Nur die klügsten Köpfe kommen in Deutschland ganz nach oben. Auch in Bayern! Deshalb verwundert nicht, dass Seehofer jetzt einen Geniestreich abgesondert hat, der alle anderen überstrahlt und noch Millennien überstrahlen wird: Atomkraftwerke sollen ab sofort endlos laufen - bis zum Jüngsten Gericht, quasi, sagt der bekennende Katholik und denkt an den biblischen Weltuntergang.
Und der tiefe Sinn, der dieser Idee innewohnt, dass nämlich, was ewig strahlt, auch ewig strahlen soll, hat nicht weniger als göttliche Dimensionen. Und enthebt uns gleichzeitig eines ganz irdischen Problems: das Endlagern entfällt, weil es keine Ewigkeit nach der Ewigkeit geben kann, denn es gebe nur den einen Gott, sage Hegel - doch Renate Künast schränkt ein: Prinzipiell richtig, aber über das Geschlecht sollte noch einmal eine grundsätzliche Debatte geführt werden. Doch Alice Schwarzer fällt ihr in den Rücken und meint: In dem Falle wäre ihr ein unterbelichteter Mann lieber als eine strahlende Frau. "Kernkraft ist und bleibt schmutzig", sagt sie, denn ihre Beherrschung liege jenseits der Vorstellungskraft einer Frau, genauso wie die des Rasenmähers und des Siphons ihrer Spüle.
Und alles, was man mit ökologisch verträglichen Haushaltsreinigern nicht sauber kriege, bleibe schmutzig und hätte deshalb nie erfunden werden dürfen. "Sagt meine spanische Putze, und auch ich habe das verstanden, dank des VHS-Kurses "Wie sag ich's meiner Putze - Spanisch für Vorstadt-Tussen", den ich letztes Jahr erfolgreich absolviert habe."
Seehofer ist das egal: "Die Schwarzer Alice, die kam uns doch schon immer spanisch vor."
Samstag, 31. Juli 2010
Freitag, 30. Juli 2010
die neuen Wetterpriester
Unser Wettergott ist wieder frei, aber er schweigt. Das Wetter kommt ab sofort von seinen Anwälten - und die haben ein Donnerwetter versprochen. Mannheim wird sich derweil warm anziehen müssen. Denn wer dem Himmel nicht nur das Wetter klaut sondern den verantwortlichen Gott gleich mit, der wird sich den Fels nicht heraussuchen dürfen, an den er geschmiedet wird. Auch wird die rohe Leber seiner Feinde einem zürnenden Gott nicht reichen. Es wird vielmehr biblische Ausmaße annehmen: Ei um Ei.
Und was bleibt uns? Ab heute muss das Wetter vor Gericht erstritten werden, und davor sind ja bekanntlich manche gleicher als andere. Es muss also wieder öfter mit Kaiserwetter gerechnet werden. Noch mehr Feiertage werden ins Wasser fallen, weil Arbeitgeber ihre ganze Rechtsabteilung auf den Plan rufen.
Als unser Kachelmann noch das Wetter machte, wussten wir abends um 8, wie das Wetter am nächsten Tag sein würde, und von unseren Frauen konnten wir uns die passende Wäsche herauslegen lassen. Ab heute aber kann der Eilantrag eines jeden, der es sich leisten kann, dafür sorgen, dass das Wetter jederzeit umschlägt. Und aus heiterem Himmel kann uns ab sofort in jeder Sekunde der Blitz treffen.
Das ist nicht schön. Das ist in die Steinzeit zurückkatapultiert. Nur dass das Wetter nicht mehr bei fremden Göttern ist sondern bei unseren schwarzen Priestern.
Und was bleibt uns? Ab heute muss das Wetter vor Gericht erstritten werden, und davor sind ja bekanntlich manche gleicher als andere. Es muss also wieder öfter mit Kaiserwetter gerechnet werden. Noch mehr Feiertage werden ins Wasser fallen, weil Arbeitgeber ihre ganze Rechtsabteilung auf den Plan rufen.
Als unser Kachelmann noch das Wetter machte, wussten wir abends um 8, wie das Wetter am nächsten Tag sein würde, und von unseren Frauen konnten wir uns die passende Wäsche herauslegen lassen. Ab heute aber kann der Eilantrag eines jeden, der es sich leisten kann, dafür sorgen, dass das Wetter jederzeit umschlägt. Und aus heiterem Himmel kann uns ab sofort in jeder Sekunde der Blitz treffen.
Das ist nicht schön. Das ist in die Steinzeit zurückkatapultiert. Nur dass das Wetter nicht mehr bei fremden Göttern ist sondern bei unseren schwarzen Priestern.
