aus einfach wegglotzen.
Warum das funktioniert? Weil das Hirn wohl doch nicht multitasking ist - auch nicht das weibliche - und deshalb nur gut hören kann, wenn es nicht durch gleichzeitiges Gucken blockiert ist. Wer also umgekehrt nicht hören will, muss nicht fühlen - sondern sehen! Schon bieten Optiker Hörschutzbrillen an. Und im Rahmen der "Verordnung Lärm" soll jetzt mit Millionenaufwendungen im Bereich lärmender Kreuzungen im Stadtverkehr die Flächen für Bewegtwerbung verdreifacht werden. Beate Uhse und der Orionverlag haben schon Interesse angemeldet. Um ungewünschte Nebenwirkungen auszuschließen, haben sich Hersteller von Autohupen und Fahrradklingeln schnell bereit erklärt, Leuchtdisplays für Windschutzscheiben sowie entsprechende Stirnbänder für Radfahrer zu entwickeln, auf denen "Ich hupe gerade!" oder "Ich klingle gerade!" rot aufleuchtet.
Last but not least hat auch die Kissenindustrie in ihren Archiven die Schnittmuster für lange schon aus der Mode gekommene Fensterbrettkissen wieder hervorgekramt. Der vom Kindergarten um die Ecke lärmbelästigte Frührentner kann jetzt diesen Lärm mit der Unterstützung solcher Kissen - speziell für seine Ellbogen und Unterarme - ab sofort durch konzentriertes Überwachen von seinem Beobachtungsposten aus einfach wegglotzen.
Dienstag, 9. August 2011
Hans und Franz: auf der Stelle schwul könnte man werden
Endlich mal wieder ein Männerurlaub zu dritt. Das wärs! Mit Hans und Franz zum Beispiel. Die wissen wie ich ticke, was ich mag und was ich brauche. Schweigen, sind nachgiebig, können aber auch ganz schön hart sein. Fast lieb ich sie. Und wenn ich mal genug habe von ihnen, lass ich sie einfach wegpacken. Urlaub mit Hans und Franz: immer eine runde Sache.
Gott schütze solche runden Sachen - und Heidi, natürlich.
Gott schütze solche runden Sachen - und Heidi, natürlich.
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