Freitag, 13. August 2010

Mnemosystem / Ziffer 02

Unmännlich ist…





Sonne 02der Welt die Schuld zu geben an eigenen Missgeschicken, ja sogar „Weltverschwörung“ zu vermuten.

Die Sonne steht im Mittelpunkt unserer Welt und hat Schuld, wenn mir zu heiß wird, wenn ich die Augen zukneifen muss gegen das grelle Licht. Überhaupt bestimmt sie viel zu sehr mein Geschick.

Schon mal persönlich mit dem eigenen Drucker gehadert, weil der ausgerechnet dann nicht druckt, wenn die Ausarbeitung am nächsten Morgen vorliegen muss? Da wird ein Gerät plötzlich zum Feind, der Computer zum Saboteur, ja gar zum Terroristen. Dabei hat vielleicht einfach nur in den unendlichen Tiefen elektronischer Schaltungen ein winziges Fünkchen - völlig ungewollt - alles lahm gelegt.
Oder schon mal geglaubt, als sich wieder just dann eine Wolke vor die wärmende Frühlingssonne geschoben hatte, als endlich der Pulli ausgezogen war, dass dies ein persönlicher Angriff von Petrus auf Deine Person gewesen sein muss - oder wer auch immer für das Wetter verantwortlich ist?
Alles Unsinn. Der (unbelebten) Welt ist man deshalb völlig egal, weil sie sich selbst völlig egal ist. Denn sie hat von nichts eine Vorstellung. Also, locker bleiben.
Klug ist nur der, der hinzunehmen gelernt hat, was nicht zu ändern ist.




(Test für alle: Die Sonne brennt. Suse liegt schwitzend im Gras, ein Gänseblümchen in der Hand. Sieht es nicht aus wie eine kleine Sonne?, denkt sie.  - Welche Zahl steckt hinter dieser Geschichte. (Auflösung morgen)) 


(für Jungs: Schon folgende drei Fragen und die Antworten darauf ins tägliche "Abendgebet" eingeschlossen?: 1.Heute  beherzigt, dass Du ein Jäger bist? 2. Dich unnötig aufgeregt über Belangloses? 3. Weltverschwörung vermutet hinter eigenen Missgeschicken?)




ohne Oxytocin aber mit Grandezza

Oxytocin, das ist das "Kuschelhormon", das Männern genau die Zeit verschafft, um nach dem Orgasmus wieder in die Hosen zu kommen, ihr ein zärtliches: "Ich war mal wieder richtig gut!" ins Ohr zu flüstern und geräuschlos die Tür hinter sich ins Schloß zu ziehen - geordneter Rückzug also, statt kopflos von der Stätte seiner Tat zu fliehen. Das kommt dank Oxytocin erst unten auf der Straße. Und: Der Oxytocinspiegel des Mannes hat den Kavalierstart erst möglich gemacht. Und Flensburg zählt unbarmherzig mit - jedes Schäferstündchen, das wir panikartig verlassen haben. Das ist die berühmte Strichliste für Abschüsse.


Jetzt soll ein Oxytocin-Spray auf den Markt. Mit dem Effekt, dass sich die Lebensspanne des Mannes ganz schnell der Lebensspanne der Frau angleichen würde. Nicht nur, weil weniger Männer auf ihrer Flucht ihr Leben am nächsten Betonpfeiler aushauchen würden. Auch das Frühstück danach, das dann angstfrei möglich wäre, täte das seine.

Nur die geburtseinleitenden Nebenwirkungen des Sprays sollten entschärft werden. Denn was bei Blasenentzündungen segensreich ist, gäbe hier Anlass zu schmerzhaftesten Komplikationen, egal welche Scheingeburt sich da den Weg nach außen auch bahnen möge.

Dann doch lieber mit dem Auto an den Betonpfeiler. Das hätte Würde und Grandezza. Denn was wäre schöner als zusammen mit dem Liebsten, was man hat, in den Tod zugehen.

Donnerstag, 12. August 2010

Mnemosystem / Ziffer 01

Unmännlich ist…





Saite 01sich über Belangloses zu ärgern.



Die Saite auf der Gitarre scheppert. Ärger! Eine lange, viel zu lose Saite ist es, was mich da ärgert - weil sie scheppert.



