Über unsere Nasen kriegen sie uns. Denn Düfte öffnen die Herzen und Geldbeutel und legen den kleinen Bereich im Gehirn lahm, in dem sich die Vernunft verbarrikadiert hält..
Wer heute in eine Boutique geht, muss wissen, dass der Fummel, den er herausträgt, ihm draußen nur gefallen würde, wenn er ihn alle zehn Minuten mit dem Duftcocktail der Boutique einsprühen könnte. Doch dessen Rezeptur ist geheim. Resultat: Das Teilchen für 1000 Euro verschwindet im Schrank - und nimmt dort langsam den Geruch von Mottenkugeln an.
Aber längst sind die Duftmanager nicht mehr nur in Einkaufsläden unterwegs.
So lässt sich selbst die störrischste Alte sofort und freiwillig von ihren Kindern ins neue Altendomizil abschieben, wenn dort nur kräftig genug mit Mottenkugeln eingenebelt wurde.
In VHS-Kursen "Wie domestiziere ich eine zänkische Frau" wird für teuer Geld Weihrauch mit auf den Heimweg gegeben. Dieser Duft zwingt auch die strengste Heidin auf die Knie. Schon ist deshalb das Baumharz fester Bestandteil des Beate-Uhse-Katalogs.
Als Günter Jauch das erste Mal vors Publikum trat, rümpften alle nur die Nase ob dieses muffigen Besserwissers. "Du musst mit Levkojen dagegenhalten", war der Rat seines Duftberaters. Und schnell hatte er sein handverlesenes Publikum. Erst der Rat des Chefredakteurs der Bild, Levkojen gegen Lebkuchen auszuwechseln, machte ihn zum Star der Massen - und reich. Und so glaubwürdig wie der Weihnachtsmann
Gottschalk wählte derweil die Duftnote „Gummibärchen“. Erst seitdem hat er d i e Familiensendung des Deutsch-TVs fest im Griff.
Die Duftbranche aber verehrt Mao als Ahnherrn. Der hatte früh schon auf natürliche Pheromone gesetzt, die ihre Wirkung in ungewaschenen Körperleisten ihre Sprengwirkung entwickeln, weshalb der Chinesenlenker mit 14 schon das Waschen einstellte - mit den Worten: Mama ich werde der blutrünstigste Diktator der Welt. Doch die Mutter lag da schon in Ohnmacht und seinem Dunstkreis. Die widerstandsfähigsten seiner Genossen nannten ihn schnell den Tiger, weil er so roch. Ekel, Angst und Ohnmacht - im Schweiße seines Körpers regierte er sein Volk.
Geht es noch beschissener? Ja! In deutschen Arztpraxen setzt man auf Löwenzahn, wenn der Patient zur Urin- und Stuhlprobe in dunkle Nebenräume geschickt wird. Mit Löwenzahn geht es wie geschmiert.
Schon Hildegard von Bingen nannte die Pflanze liebevoll Bettschisser
Dienstag, 3. August 2010
Montag, 2. August 2010
Pille macht zahm
Die Pille hat Viagra erst nötig gemacht. Klingt wie eine späte Weisheit Geißlers, der über die Geißeln der Menschheit besser berichten kann, als irgendein anderer, denn er ist eine von ihnen. In Wirklichkeit ist es aber nur die Folgerung aus den neuesten Forschungsergebnissen der Anthropologin Christine Drea: Frau mit Pille macht muntere Männer müde, weil sie sie nicht mehr riechen können. Was mit den Pheromonen zusammenhängen soll, die nur da sind, wenn sie die Pille vergessen hat. Ein echtes Dilemma! Und erklärt, warum wir immer noch nicht ausgestorben sind.
Das sind die Qualen des Tantalus: Noch so eine Weisheit unseres Heiners, und wieder irrt er, denn dieser Grieche heißt Tantalos. Umgekehrt wird ein Damenschuh draus, ein teurer: Qualen haben wir erlitten, als unsere Frauen noch natürlich verhüten mussten, also Kopfschmerzen vortäuschten und tonnenweise Aspirin schluckten und sonst nix, nur um sie zu bekommen! In Zeiten der Pille aber ist Sex inzwischen völlig schmerzfrei - wie die Leber unserer Frauen. Und in der anheimelnden Atmosphäre der teuersten Schuh-Boutique weit und breit handeln wir ganz entspannt eine Nacht mit ungeschütztem Sex aus - mit der jungen Schuhverkäuferin, während sich unsere Frau im Schminkraum hinter der Umkleide gerade die Nase pudert.