Donnerstag, 29. Juli 2010
Die Elite lässt den Hammer fallen
Der Trend setzt sich fort: Die deutsche Elite wirft hin. Aber statt befreit alles weit von sich zu werfen, lassen sie einfach nur den Hammer fallen - und den Diskus, und die Kugel.
Das Bedenkliche bei dieser neuen Welle der Verweigerung ist, dass es dieses mal die vermeintlich frische Elite aus den Neuen Bundesländern ist, die geht und murmelt: "Mann, seid ihr ein Volk."
Wie lässt sich jetzt noch verhindern, dass auch die anderen Leistungsträger in Barcelona allen anderen auf und davon rennen? Was mit denen machen, die mit langen Stangen über die engen und hohen Mauern setzen wollen, die ihre Freiheit umstellen. Wir setzen da auf unsere Bundestrainer und deren Phantasie. Eine Nagelfeile wird sich wohl finden lassen. Aber das Geschäft unserer Funktionäre ist heikel. Gott sei Dank ist das Wissen um den Fluchtreflex nach 89 nicht völlig verschütt gegangen. So konnte gestern der Ausreißversuch unserer Geherin gerade noch auf den letzten Metern verhindert werden. Um sich endgültig abzusetzen, bat diese nämlich ihren Trainer um Zucker, der stattdessen aber geistesgegenwärtig eine Cola light zu ihr auf die Strecke hinausreichte. Weinend ist sie am Ende zusammengebrochen und konnte schnell mit Absperrgittern umstellt werden.
Klammheimlich hat uns jetzt auch der "Vater der Nation" verlassen. Vater, das ist die Spezies Mann, die im Stillen malocht und sich krumm legt, zuhause das Geld abliefert und für ausreichende Ernährung sorgt - weshalb sie auch schon mal liebevoll "mein Ernährer" genannt wird - und bei ihren seltenen Gastspielen zuhause die Kinder erschreckt fragen lässt: "Mama, wer ist denn der fremde Mann?" - "Das war Herr Aldi, unser Gemüsehändler."
Doch unsere wahren Helden werden uns wohl erhalten bleiben: Sauerland bleibt - und der Rest der Duisburger Seelenverkäufer. Aber, wer weiß: Ihre Allerbesten schickt Angie nämlich grundsätzlich in die Wüste. Aber auch "Patex" hat schon Interesse an dem Mann bekundet. Wer so fest an seinem Sessel klebe, habe das Zeug zu "so einer Art Musterhaus".
Das Bedenkliche bei dieser neuen Welle der Verweigerung ist, dass es dieses mal die vermeintlich frische Elite aus den Neuen Bundesländern ist, die geht und murmelt: "Mann, seid ihr ein Volk."
Wie lässt sich jetzt noch verhindern, dass auch die anderen Leistungsträger in Barcelona allen anderen auf und davon rennen? Was mit denen machen, die mit langen Stangen über die engen und hohen Mauern setzen wollen, die ihre Freiheit umstellen. Wir setzen da auf unsere Bundestrainer und deren Phantasie. Eine Nagelfeile wird sich wohl finden lassen. Aber das Geschäft unserer Funktionäre ist heikel. Gott sei Dank ist das Wissen um den Fluchtreflex nach 89 nicht völlig verschütt gegangen. So konnte gestern der Ausreißversuch unserer Geherin gerade noch auf den letzten Metern verhindert werden. Um sich endgültig abzusetzen, bat diese nämlich ihren Trainer um Zucker, der stattdessen aber geistesgegenwärtig eine Cola light zu ihr auf die Strecke hinausreichte. Weinend ist sie am Ende zusammengebrochen und konnte schnell mit Absperrgittern umstellt werden.
Klammheimlich hat uns jetzt auch der "Vater der Nation" verlassen. Vater, das ist die Spezies Mann, die im Stillen malocht und sich krumm legt, zuhause das Geld abliefert und für ausreichende Ernährung sorgt - weshalb sie auch schon mal liebevoll "mein Ernährer" genannt wird - und bei ihren seltenen Gastspielen zuhause die Kinder erschreckt fragen lässt: "Mama, wer ist denn der fremde Mann?" - "Das war Herr Aldi, unser Gemüsehändler."
Doch unsere wahren Helden werden uns wohl erhalten bleiben: Sauerland bleibt - und der Rest der Duisburger Seelenverkäufer. Aber, wer weiß: Ihre Allerbesten schickt Angie nämlich grundsätzlich in die Wüste. Aber auch "Patex" hat schon Interesse an dem Mann bekundet. Wer so fest an seinem Sessel klebe, habe das Zeug zu "so einer Art Musterhaus".
