Mittwoch, 13. Oktober 2010

Mnemotechnik: mein 4-D-General- Mnemosystem / Ziffer 59




Unmännlich ist…



Lippe 59 ...weiße Tennissocken zum Nadelstreifenanzug zu tragen. Selbst nach einem 60-Grad-Waschgang in der Buntwäsche.



Mädels müssen sich da schon mal auf die Lippen beißen - die höflichen zumindest - um nicht lauthals loszulachen vor Mitleid.



Es gibt einfach Dinge, die jenseits des Zwangs zur Individualität als Geschmacklosigkeit festgezurrt sind. Wie das quergestreifte T-Shirt als Quasi-Pelle über dem Gekröse einer 120-Kilo-Frau. Wem dies als Beschneidung seiner Freiheit vorkommt, kann ja ersatzweise im Restaurant seiner Begleiterin in die Suppe rotzen oder sich die Zehnägel schneiden - in einer öffentlichen Sauna. Das ist nicht fein, aber was bei Weltstars als Authentizität bewundert wird, kann bei Otto-Normalo schlechterdings nicht völlig verurteilt werden. Weiße Socken aber müssen bei solchen Relativierungsversuchen außen vor bleiben. Sonst geriete das gesamte System des guten Geschmacks in völlige Schieflage.

von störrischen Aufrechten

Deutschland hat wieder Aufrechte: Menschen, die sich niemals beugen, auch wenn alle anderen gegen sie und ihre Meinung stehen.
Adolf Sauerland, der Love-Parade-Bürgermeister, beispielsweise. Der Vorname verplichtet einfach dazu.
Grube auch, Vorname: Bahnchef. Seine Mutter hat ihm den gegeben, da war die Eisenbahnplatte im Kinderzimmer noch gar nicht aufgebaut. Auch sein Vorname verpflichtet: Bahnchefs aller Zeiten ließen Züge fahren bis zum bitteren Ende, Endlösung inklusive.
Und Guido Westerwelle bleibt - und widersteht jeder Umfrage. Sein Name verpflichtet. Wieso? Westerwelle – Westwall!
Angela Merkel bleibt, obwohl sie keiner hält. Auch ihr Name verpflichtet, weil, wer nicht merkelt, dass er nicht erwünscht ist, bleibt.
Und Michel Friedmann bleibt. Der Vorname verpflichtet: Michel, der gute alte deutsche Michel bleibt. Bleibt immer, weil ihm nix andres übrig bleibt und selten etwas bleibt, wenn die Aufrechten sich dann doch davon gemacht haben.

Montag, 11. Oktober 2010

Mnemotechnik: mein 4-D-General- Mnemosystem / Ziffer 58

Unmännlich ist…

Lauf 58 ...in Bermudashorts vor ihr zu stehen, wenn sie zumindest einen Faun erwartet zum Schäferstündchen, aber insgeheim mit Pan persönlich gerechnet hat. Das ist jener Göttliche mit der Flöte aller Flöten.



Geladen und gespannt sollte man sein wie die Läufe eines Vorsteherhundes und feucht im Maul wie dieser - bis zum Sabberreiz. Stattdessen dieses Trauerspiel in bunten Flatterhosen. Immerhin verbirgt sie alles Weiche und Schlaffe gnädig in ihren Falten.



Das Spiel heißt Liebe, und wer es spielen will, muss die Regeln kennen und auch anwenden. Sonst fliegt er raus – per Schlagzwang.
Regel Nummer 1: Mach dich vor deinem Partner so angenehm wie immer möglich. Wer die nicht einhält, muss raus, es darf keiner durchkommen, der dagegen verstößt. Denn dies würde die Mitstreiter um dieselbe Ressource Mensch noch mehr beleidigen als die Partnerin.
Regel Nr. 2: Bleib spannend!