Ärger ist ein Grundübel. Ärger befreit nicht aus einer schlechten Stimmungslage sondern verschärft sie meist nur. Und verengt den Raum für vernünftiges Handeln. Deshalb: Zeit gewinnen! Am besten in Gedanken langsam auf 10 zählen. Danach bliebe immer noch genügend Zeit auszurasten - wenn man dann noch will.
Aber, keine Angst. Auch der Zornnickel hat seinen Fanclub. Natürlich sollte er gleichzeitig authentischer Charismatiker sein - wie Robbie Williams, etwa.
Oder wie jener andere Rockmusiker es einmal ausgedrückt hat: „Ich werde nicht eher aufhören wütend zu sein, bis mein Kopf auf einer Briefmarke erschienen ist.“ Und verwandelte das nächste Hotelzimmer in Kleinholz.

Lucy´s berühmte Maultaschen

Zwei Kerben in einem Knochen, und die Forschergemeinde steht Kopf. Denn diese Kerben beweisen: Schon vor 3,4 Millionen Jahren hat der Mensch Werkzeuge geschaffen und Fleisch bearbeitet. Beides zusammen aber bedeutet: Da war ein Homo am Werk, ein afrikanischer oder ein australischer, aber immer auch erregt und arrogant, und zum Schluss auch (die Altersform quasi: Homo sapiens, der sabbernde Mensch) sabbernd  - um nur einmal die gängigsten Fachbegriffe hier munter einzustreuen. Die Experten wissen, von was die Rede ist. Uns soll genügen zu wissen: Es war Lucy, nicht Eva (auch nicht Adam). Und bei Lucy daheim gab es auch keine Äpfel, sondern Elefantenköttel - und Schabfleisch, und es ist nicht auszuschließen, dass es Spätzle dazu gab. Zumindest ist der Botaniker an der Fundstellle der gekerbten Knochen davon überzeugt. Ohne diese Annahme, die deshalb nie strittig war, wäre die Menschwerdung eh nur eine gewagte Spekulation, weil ohne diesen Kulturträger, die Kultur in Affenherden nie hätte getragen werden können. Schulterblätter von Gnus, die fein säuberlich verstaut neben einem gusseisernen Dampfnudeltopf allein an drei Fundstellen in Zentralafrika geborgen werden konnten und inzwischen bei der "Tafel" in Wiesloch und Berlin ihre allgemeinnützigen  Dienste tun, beweisen: Dies waren Schabbretter, anders war ihre spiegelglatte Oberfläche nicht zu erklären.
Doch plötzlich kam Aufregung in die Gruppe der Paläanthropologen. Man hatte den Zugang zu einer Höhle entdeckt. Die Einritzungen auf der Tür waren schnell entziffert: "Für die Nachwelt: unser Plumpsklo mit eingemauertem Echo". Hier konnte das Tor zu letzten Gewissheiten aufgestoßen werden, weshalb man fieberhaft nach der geeignetsten Person der Gruppe für ihre Bezeugung suchte, denn alle wusste:. Sobald die Tür auf war, war das eingefangene Echo nur genau einmal zu hören, um danach für immer im Raum-Zeit-Gefüge zu verschwinden. Die Wahl fiel auf das Kindermädchen des jüngsten Forschers, weil es sich mit dem Geruch, der Windeln und Toiletten entströmte, am besten auskannte - und weil sie Schwäbin war. Trotzdem gab man ihr ein scharf geschaltetes Handy mit. Fünf Minuten später war sie zurück und frohlockte: Spätzle! ohne jeden Zweifel, aber noch besser - Käsespätzle. Und dann die Sensation, die die Fachwelt erschütterte wie die gewaltigen Flatulenzen aus vergangenen Zeiten die schwäbische Kinderfrau:
Maultaschen!

Mittwoch, 11. August 2010

Mnemosystem / Ziffer 00

Ab heute, 11.08.2010, wird an dieser Stelle das erste Merksystem veröffentlicht, das jemals funktioniert hat - zumindest bei mir. Was es von den vielen anderen unterscheidet, die nicht funktioniert haben, ist, dass es eine Kombination aus den besten bekannten Mnemosystemen ist. Deshalb hört es auf den Namen 4-D-Major-System. Wer sich näher dafür interessiert, sollte seine email-Adresse hinterlegen, dann schicke ich ihm eine PDF-File des Lehrbuches, das ich darüber geschrieben habe. Für lau natürlich, wir sind ja schließlich im World-Wide-Web.
Hier als kurze Erklärung nur der Schlüssel mit dem ich zu den 110 Begriffen gekommen bin, die die Anker des Systems darstellen: Die Zahlen 0 bis 9 werden in die unten aufgeführten Buchstaben übersetzt.