Das sind die Qualen des Tantalus: Noch so eine Weisheit unseres Heiners, und wieder irrt er, denn dieser Grieche heißt Tantalos. Umgekehrt wird ein Damenschuh draus, ein teurer: Qualen haben wir erlitten, als unsere Frauen noch natürlich verhüten mussten, also Kopfschmerzen vortäuschten und tonnenweise Aspirin schluckten und sonst nix, nur um sie zu bekommen! In Zeiten der Pille aber ist Sex inzwischen völlig schmerzfrei - wie die Leber unserer Frauen. Und in der anheimelnden Atmosphäre der teuersten Schuh-Boutique weit und breit handeln wir ganz entspannt eine Nacht mit ungeschütztem Sex aus - mit der jungen Schuhverkäuferin, während sich unsere Frau im Schminkraum hinter der Umkleide gerade die Nase pudert.
Außerirdische sind längst unter uns
Wissenschaftler wie Dimitar Sasselov glauben: Außerirdische sind längst unter uns. Versteckt in schattigen Nischen. Und sie drehen rechts herum, also falsch herum, bis in die letzte graue Zelle, sagen sie. Eine fremde Lebensform. Und daran werden wir sie erkennen - vor der Kühltheke von ALDI: Linksdrehender Joghurt ist Gift für sie. Sie brauchen stattdessen den außerirdischen, den probiotischen. Wer hier mit glühenden Augen zugreift, ist nicht von dieser Welt. Jetzt hilft nur noch die Flucht - und die hilft nicht. Denn wer anders gepolt ist, tickt falsch und versteht alles falsch- und flieht deshalb auch anstatt zu bleiben, wo der Pfeffer steht - für 3,49 das Döschen. Und so laufen sie vor uns davon und landen vor unserer Haustür, weil jemand, der vor uns davonrennt zwangsläufig dort landen muss, wenn ihm das Verwechseln von links und rechts inkarniert ist . Da steht nun das Fremdwesen vor uns, und wir verfluchen uns dafür, dass wir die Schwelle unseres Hauses nicht mit linksdrehendem Joghurt eingepinselt haben. Freundlichkeit hilft jetzt auch nicht weiter, denn gib so jemandem die Hand und du hast sie los und den ganzen Arm gleich mit. Auch küssen ist der falsche Ansatz: Die Nase müsste dran glauben, und wir würden nie mehr frei durchatmen können.
Doch sie sind wunderschön - außerirdisch schön, eben, haben lange blonde Haare. Und das wirre Zeug, das sie reden, lässt auf ein wunderbares Geheimnis schließen, das ihnen innewohnt. Nur deshalb sind wir bereit, unseren Planeten mit ihnen zu teilen.
Doch sie sind wunderschön - außerirdisch schön, eben, haben lange blonde Haare. Und das wirre Zeug, das sie reden, lässt auf ein wunderbares Geheimnis schließen, das ihnen innewohnt. Nur deshalb sind wir bereit, unseren Planeten mit ihnen zu teilen.
Samstag, 31. Juli 2010
Geniestreich für Millennien
Nur die klügsten Köpfe kommen in Deutschland ganz nach oben. Auch in Bayern! Deshalb verwundert nicht, dass Seehofer jetzt einen Geniestreich abgesondert hat, der alle anderen überstrahlt und noch Millennien überstrahlen wird: Atomkraftwerke sollen ab sofort endlos laufen - bis zum Jüngsten Gericht, quasi, sagt der bekennende Katholik und denkt an den biblischen Weltuntergang.
Und der tiefe Sinn, der dieser Idee innewohnt, dass nämlich, was ewig strahlt, auch ewig strahlen soll, hat nicht weniger als göttliche Dimensionen. Und enthebt uns gleichzeitig eines ganz irdischen Problems: das Endlagern entfällt, weil es keine Ewigkeit nach der Ewigkeit geben kann, denn es gebe nur den einen Gott, sage Hegel - doch Renate Künast schränkt ein: Prinzipiell richtig, aber über das Geschlecht sollte noch einmal eine grundsätzliche Debatte geführt werden. Doch Alice Schwarzer fällt ihr in den Rücken und meint: In dem Falle wäre ihr ein unterbelichteter Mann lieber als eine strahlende Frau. "Kernkraft ist und bleibt schmutzig", sagt sie, denn ihre Beherrschung liege jenseits der Vorstellungskraft einer Frau, genauso wie die des Rasenmähers und des Siphons ihrer Spüle.
