Freitag, 17. Dezember 2010

Regierung live!

Endlich kommt Leben in die deutsche Politik - und Dank dafür ist unseren Royals geschuldet, die gerade eine Advents-Unterhaltungssendung mit Kerner abgedreht haben - zwischen frisch gefallenem afghanischem Schnee und den Gedärmen frisch gefallener Kameraden. Nur Kerner kann da drüber weg lächeln und tut es auch.
Ermuntert vom Durchlauchtigsten unter ihnen hat jetzt auch Schäuble Interesse bekundet. Er will zunächst aus dem Hochsicherheitstrakt einer Strafvollzugsanstalt senden, wo eigentlich die vielen namhaften Krisen-Banker sitzen sollten. In von Kerner vormoderierten Einspielungen sieht man stattdessen den Minister zusammen mit fröhlich feiernden Bankern im Kreise prominenter Yacht-Gäste. Und hören mit Erstaunen von der schweren Zeit, die sie durchgemacht hätten, wo sie um ihr Privatvermögen zitterten, bis dann endlich - und nach ihrer Meinung viel zu spät - Merkel und Steinbrück für alles bürgten, alles zahlten und die Bonis erhöhten - was ein angemessenes Schmerzensgeld gewesen sei und nicht mehr.
Auch Nani von der Leyen zeigt in einer Samstagabend-Livesendung zusammen mit Kerner wie man mit Hartz IV Bezügen selbst über den härtesten Winter kommt. Aus der Zwei-Raum-Wohnung des Langzeitarbeitslosen Peter K., 58, ehemaliger Manager einer Kaufhaus-Kette, kommt sie direkt auf die Bildschirme, gluckt wie ein Goldfasan durch die überschaubaren Räume, dreht Heizungen runter, schabt die Butterbrote des Sozialschmarotzers und seiner Frau noch einmal nach und gewinnt dabei Fettauflage für zwei weitere Brotscheiben. Und überreicht der Hausfrau ein Rezept für Pfefferminztee, der jeden Punsch "vergessen macht".
Nur das Justizministerium wird nicht senden können und ist verschnupft. Leutheusser-Schnarrenberger wollte zusammen mit illustren Gästen, allesamt Profis auf ihrem Gebiet, in der Unterwäsche von Kachelmann-Opfern wühlen, Lederpeitschen knallen und den Wettermann immer wieder dümmlich in die Kamera lächeln lassen. Doch Kerner lehnte ab: Er wolle keine Gäste, die Frauen schlagen - "und womöglich Schlimmeres getan haben." Dazu stehe er, auch wenn er zur Kenntnis hat nehmen müssen, dass Hitler Autobahnen gebaut hat.
Was ihn beides ehrt. Aber schnell sickerte durch, dass der weichgespülte Quasselmaster eine Latex-Allergie hat und Quaddeln davon bekommt, wie ein Sextaner beim ersten Besuch im Puff.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Die drei Gelben aus dem Morgenland

Viele Monate waren sie diesem Stern gefolgt, und er hatte sie in ein karges Land geführt. Dort aber fanden sie in der Krippe ein Kind.

Soweit zu dem, was am 6. Januar im Jahre 1 geschah. Doch während die drei Weitgereisten dem Kind ihre Gaben darbrachten, haben im Remake im Jahre des Herrn 2010 die drei Weisen anderes im Sinn, weil sie in Wirklichkeit die drei Gelben waren - und dies auch bleiben wollten. Und Rainer, Otto und Patrick, sie hatten keine Lust weitere dreiunddreißig Jahre auf die Erlösung zu warten, warfen das Kind – auf dessen Erleuchtung sie viel zu lange gesetzt hatten, aus der Krippe, ließen von Spenden ihrer Klientel Krippe und Stall kaufen - und das weite Land drumrum und vermittelten den Eltern des falschen Knaben einen Ein-Euro-Job als Sternsinger.
Den Weisesten aber und Rainsten unter ihnen, den sie liebevoll ihr Brüderle nannten, deuteten sie zum neuen Messias aus, denn schließlich hatte der Stern sie ja zu diesem Zweck hierher geführt. Der Knabe aber nahm sich bald in äußerster Verzweiflung eine Frau und sie gebar ihm Kinder, die ihm schließlich doch den Schneid abkauften und dann auch die Haare vom Kopfe fraßen. Und er war froh, wenigstens die nackte Haut gerettet zu haben.
Blieb aber unglücklich ein Leben lang. Und wenn er nicht auferstanden ist, dann ist er heute noch tot.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

armer einsamer Berlusconi

Was ist nur mit den Italienern los? Sind die endgültig unterwandert vom Vatikan? "Feuer und Asche soll über die kommen, die da huren und leben in Saus und Braus." Ist es das, was vom Dolce Vita übrig geblieben ist? Armer Berlusconi. Was wahre Lebensart ist, müssen das Italiener im neuen Jahrtausend wirklich von uns lernen? Ausgerechnet! Verkehrte Welt. Hierzulande jubelt inzwischen ein ganzes Volk unisono: Mast und Schotbruch!, wenn der Ex-Ministerpräsident mit seinem Lustknaben in See sticht. Und bei jeder Hafenrundfahrt sind ihm stehende Ovationen sicher. Und nicht nur die. Ganz anders bei Berlusconi. Es ist aber auch wirklich zum Haare ausraufen. Aber nicht einmal dies ist ihm vergönnt, weil jedes einzelne unter der Schädeldecke mit Spreizdübelchen verankert ist. Nicht eine Nutte gönnen sie ihm, nicht einmal ein ganz kleines Nuttchen. Wie tief ist dieses Volk doch gesunken? Selbst seinen Reichtum halten sie ihm vor und die Art, wie er zu ihm gekommen ist. Uritalienisch eben. Auch diese Lebensart ist inzwischen längst enttäuscht über die Alpen abgewandert. Schröder, Koch und Co. wechseln hier, wo lange keiner so genau wusste, mit wie vielen  r und wie vielen p  Korruption geschrieben wird, nahtlos von "mehr als genug Geld" zu "obszön viel Geld", Sozialisten fahren Porsche und wohnen in Villen. Wir Deutsche lieben sie dafür und sind froh um jeden Stinkreichen, der mutig bereit ist, sich die Finger schmutzig zu machen. Was nicht zu vermeiden ist. Denn das Prekariat ist nun mal so eklig  wie es sich anhört.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Ohne Steuer keine Salzstreuer