0 s, z
1 t, d
2 n
3 m
4 r
5 l
6 j, ch, sch
7 k, ck, g
8 f, pf, ph, v, w
9 p, b

Die zweistelligen Zahlen von 00 bis 99 werden dann durch ein Wort repräsentiert, das aus den obigen Konsonanten aufgebaut ist. Die Vokale a, e, i, o, u, eu, au, usw. zwischen den Konsonanten können dabei frei gewählt werden. (Also Suse (s-s-) = 00)
Achtung: Nur für Knaben und Männer! (denn dieses System versucht gleichzeitig aus jungen Deppen wahre Kerle zu machen - Tag für Tag)

Unmännlich ist…













Suse 00 nicht wahrhaben zu wollen, dass ein Mann immer nur ein Jäger ist

Männer gehen auf Wildgansjagd und bringen stolz die (oft magere) Beute ihres (allzu oft scheuen) Jagdglücks nach Hause. Frauen wie Suse ziehen Hausgänse groß - Schlachtfest garantiert.

Männer sind Jäger, schon seit der Zeit, als sich der erste Homo wieauchimmer das erste Mal noch ängstlich aufrichtete, um seine Beute besser erspähen zu können. Inzwischen ist die Jagd für ihn das Lebenselexier Nummer 1. Die Jagd auf Frauen, nach Anerkennung, nach Erkenntnis, nach Macht und nach Wohlstand. Und so wahr der Weg das Ziel ist, ist für den wahren Mann die Jagd an sich schon das verheißungsvolle Ziel - und keineswegs die Beute. Und so ist das Erreichte für ihn nicht das Sich-eingerichtet-haben in wunschlos machende Behaglichkeit sondern immer nur eine als schmerzlich empfundene Unvollkommenheit seiner Trophäensammlung. Und das ist gut so.

verlogene Republik

Steffen Seibert kommt - und verstärkt ab heute die Gegenseite. Seibert, ein Söder II. Diesmal aber nicht die verschlagen-schleimige Variante mit Permanent-Lidstrich sondern die Marke Engelsgesicht. Können diese himmelblauen Augen lügen? Offensichtlich, denn dafür wird Seibert ab sofort teuer bezahlt.
Sagt dies irgendetwas über heutigen Journalismus aus? Sagt es irgendetwas über Politik aus, wenn abgewählte Kanzler und Minister in Industriebranchen abtauchen, die sie als Politiker noch vehement bekämpft hatten? Sagt es irgendetwas über Katholizismus aus, wenn eine Frau, die des Lesens und Schreibens mächtig ist, zum Islam konvertiert und sich für immer unter eine Burka verabschiedet? Eher nicht. Es sagt vielmehr etwas über die Gesellschaft aus, in der all dies möglich wird. Geißler wäre mit Sicherheit für diesen größeren Ansatz. Ein Mann, der mit dem Satz berühmt wurde: Der Pazifismus Europas hat Auschwitz erst möglich gemacht, denkt in solchen Dimensionen. Und die, die ihn damals niederbrüllten, haben längst die Seiten gewechselt, lehren Politikgeschichte in Amiland. Die brüllen nicht mehr. Ersetzen das durch Besserwisserei: Der Altersstil des "Elder Statesman". Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern! Eine solche Aussage werden wir von unserem Steffen niemals hören. So grober Wortschatz steht diesem Gesicht nicht zu Gesicht. "Endlich hat sich mir die tiefe Wahrhaftigkeit meiner verehrten Kanzlerin erschlossen, und ich bin dankbar dafür." So würde es klingen, wenn ein dergestalt Edler reden würde über Seelenpein und -lage. Was er aber nie tun würde. Von solchen Männern für ihre Töchter träumen unsere Mütter. Und in wenigen schwachen Minuten auch von noch viel mehr. Und so lange das so ist, bleibt es hierzulande wie es ist: verlogen.
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