Und alles, was man mit ökologisch verträglichen Haushaltsreinigern nicht sauber kriege, bleibe schmutzig und hätte deshalb nie erfunden werden dürfen. "Sagt meine spanische Putze, und auch ich habe das verstanden, dank des VHS-Kurses "Wie sag ich's meiner Putze - Spanisch für Vorstadt-Tussen", den ich letztes Jahr erfolgreich absolviert habe."
Seehofer ist das egal: "Die Schwarzer Alice, die kam uns doch schon immer spanisch vor."
Und der tiefe Sinn, der dieser Idee innewohnt, dass nämlich, was ewig strahlt, auch ewig strahlen soll, hat nicht weniger als göttliche Dimensionen. Und enthebt uns gleichzeitig eines ganz irdischen Problems: das Endlagern entfällt, weil es keine Ewigkeit nach der Ewigkeit geben kann, denn es gebe nur den einen Gott, sage Hegel - doch Renate Künast schränkt ein: Prinzipiell richtig, aber über das Geschlecht sollte noch einmal eine grundsätzliche Debatte geführt werden. Doch Alice Schwarzer fällt ihr in den Rücken und meint: In dem Falle wäre ihr ein unterbelichteter Mann lieber als eine strahlende Frau. "Kernkraft ist und bleibt schmutzig", sagt sie, denn ihre Beherrschung liege jenseits der Vorstellungskraft einer Frau, genauso wie die des Rasenmähers und des Siphons ihrer Spüle.
Und alles, was man mit ökologisch verträglichen Haushaltsreinigern nicht sauber kriege, bleibe schmutzig und hätte deshalb nie erfunden werden dürfen. "Sagt meine spanische Putze, und auch ich habe das verstanden, dank des VHS-Kurses "Wie sag ich's meiner Putze - Spanisch für Vorstadt-Tussen", den ich letztes Jahr erfolgreich absolviert habe."
Seehofer ist das egal: "Die Schwarzer Alice, die kam uns doch schon immer spanisch vor."
Freitag, 30. Juli 2010
die neuen Wetterpriester
Unser Wettergott ist wieder frei, aber er schweigt. Das Wetter kommt ab sofort von seinen Anwälten - und die haben ein Donnerwetter versprochen. Mannheim wird sich derweil warm anziehen müssen. Denn wer dem Himmel nicht nur das Wetter klaut sondern den verantwortlichen Gott gleich mit, der wird sich den Fels nicht heraussuchen dürfen, an den er geschmiedet wird. Auch wird die rohe Leber seiner Feinde einem zürnenden Gott nicht reichen. Es wird vielmehr biblische Ausmaße annehmen: Ei um Ei.
Und was bleibt uns? Ab heute muss das Wetter vor Gericht erstritten werden, und davor sind ja bekanntlich manche gleicher als andere. Es muss also wieder öfter mit Kaiserwetter gerechnet werden. Noch mehr Feiertage werden ins Wasser fallen, weil Arbeitgeber ihre ganze Rechtsabteilung auf den Plan rufen.
Als unser Kachelmann noch das Wetter machte, wussten wir abends um 8, wie das Wetter am nächsten Tag sein würde, und von unseren Frauen konnten wir uns die passende Wäsche herauslegen lassen. Ab heute aber kann der Eilantrag eines jeden, der es sich leisten kann, dafür sorgen, dass das Wetter jederzeit umschlägt. Und aus heiterem Himmel kann uns ab sofort in jeder Sekunde der Blitz treffen.
Das ist nicht schön. Das ist in die Steinzeit zurückkatapultiert. Nur dass das Wetter nicht mehr bei fremden Göttern ist sondern bei unseren schwarzen Priestern.
Und was bleibt uns? Ab heute muss das Wetter vor Gericht erstritten werden, und davor sind ja bekanntlich manche gleicher als andere. Es muss also wieder öfter mit Kaiserwetter gerechnet werden. Noch mehr Feiertage werden ins Wasser fallen, weil Arbeitgeber ihre ganze Rechtsabteilung auf den Plan rufen.
Als unser Kachelmann noch das Wetter machte, wussten wir abends um 8, wie das Wetter am nächsten Tag sein würde, und von unseren Frauen konnten wir uns die passende Wäsche herauslegen lassen. Ab heute aber kann der Eilantrag eines jeden, der es sich leisten kann, dafür sorgen, dass das Wetter jederzeit umschlägt. Und aus heiterem Himmel kann uns ab sofort in jeder Sekunde der Blitz treffen.
Das ist nicht schön. Das ist in die Steinzeit zurückkatapultiert. Nur dass das Wetter nicht mehr bei fremden Göttern ist sondern bei unseren schwarzen Priestern.