Und wieder springen sie munter über Stöckchen

Kapiert irgendjemand noch die Politik?  Kapiert die sich selbst noch? Seehofer, beispielsweise, kapiert der heute schon nicht mehr, was er gestern noch kapiert hatte? Die Reaktion auf seine Äußerung erinnert wieder so sehr an Pawlow´sche Hunde, die sofort mit dem Stöckchen spielen, das ihnen hingehalten wird, statt darüber zu springen, dass Seehofer sofort seinen Schwanz einzog und die Kehle zeigte. -
Sind wir wirklich ein Einwanderungsland, nur weil hier Menschen eingewandert sind? Ist die Hoffnung, dass Menschen die gerufen wurden, um hier wirklich hart zu arbeiten, danach wieder nach Hause geschickt werden können, wirklich illusorisch?
Ist es unmoralisch, Einwanderung zu reglementieren und wirklich nur gut Ausgebildete herein zu lassen? Ist es rassistisch, wenn man Menschen aus weniger kompatiblen Kulturkreisen zunächst einmal nicht mehr hereinlockt - mit welchen Versprechungen auch immer?
Sollte ein von uns gewähltes Politikervölkchen die Zuwanderung aus der Türkei, die den Zuwanderungsstopp durch Familienzusammenführung umgeht, einfach weiterlaufen lassen? Eine Familienzusammenführung, die es in der dritten Generation gar nicht mehr geben kann, weil die Großeltern und die Eltern schon da sind?
Ist das alles wirklich, wie die grüne Roth sagt, "brandstifterischer Rechtspopulismus?
Für jede der oben gestellten Fragen gibt es mindestens einen zivilisierten, demokratisch geführten Staat, der diese mit einem entschiedenen "Nein" beantwortet hat.

Mnemotechnik: mein 4-D-General- Mnemosystem / Ziffer 57

Unmännlich ist…

Locke 57 ...in der Ansparphase zum eigenen Porsche den Porscheschlüssel schon mal demonstrativ vor sich auf die Bar zu legen.



Da kräuselt sich dem Bären, den man den anderen damit aufbinden will, aber kräftig das Fell. Eine wahre Bärennummer: vorm Loch sitzen aber nur brummen.



Penisersatz ist ja schon schlimm genug. Ganz daneben ist aber eindeutig der nur vorgetäuschte Ersatz. Man schmückt sich sozusagen mit fremden Federn, deren Träger man noch gar nicht vom Himmel geholt hat. Das ist so kläglich wie ein Pfau in der Mauser, nehmen doch Weibchen nur solche Männer, die mit ihrem Schwanz ein Rad schlagen können

Unsere begnadeten Fußball-Schauspieler

Einer der höchsten Schauspieler-Preise, der Deutsche Fernseh-Preis, ging dieses Jahr an die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Besonders die schauspielerische Leistung Löws hatte die Jury beeindruckt: Die so überzeugend-authentisch getragene, ja geradezu vorgetragene Kostümierung, die so spielerisch leicht ins Schwule changierte, hat gefallen. Auch die ganz neue, fast eigenwillige Atem-Technik.
Dann der geradezu minimalistische Stil der gesamten Schauspieler-Truppe: Sparsam Akzente gesetzt und trotzdem - oder gerade deswegen das Herz der Fans erreicht. Dazu ein wunderbares Drehbuch, das den dritten Platz im Show-Down vorsah und dieses Ergebnis auch glaubhaft schon im ersten Akt anlegte. Auch zeigte sich die Jury einverstanden mit der Entscheidung des deutschen Fußballbundes, die Drehbücher für den ersten und zweiten Platz abzulehnen. Nicht nur weil der Mehrpreis in zweistelliger Millionenhöhe nicht gerechtfertigt gewesen wäre. Sie hätten auch dem jungen, ja bisweilen frechen Auftreten der Fußball-Schauspieler nur schlecht zu Gesicht gestanden.
Nur die wahren Schauspieler des Landes, die leer ausgingen, fühlten sich durch die Wahl in ihrer Ehre gekränkt, und das wurde nach Bierhoffs Grußwort nicht besser: "Die Kunst ist, die TV-Seher zu unterhalten - auch ohne jegliche Begabung. Die Sache muss auch nicht rund sein, genauso wenig wie sie eckig sein muss. Aber am Ende muss das Runde ins Eckige."
Und die Kosten für das Drehbuch für den ersten Platz überweist Merkel (Fan des spanischen Fußballs - wie Löw auch) gerade nach Madrid – denn Blatter will nicht mehr länger warten.
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