Montag, 16. August 2010

Kriminelles Sparen, wohin man auch blickt

Der Bankenverband hat jetzt Sparern Tipps gegeben, wie sie mit ihrem Geld umgehen sollen, damit der Laden weiterläuft wie gehabt. Mit Engelszungen muss aber diese Bande von Kriminellen, die sich nach wie vor in Freiheit befindet, diesmal auf ihre Opfer einschwätzen. Denn es gilt 0,5 bis 1,2 Prozent Rendite so zu verkaufen, dass der Besitzer des Geldes ihnen den Haufen schließlich resigniert rüberschiebt und sagt: `Mach, aber verbrenn´s nicht wieder.´ Was nur geht, wenn der Kriminelle mit seinem geladenen Colt unter dem Tisch auf die Eier seines Gegenübers zielt.
Nur so lässt sich erklären, warum der sparsame Deutsche zur Zeit konsumiert - auf Teufel komm raus. Weil der einfach das kleinere Übel ist. Denn jeder, dessen Banker seines Vertrauens sich nächste Woche zu einem inoffiziellen Gespräch bei einer Flasche Rotwein eingeladen hat, weiß, was die Stunde geschlagen hat. Seitdem ist er in Edelboutiquen und Juwelierläden unterwegs, um sein Geld und seine Eier in Sicherheit zu bringen.
Für seine Shoppingtour hat er selbstverständlich artig Urlaub genommen, im Gegensatz zu seinem Nachbarn, der seit seiner Einführung durch Schröder in Hartz IV lebt und sich deshalb die Einkäufe in den Luxusboutiquen seiner Heimatstadt frei einteilen kann. "Zum Sparen brauch ich keine Banker", erklärt er bei ihrem dritten Wegkreuzen dem sparsamen Nachbarn. "Nehmen wir mal den heutigen Tag als Beispiel. Der Armani-Anzug: von 6000 auf 4500 runtergesetzt und diese wunderbare Breitling-Uhr gleich 2500 billiger als in der Weihnachtszeit. Das macht 4000 Euro – und das an einem Tag! Dafür hätte ich meinem Banker hundert Millionen hinlegen müssen. Und jetzt mal ehrlich, Karl: Denkst du wirklich, als Hartz-Vierler hätt ich so ´nen Batzen Geld? Ich lass statt dessen alle drei Jahre diesen Schuldnerheini von RTL2 kommen, und der regelt das - weil, meine Frau regelt das mit ihm.-
Du solltest vielleicht auch mal über ´ne neue Frau nachdenken, Karl."



Sonntag, 15. August 2010

Mnemotechnik: mein 4-D-General- Mnemosystem / Ziffer 04

Unmännlich ist…


Zorro 04 über andere zu lästern.

Zorro lästert nicht über andere, er stellt sich ihnen im Kampf oder er liebt sie, oder er ignoriert sie. Ohne Geschwätz, ohne Getratsche.

Du bist OK, ich bin OK. Fehler machen wir alle, und jeder hat zu der ein oder anderen Sache aus der Sicht seiner Mitmenschen eine ziemlich merkwürdige Vorstellung. „Wie interessant!“ Das wäre die optimalste Reaktion darauf, wäre die gnädigste Einstellung zu den Mitmenschen. Toleranz heißt das Zauberwort. Wer tolerant ist, darf auch öfter als andere Toleranz erwarten.





Googles Spione warn in der Stadt!

Angsthasen, nehmt eure Wäsche weg, schließt die Gartentür zu:
Googles Spione warn in der Stadt!
Bringt die Katz ins Versteck, die Wäscheleine dazu:
Googles Spione warn in der Stadt!
Und was da nicht ganz niet- und nagelfest ist,
Und was keinen Riegel vor hat,
Das wird sofort geklaut und bleibt ewig vermißt:
Googles Spione warn in der Stadt!
Erbarmen, Googles Spione warn in der Stadt!