Mittwoch, 28. Juli 2010
Deutsche Unternehmer: Mobilmachung
Immer mehr Ich-AGs machen sich in Deutschland breit. Einzelkämpfer, allesamt. Mit wohlklingenden Namen: Daimler, Deutsche Bank, MLP, und, und, und. Nur noch die Chefs sind übrig geblieben, die Mitarbeiter haben sich längst verstohlen(!) davongemacht. Bei Nacht und Nebel, wie Diebe, eben: eine Wurstsemmel hier, ein Pfandzettel dort, ein altes Kinderbett. Immer der selbe verschlagene Trick, sich für immer vor ehrlicher Arbeit zu drücken. Seitdem ist es einsam geworden um den Chef. Die, die ihm sagen könnten, wie es geht, das Business, faulenzen längst zusammen mit Hartz, dem fahnenflüchtigen Ex-VW-Vorstand auf dessen Yacht im Hafen von Monaco.
Seitdem ist er nur noch Chef seiner eigenen Ich-AG und auf Leiharbeiter angewiesen - und kocht seitdem seinen Kaffee lieber selbst. In einem Crashkurs an der Volkshochschule des Dorfes, an dessen Rand seine Villa steht, musste er Bilanzfälschung lernen, weil seine Spezialisten weg waren und der russische BWL-Student es für zwei Euro fuffzig die Stunde nicht machen wollte. Aber ein Unternehmen, das haben die Chefs hierzulande von Ami-Dummies gelernt, kann zwar auch bei stehenden, ja selbst bei längst abmontierten Bändern florieren, niemals aber ohne eine fachmännische Bilanzfälschung. Und wie Recht sie haben. Heute ist er unterwegs Richtung Schweiz mit den Früchten seiner Arbeit im Kofferraum. In zwei Aluminiumkoffern. Reine Chefsache. Und weil er sein Leben nicht dem Mann von Leihfix-Zahlnix und seinem Staplerführerschein überantworten wollte, fährt er selbst.
Und endlich. Vorwärts Deutschland: Die Unternehmer machen mobil.
Seitdem ist er nur noch Chef seiner eigenen Ich-AG und auf Leiharbeiter angewiesen - und kocht seitdem seinen Kaffee lieber selbst. In einem Crashkurs an der Volkshochschule des Dorfes, an dessen Rand seine Villa steht, musste er Bilanzfälschung lernen, weil seine Spezialisten weg waren und der russische BWL-Student es für zwei Euro fuffzig die Stunde nicht machen wollte. Aber ein Unternehmen, das haben die Chefs hierzulande von Ami-Dummies gelernt, kann zwar auch bei stehenden, ja selbst bei längst abmontierten Bändern florieren, niemals aber ohne eine fachmännische Bilanzfälschung. Und wie Recht sie haben. Heute ist er unterwegs Richtung Schweiz mit den Früchten seiner Arbeit im Kofferraum. In zwei Aluminiumkoffern. Reine Chefsache. Und weil er sein Leben nicht dem Mann von Leihfix-Zahlnix und seinem Staplerführerschein überantworten wollte, fährt er selbst.
Und endlich. Vorwärts Deutschland: Die Unternehmer machen mobil.
Dienstag, 27. Juli 2010
Schleier für Guido?
Der Beitritt der Türkei zur EU ist wieder in weite Ferne gerückt, stellt Westerwelle schmollend fest: Die Türkei will nicht nur nicht mehr, sie darf nicht mehr wollen. Denn die gelebte und historisch gewachsene Feindschaft zu Griechenland verbiete jedem Türken, den Nachbarn finanziell unter die Arme zu greifen. Allah ist groß und anderen in die Tasche greifen ist seliger denn geben, sagt der Prophet - und nur so hätte sich ein EU-Beitritt gelohnt.
Auch will man lieber den Abgang Westerwelles aus seinem politischen Amt abwarten, denn selbst monatelange Befragungen des Korans durch die größten Schriftgelehrten des Landes konnten bislang nicht klären, ob Menschen wie Guido und seine Gespielen unter die Burka oder zumindest unter den verschärften durchblickdichten Schleier mit eingesprungenem dreifachem Salchow (dem einzigen, der falsch herum gesprungen ist) müssten. Auch hat die Aussicht, sich als künftiges Mitglied der EU eine protestantische Staatsführerin einzuhandeln, den Beitrittswunsch doch stark gedämpft. Dabei hatte Westerwelle alles gegeben: eine Weihnachtsansprache direkt nach Wulff. Erdogan lehnte lächelnd ab. Westerwelle konterte mit einer druckfrischen Baugenehmigung - vom Kölner Stadtrat abgezeichnet: Der Überbau des Kölner Doms durch eine Moschee, größer als die Hagia Sophia. Erdogan kam ins Straucheln, blieb aber standhaft. "Zypern", murmelte Erdogan. Jetzt strauchelte Westerwelle. "Und aus dem Bundestag macht ihr mir eine hübsche Döner-Bude", kartete der Osmane nach.
Westerwelle stand wieder - wie ein Mann. Und wusste: Mixas Weg war nicht seiner: Den Schleier würde er nie nehmen.
