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Dienstag, 5. April 2011

"Unsere Mumie lebt!" Teil 2

Doch gäbe es längst keinen Grund zur Panik, denn diese Krankheit sei inzwischen gut behandelbar, eine strenge Mittelmeer-Diät das Mittel der Wahl.
Und Bewegung, Bewegung und nochmal Bewegung.
Dann wird das wieder, ist sich der Chefinternist des „Alten Museums - Antikensammlung Berlin“ und Hausarzt der Prinzessin sicher.
In seine Obhut wurde sie einst übergeben, nachdem das mandeläugige Mädchen im Rahmen eines als archäologischer Forschungsauftrag getarnten Blitzkrieges geraubt wurde - den der Reichsminister für Kultur und Volksgesundheit noch lange vor der Endlösung befohlen hatte.
Irgendwann habe man sie dann vergessen, weil das 1000jährige Reich schneller vorüber war als gedacht.
Ein bisschen frische Luft wird ihr jetzt gut tun, sagt ihr Hautarzt, der, wie durch eine Indiskretion schnell bekannt wurde, auch im Kanzleramt tätig ist und dort die männermordende Mumie zu behandeln und jetzt auch auf ihre Rolle als Ziehmutter für ihr bedauernswertes Vietnamesenkind vorzubereiten hat.
Zu diesem ist sie gekommen, wie sie zu allem gekommen war - wie die Jungfrau zum Kinde. Ein Stoff, aus dem 1000jährige Reiche sind. Ave, Kaiserin.  

Freitag, 31. Dezember 2010

bitter-süßes 2011

Was bringt das neue Jahr?
Philipp Rösler, das Migrantenkind aus Vietnam, hat fürs neue Jahr von dort eine revolutionäre Verbesserung des Gesundheitswesens mitgebracht: Das Ein-Bett-Zimmer im Krankenhaus. Die restlichen fünf Patienten pro Zimmer können Luftmatratzen und Schlafsäcke mitbringen - und aus religiösen Gründen auch einen Gebetsteppich.
Wer trotzdem stirbt ist selber schuld, kann aber, wenn der Stundenlohn von Zweifuffzisch zum Sterben nicht reicht, einen letzten Deal mit der Bundesbahn aushandeln. Die zahlen noch mindestens zwei Monate im neuen Jahr Höchstpreise für Leichen, um sie auf ihre Gleise zu legen. Denn es gäbe keine billigere Art, trotz durchgängigen Missmanagements das Gesicht zu wahren.
Was kommt noch: Schlaglöcher. Und Zwangspatenschaften für Schlaglöcher. Jeder Pate ist verpflichtet, sein Loch nachts wie eine Baugrube abzusichern und tagsüber mit einer roten Fahne (nicht unter 30 x 30 cm) zu winken. Ab der zweiten Juni-Woche, wenn die Frostperiode vorüber ist, hat er das Loch mit Stiefmütterchen zu bepflanzen und regelmäßig zu gießen.
Doch alles halb so schlimm. Denn kurz vor Jahreswechsel wird unsere Kanzlerin (süßsauer eingelegt und mit einem Hauch Grieskram abgeschmeckt) wissen, wie sie uns sich und ihre bitteren Pillen schmackhaft machen wird.
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