Donnerstag, 29. Juli 2010
Die Elite lässt den Hammer fallen
Der Trend setzt sich fort: Die deutsche Elite wirft hin. Aber statt befreit alles weit von sich zu werfen, lassen sie einfach nur den Hammer fallen - und den Diskus, und die Kugel.
Das Bedenkliche bei dieser neuen Welle der Verweigerung ist, dass es dieses mal die vermeintlich frische Elite aus den Neuen Bundesländern ist, die geht und murmelt: "Mann, seid ihr ein Volk."
Wie lässt sich jetzt noch verhindern, dass auch die anderen Leistungsträger in Barcelona allen anderen auf und davon rennen? Was mit denen machen, die mit langen Stangen über die engen und hohen Mauern setzen wollen, die ihre Freiheit umstellen. Wir setzen da auf unsere Bundestrainer und deren Phantasie. Eine Nagelfeile wird sich wohl finden lassen. Aber das Geschäft unserer Funktionäre ist heikel. Gott sei Dank ist das Wissen um den Fluchtreflex nach 89 nicht völlig verschütt gegangen. So konnte gestern der Ausreißversuch unserer Geherin gerade noch auf den letzten Metern verhindert werden. Um sich endgültig abzusetzen, bat diese nämlich ihren Trainer um Zucker, der stattdessen aber geistesgegenwärtig eine Cola light zu ihr auf die Strecke hinausreichte. Weinend ist sie am Ende zusammengebrochen und konnte schnell mit Absperrgittern umstellt werden.
Klammheimlich hat uns jetzt auch der "Vater der Nation" verlassen. Vater, das ist die Spezies Mann, die im Stillen malocht und sich krumm legt, zuhause das Geld abliefert und für ausreichende Ernährung sorgt - weshalb sie auch schon mal liebevoll "mein Ernährer" genannt wird - und bei ihren seltenen Gastspielen zuhause die Kinder erschreckt fragen lässt: "Mama, wer ist denn der fremde Mann?" - "Das war Herr Aldi, unser Gemüsehändler."
Doch unsere wahren Helden werden uns wohl erhalten bleiben: Sauerland bleibt - und der Rest der Duisburger Seelenverkäufer. Aber, wer weiß: Ihre Allerbesten schickt Angie nämlich grundsätzlich in die Wüste. Aber auch "Patex" hat schon Interesse an dem Mann bekundet. Wer so fest an seinem Sessel klebe, habe das Zeug zu "so einer Art Musterhaus".
Das Bedenkliche bei dieser neuen Welle der Verweigerung ist, dass es dieses mal die vermeintlich frische Elite aus den Neuen Bundesländern ist, die geht und murmelt: "Mann, seid ihr ein Volk."
Wie lässt sich jetzt noch verhindern, dass auch die anderen Leistungsträger in Barcelona allen anderen auf und davon rennen? Was mit denen machen, die mit langen Stangen über die engen und hohen Mauern setzen wollen, die ihre Freiheit umstellen. Wir setzen da auf unsere Bundestrainer und deren Phantasie. Eine Nagelfeile wird sich wohl finden lassen. Aber das Geschäft unserer Funktionäre ist heikel. Gott sei Dank ist das Wissen um den Fluchtreflex nach 89 nicht völlig verschütt gegangen. So konnte gestern der Ausreißversuch unserer Geherin gerade noch auf den letzten Metern verhindert werden. Um sich endgültig abzusetzen, bat diese nämlich ihren Trainer um Zucker, der stattdessen aber geistesgegenwärtig eine Cola light zu ihr auf die Strecke hinausreichte. Weinend ist sie am Ende zusammengebrochen und konnte schnell mit Absperrgittern umstellt werden.
Klammheimlich hat uns jetzt auch der "Vater der Nation" verlassen. Vater, das ist die Spezies Mann, die im Stillen malocht und sich krumm legt, zuhause das Geld abliefert und für ausreichende Ernährung sorgt - weshalb sie auch schon mal liebevoll "mein Ernährer" genannt wird - und bei ihren seltenen Gastspielen zuhause die Kinder erschreckt fragen lässt: "Mama, wer ist denn der fremde Mann?" - "Das war Herr Aldi, unser Gemüsehändler."
Doch unsere wahren Helden werden uns wohl erhalten bleiben: Sauerland bleibt - und der Rest der Duisburger Seelenverkäufer. Aber, wer weiß: Ihre Allerbesten schickt Angie nämlich grundsätzlich in die Wüste. Aber auch "Patex" hat schon Interesse an dem Mann bekundet. Wer so fest an seinem Sessel klebe, habe das Zeug zu "so einer Art Musterhaus".
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