Ihr Kleinkrämer holt eure Habe rein,
Die Budiken schließt ab:
Googles Spione warn in der Stadt!
Zählt die Flaschen Bier und Wein,
Laßt die Gitter herab:
Googles Spione warn in der Stadt!
Die plündern den Keller, das Lager zerfällt,
Die feilschen und fordern Rabatt
Und zu guter Letzt samt der Kasse das Geld:
Googles Spione warn in der Stadt!
Erbarmen, Googles Spione warn in der Stadt!

Spießbürger, bringt euch in Sicherheit,
Legt die Schrotflinten an:
Googles Spione warn in der Stadt!
Macht Schwefel und Pech bereit,
Und dann rette sich wer kann:
Googles Spione warn in der Stadt!
Man schändet Eure Frauen und Töchter alsbald,
Doch nicht nur was Röcke an hat,
Die machen auch vor Greis und Haustier nicht halt!
Googles Spione warn in der Stadt!
Erbarmen, Googles Spione warn in der Stadt!

Oh, Heiliger Florian,
Schutzpatron dieser Stadt,
Googles Spione sind vor dem Tor!
Verschon mein Haus, zünd andere an,
Mach die Kameras platt:
Googles Spione sind vor dem Tor!
Oh, schütz uns vor Sturmesflut, Feuer und Wind,
Vor Pest und vor Epidemien
Und vor Googlern, die auf Reisen sind,
Oder besser: Laß mich mit ihnen ziehn!



(frei nach Reinhard Mey)

Samstag, 14. August 2010

Mnemosystem / Ziffer 03

Unmännlich ist…




Same 03eingeschnappt zu reagieren, zu schmollen.



Der Same schnappt unter der Erde die Würzelchen des Pflänzleins, das aus ihm gewachsen ist. Jetzt saugt er den Stiel ein, es folgen die zarten Blättchen - und schwupp schnappt der Same über dem armen Pflänzchen zu wie eine Mördermuschel.
Und jetzt schmollen, bis er wieder aufgequollen!



Eingeschnappt sein, gekränkt sein, ist ein gefährlicher Zustand. In zweifacher Hinsicht: Er macht den Gekränkten, wie dies schon im Wort steckt, krank. Nach innen löst er sich in Wehleidigkeit und Selbstmitleid auf. Denn es ist ja weniger das Bösesein auf den, der ihm dies oder jenes angetan hat, was ihn belastet. Vielmehr ist es das darüber gestülpte Gefühl, dass er es dem anderen nicht Wert ist, sich ihm gegenüber anders zu verhalten, dass der andere ihn nicht respektiert, nicht liebt, nicht bewundert, nicht einfach kritiklos toll findet. Und überhaupt - denkt der Eingeschnappte - keiner liebt mich, keiner hat (Hoch-)Achtung vor mir. Und so weiter, und so weiter.
Zum andern macht es das Zusammenleben mit Gekränkten sehr anstrengend. Beleidigt sein ist eine so indirekte Reaktion, dass sie von anderen nur schwer begriffen werden kann. „Nein das will ich nicht, das mag ich nicht, hör auf damit!“ Menschen, die solche Stoppsignale setzen können, sind einfacher im Umgang. Der Eingeschnappte sagt nichts oder macht eine nebulöse Bemerkung, weil er ja von folgendem ausgeht: „Das muss der doch wissen, dass ich das nicht mag, wenn er mich mag, wenn er sich jemals Gedanken über mich gemacht hätte.“ Mitmenschen meiden solche Eingeschnappten, denn instinktiv wissen sie, dass man ihnen nicht gerecht werden kann. Und noch etwas: Eingeschnappte stellen Fettnäpfchen um sich herum auf, in die die andern – so sie überhaupt noch näher treten wollen - zwangsläufig treten müssen. Und wer steht da schon gerne drin?