Auch will man lieber den Abgang Westerwelles aus seinem politischen Amt abwarten, denn selbst monatelange Befragungen des Korans durch die größten Schriftgelehrten des Landes konnten bislang nicht klären, ob Menschen wie Guido und seine Gespielen unter die Burka oder zumindest unter den verschärften durchblickdichten Schleier mit eingesprungenem dreifachem Salchow (dem einzigen, der falsch herum gesprungen ist) müssten. Auch hat die Aussicht, sich als künftiges Mitglied der EU eine protestantische Staatsführerin einzuhandeln, den Beitrittswunsch doch stark gedämpft. Dabei hatte Westerwelle alles gegeben: eine Weihnachtsansprache direkt nach Wulff. Erdogan lehnte lächelnd ab. Westerwelle konterte mit einer druckfrischen Baugenehmigung - vom Kölner Stadtrat abgezeichnet: Der Überbau des Kölner Doms durch eine Moschee, größer als die Hagia Sophia. Erdogan kam ins Straucheln, blieb aber standhaft. "Zypern", murmelte Erdogan. Jetzt strauchelte Westerwelle. "Und aus dem Bundestag macht ihr mir eine hübsche Döner-Bude", kartete der Osmane nach.
Westerwelle stand wieder - wie ein Mann. Und wusste: Mixas Weg war nicht seiner: Den Schleier würde er nie nehmen.
Montag, 26. Juli 2010
mit Placebo über Buckelpisten
Als ich mich damals - immer im Morgengrauen - noch müde zur Praxis schleppte, um meine letzten Haare mit einem "hundertprozentig wirksamen" Verfahren zu retten, konnte ich mir lange nicht erklären, warum es bei mir wirkungslos blieb. Heute weiß ich: Herr Doktor war die Inkarnation eines Nocebos und sein kahler Kopf leuchtete wie eine Bowlingkugel. Alles an ihm signalisierte: Bei mir wirken ausschließlich die Nebenwirkungen. Und er trug Lacoste und seine Wände waren mit Golftrophäen zugestellt. "Von dir lass ich mir keinen Einlauf machen, dachte ich noch - bestenfalls eine Stunde Abschlag-Training würd ich bei dir buchen", aber da wars schon zu spät: Der Powerseller in Weiß hatte gerade schon sein gesamtes Equipment an mich verkauft, hatte sich behutsam über die Glatze gestrichen und gelächelt: "Das kriegen wir schon hin."
Zwei Jahre später - ich war bereits völlig kahl - wurde mir ein neuer Arzt im Nachbarort empfohlen. Der hatte Rastalöckchen, die in ihren verfilzten Ausläufern ihm bis über seinen dürren Hintern reichten und machte den ungepfelgten Eindruck eines Althippies. Ich bekam sofort einen Hautausschlag und einen Herpes, der sich gewaschen hatte - und meine Haare fingen spontan an zu wachsen und bald zu wuchern - und begannen schnell über den Augen zu knistern - bei jedem Naserümpfen. Mit diesen Merkmalen musste ich einfach Finanzminister werden. Darüber bin ich meinem Rasta-Arzt, dieser unappetitlichen Inkarnation des Placebos, heute noch dankbar, denn bald kriegte ich eine unverschämt junge Skifahrerin ab, die mich seitdem nächtens über so manche Buckelpiste gejagt hat.
Und jeden Abend fischt sie aus der "viele, viele bunte Smarties-Dose" die blauen und beißt die Rundungen ab. Schon das erregt mich. Aber nach dem Schlucken werd ich zum Tier - und haarig wie ein Affe.
Zwei Jahre später - ich war bereits völlig kahl - wurde mir ein neuer Arzt im Nachbarort empfohlen. Der hatte Rastalöckchen, die in ihren verfilzten Ausläufern ihm bis über seinen dürren Hintern reichten und machte den ungepfelgten Eindruck eines Althippies. Ich bekam sofort einen Hautausschlag und einen Herpes, der sich gewaschen hatte - und meine Haare fingen spontan an zu wachsen und bald zu wuchern - und begannen schnell über den Augen zu knistern - bei jedem Naserümpfen. Mit diesen Merkmalen musste ich einfach Finanzminister werden. Darüber bin ich meinem Rasta-Arzt, dieser unappetitlichen Inkarnation des Placebos, heute noch dankbar, denn bald kriegte ich eine unverschämt junge Skifahrerin ab, die mich seitdem nächtens über so manche Buckelpiste gejagt hat.
Und jeden Abend fischt sie aus der "viele, viele bunte Smarties-Dose" die blauen und beißt die Rundungen ab. Schon das erregt mich. Aber nach dem Schlucken werd ich zum Tier - und haarig wie ein Affe.
Abonnieren
Posts (Atom)