Das haben wir jetzt davon. Wir hätten die vielen Steuererleichterungen einfach nicht annehmen dürfen, die Senkung der Kfz-Steuer, die Marginalisierung der Steuer auf  Benzin und Diesel. Es waren Geschenke von schwachen Politikern ohne Verstand. Denn in Zeiten der Erderwärmung hätten diese zwingend mit  harten Wintern rechnen müssen, die uns seit letztem Jahr heimsuchen. MINUS 2 Grad! an einem 13. Dezember - und nicht weniger als fünf Zentimeter Neuschnee, und das zur Schlafenszeit. Hart hat es uns getroffen. Zu hart. Und keiner konnte im Voraus wirklich wissen, dass der Winter vor der Tür steht, klingelt und dann auch wirklich rein will. Deshalb trifft uns der Winter so unvorbereitet und mit leer geplünderten Kassen. Wir Autofahrer sollten uns schämen.
Aber wir sind einfach verwöhnt. Glauben immer noch , dass selbst bei diesen Ministeuern noch Salz drin ist im Preis. Zumindest für die ersten drei Wintertage. Dass man zur Arbeit kommt, auch wenn sich Gott so ungnädig gegen die Aufrechten verschwört hat.
Es gleitet uns aus der Hand. Zu groß waren die Aufgaben. Zu groß für Kartoffelkäfer-Koalitionäre. Und viel zu groß für die Kartoffelkäfer-Königin, die mit dem Faule-Eier-Legen gar nicht nachkommt, gar nicht nachkommen kann, weil sie unsere Kfz-Steuer nicht an Asse, Gorleben und Salzgitter überwiesen hat für Salzlieferungen, sondern an Banker aller europäischer Banken. Denn dort mussten dringend die neuen Firmen-Karossen bezahlt werden, ohne die solche Banker nicht von jenen Bankern zu unterscheiden wären, die im Winter unter einer "Bild-am-Sonntag" in einem idyllisch verschneiten Park zu überleben versuchen.

Montag, 13. Dezember 2010

die Beckhams im eigenen Krieg

Was kostet einmal Afghanistan und wieder zurück - mit der adligen Ehefrau. Und was kosten dort die drei bis vier Gespräche von Frau zu Frau vor laufender Kamera?

- ein reales Negativwachstum der Hartz-IV-Bezüge von 5 Euro
- ein weiterer Rettungsschirm in Milliardenhöhe
- eine nur schwer bezahlbare Steuererleichterung
 und völlig unausweichlich:
- eine Weihnachtsbotschaft und eine Neujahrsansprache.
Unterm Strich:
- wir sollten uns die  Beckhams der deutschen Politik einfach nicht mehr so viel kosten lassen:
Noch einen Hinflug - und dann Schluss!

Freitag, 10. Dezember 2010

Blauwale versauen Klima

9.12.2010: Blauwale beschleunigen Treibhauseffekt. Nur einmal mit dem Schwanz gewedelt verbraucht 2000 Kilokalorien. Damit kam ein Jan Ullrich einst den Mont Ventoux hoch und wieder runter, und in der Sahelzone überlebt eine Hirtenfamilie einen ganzen Tag mit weniger. 480.000.000 Kalorien schnappen die sich Wale mit einmal Einatmen. Und am Abend haben sie soviel vom Krill geklaut, dass für Inselbewohner nur noch die Knochen bleiben.

Dem soll Abhilfe geschaffen werden, und einzig darin waren sich die Leute auf dem Weltklima-Gipfel in Cancún schnell einig: Rettet die Meere - weg mit den Blauwalen.
Nur Vegetarier bleiben skeptisch: Sie essen nichts vom Krill - außer Folienkartoffeln. Aus Überzeugung und wegen der Benzpyrene. Das schade Fleischfressern. Und die Wale, die im vorletzten Jahrhundert noch "Rotwale" hießen, seien nur wegen dieser künstlichen Lebensmittelfarben blau geworden. Mit den auch bei Äppelwoi-Trinkern (Blauer Bock!) zu beobachtenden Folgen: Benommenheit, Orientierungslosigkeit. Weswegen sie an schattigen Stränden immer öfter ihren Rausch auszuschlafen versuchen. Was Tierschützer ( in den Augen rechter Veganer wahre Ernährungs-Spontis) mit allen Mitteln zu verhindern suchen - und völlig blaue Wale wieder ins Meer zurückzerren. Viele überleben das zwar nicht. Aber immer noch zu viele, um das Klima langfristig stabil halten zu können.
Eine Chance bliebe der Spezies aber noch: Komplette Nahrungsumstellung auf ungeklärte Exkremente der Spezies Homo sapiens - und deren Haushaltsmüll. Dritte-Welt-Länder, die darin große Erfahrung gesammelt haben, haben ihr Expertenwissen angeboten.

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