Lösung von gestern: Sonne (02)-Suse(00)-Sonne(02): die gemerkte Zahl ist also 020002 )

Weltlinkshändertag



Freitag, den 13. schadlos überstanden. Obwohl ich aus veranlagungstechnischen Gründen auch gestern mit dem linken Fuß aufgestanden bin. Wir Linkshänder können nicht anders - und wir leiden deshalb mehr unter Missgeschicken als andere, und die wiederum leiden unter solchen wie mir. Linke Bazille! Um dies im kollektiven Bewusstsein zu halten, wurde, an einem Freitag, dem 13., irgendwann im August, der Weltlinkshändertag ins Leben gerufen. Der letzte dieser denkwürdigen Tage war gestern. Und weil wir Linkshänder an diesem Tag nicht mehr vor die Tür dürfen, blieb es ruhig auf deutschen Straßen. Rechts ist, wo der Daumen links ist, oder: rechts ist, wo die rechte Hand ist - mit der man schreibt, du Dabbes! Spätestens jetzt hätte es schon gekracht, weswegen Linkshänder ab dem 1.1.2011 nur noch mit rechtshändigen Beifahrern am Verkehr teilnehmen dürfen, wenn dieser Rechtshänder keine (!) Frau ist.
Niemals aber würden sie im Amiland einen Linkshänder zum Präsidenten machen, das brächte Unglück über das Land. Wie? Die sind alle Linkshänder gewesen! Das amerikanische Volk weiß es besser: Das waren und sind alles Eigenzüchtungen nach dem Motto: Dein Kind soll Präsident werden? Dann bind ihm den rechten Arm auf den Rücken! Nur "Double-U" wäre dabei verhungert, weshalb sein Vater George meinte: dann eben mit Alk und Gott. In Wirklichkeit sind diese Linkshänder deshalb verkrüppelte Rechtshänder ohne den wachen Verstand von Linkshändern.
Was vieles erklärt.  

Freitag, 13. August 2010

Mnemosystem / Ziffer 02

Unmännlich ist…





Sonne 02der Welt die Schuld zu geben an eigenen Missgeschicken, ja sogar „Weltverschwörung“ zu vermuten.

Die Sonne steht im Mittelpunkt unserer Welt und hat Schuld, wenn mir zu heiß wird, wenn ich die Augen zukneifen muss gegen das grelle Licht. Überhaupt bestimmt sie viel zu sehr mein Geschick.

Schon mal persönlich mit dem eigenen Drucker gehadert, weil der ausgerechnet dann nicht druckt, wenn die Ausarbeitung am nächsten Morgen vorliegen muss? Da wird ein Gerät plötzlich zum Feind, der Computer zum Saboteur, ja gar zum Terroristen. Dabei hat vielleicht einfach nur in den unendlichen Tiefen elektronischer Schaltungen ein winziges Fünkchen - völlig ungewollt - alles lahm gelegt.
Oder schon mal geglaubt, als sich wieder just dann eine Wolke vor die wärmende Frühlingssonne geschoben hatte, als endlich der Pulli ausgezogen war, dass dies ein persönlicher Angriff von Petrus auf Deine Person gewesen sein muss - oder wer auch immer für das Wetter verantwortlich ist?
Alles Unsinn. Der (unbelebten) Welt ist man deshalb völlig egal, weil sie sich selbst völlig egal ist. Denn sie hat von nichts eine Vorstellung. Also, locker bleiben.
Klug ist nur der, der hinzunehmen gelernt hat, was nicht zu ändern ist.




(Test für alle: Die Sonne brennt. Suse liegt schwitzend im Gras, ein Gänseblümchen in der Hand. Sieht es nicht aus wie eine kleine Sonne?, denkt sie.  - Welche Zahl steckt hinter dieser Geschichte. (Auflösung morgen)) 


(für Jungs: Schon folgende drei Fragen und die Antworten darauf ins tägliche "Abendgebet" eingeschlossen?: 1.Heute  beherzigt, dass Du ein Jäger bist? 2. Dich unnötig aufgeregt über Belangloses? 3. Weltverschwörung vermutet hinter eigenen Missgeschicken?)




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