Heute in ZDFneo: Columbo: "Niemand stirbt zweimal". Von wegen. Wenn diese Aussage stimmt, dass dieser Niemand dann wirklich nur einmal stirbt – pro Ausstrahlung, dann stirbt er in den nächsten 24 Stunden mindestens dreimal. So oft wird diese Folge nämlich, bis die Nacht rum ist, wiederholt. Und mehr noch: Vor gefühlt einem Jahr hat wohl das ZDF zehn Columbo-Folgen überm Teich eingekauft, und seitdem werden diese zehn Folgen täglich wiederholt – und dies offensichtlich nicht einmal in einer vorgegebenen Reihenfolge.
Irgendwo auf dem Lerchenberg sitzt wohl stattdessen ein haariger (Halb)Affe und würfelt mit einem Zehnflächer aus, welche Columbo-Folge als nächste kommt.
Diese Wiederholungspolitik des ZDF, die sich weiß Gott nicht nur auf die "Columbos" beschränkt, ist Publikumsbindung pur: Die immer älter werdende ZDF-Zuschauerschar hat nämlich inzwischen ein Durchschnittsalter erreicht, wo Alzheimer und Demenz einen Großteil dieser Gucker längst gnädig umnachtet.
Für die aber ist eine Wiederholung neu erlebtes Leben, und für jemanden, der im Schaukelstuhl langsam vor sich hinstirbt, hat das «vom ZDF verschaukelt werden» eine ganz neue Bedeutung – wenn überhaupt noch eine.
Für alle aber, die noch nicht in der Gnade des sanften Vergessens leben, mutet ZDFneo an wie das Pornokino im Bahnhofsviertel: ständiger Einlass, die Filmrollen auf Endlosschleife geschaltet – Plot egal, Sinnhaftigkeit wurscht, mäßig pädagogisch – aber mächtiges Erregungsmuster.
Und hier wie dort muss diese Erregung raus: SCHEEEEIIIßßE! Veraaarsche puuur!
Dann eben doch: Tschüß ZDF! – und ab ins Internet: Instagram, Youtube ... und jeden Tag drei weitere Formate.
Foto: RainerSturm / pixelio.de
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Montag, 16. Januar 2017
Sonntag, 10. Februar 2013
Brechreiz: Tatort nach 30 Minuten verlassen
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| Tatort aus der Schweiz narrt Narren |
Nur weil ich so artig bin und keinesfalls als Rassist gelten will, hab ich den "Tatort" aus der Schweiz länger als 30 Minuten durchgehalten. Aber das war ein Fehler. Denn soviel Narretei schon auf einem so kurzen Filmstreifen hält ein normales Zwerchfell nicht aus.
Ist die ARD eigentlich verpflichtet, jeden abgedrehten "Tatort" auch senden zu müssen? Auch einen, der nicht mal gut genug wäre für RTL 2 oder für den Leistungskurs "Video" einer 9. Klasse?
Und wie viele Euronen, um Himmels Willen, müssen Redakteure, die so etwas verantworten, mehr verdienen, bis sie so einen Mist endlich durchfallen lassen? Der ja schließlich nicht erst nach der letzten Klappe wie Deus ex machina aus dem Kasten springt, in dem man ihn endlich zu haben glaubte, sondern schon im Drehbuch steht, Satz für Satz,
Oder ist das im Showbiz inzwischen so wie es im Fußball schon lange ist? Da muss ein millionenschwerer Kicker auch nur drei oder viermal im Jahr kurz seine Kunst aufblitzen lassen. Und den Rest des Jahres liefert er Langeweile pur. Anders ist zumindest die Qualität der "Sportschau" nicht zu erklären, die aus sechs oder sieben 90-Minuten-Matches selbst beim besten Willen oft nur 30 Minuten ambitionsloses Gekicke zusammenflicken kann. Den Rest der Sendezeit müssen sie mit Werbung auffüllen. Wenigstens diese in Hochglanz.
Möglich, dass das inzwischen auch für die Tatort-Reihe gilt.Vielleicht sollte man deshalb auch hier immer wieder mit eingestreuten Werbeblöcken das (Unterhaltungs-)Niveau der deutschen Polizei-Serie zu heben versuchen.
Und noch ein Tipp: Tatort sollte eine deutschsprachige Produktion bleiben. Eine Synchronisation aus dem Swiizerdütschen gehört da einfach nicht hin.
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