Sonntag, 25. Juli 2010

Finanzmarkt für Squaws

Unsere Finanzexperten wissen: Wein und Whisky schlagen Gold als Anlageform um Längen! Aber Vorsicht: Der Weg zum Aldi wäre der falsche. Stattdessen hat der wahre Anleger vor zwei Wochen schon abgelegt, um in der Nordsee auf schwankenden Barkassen auf jede Flasche Schampus zu bieten, die aus einem Wrack 100 Meter unter ihnen gerade geborgen wird, das dort mitsamt seiner kostbaren Fracht seit Fünfzehnhundert-Ungerade liegt.
Das ist besser als pures Gold - weiß schon dieser berühmte Indianerhäuptling, dessen Squaw ihm damals die Goldklumpen zurück an den Kopf geworfen hat mit den berühmt gewordenen und zornigen Worten: "Davon krieg ich dich und deine Kindern nicht satt!" Mit Schampus könne man aber immerhin rauschende Feste feiern oder schlimmstenfalls aus zähem Büffelfleisch einen köstlichen Sauerbraten bereiten, weiß seitdem der gelehrige in Federn Gekleidete.
Die reichen Anleger haben ihn gehört und haben dazugelernt. Denn Geschichte ist etwas, das sie klug gemacht hat. Nie wieder wollen sie für drei Laib Brot eine ganze Häuserzeile in der Innenstadt Frankfurts an einen amerikanischen Kriegsgewinnler abgeben müssen - egal welcher Religionszugehörigkeit. In der nächsten Krise würden sie mit Wein und Whisky auf den Schwarzmärkten kriegen, was sie zum Überleben brauchen. Voraussichtlich kriegen sie das dann von den Kleinanlegern, die rechtzeitig in einen Schrebergarten investiert haben. Für die genügt dann aber auch Aldi-Whisky. - voll und ganz!
Und so bliebe alles beim alten: Die einen schuften für ihr Geld, die anderen bescheißen sie um selbiges.

Samstag, 24. Juli 2010

die vier Wege zur Wahrheit

Es gibt immer zwei Wege - rektal oder oral. Und das gilt auch für Placebos:
Europa spart und konsolidiert seine Haushalte - Amis und Briten drucken Geld.
Europa setzt auf teure Photovoltaik und Windkraft - der Rest der Welt nimmt sich das eingesparte Öl und die Kohle für billig Geld und fackelt ab, was das Zeug hält.
Wissenschaftler in Europa prangern Missstände an und bringen Politiker wenigstens zum Nachdenken - die Angelsachsen kaufen ihre Wissenschaftler mitsamt ihren Gefälligkeits-Studien.
Doch zurück zu den Placebos. Ein Placebo ist ja ein Mittel, das vergessen lässt, dass etwas krank, etwas außer Kontrolle geraten ist. Nehmen wir die von Obama: We want our Money back. Die Banker wissen, das ist ein reines Placebo, das nur wirkt, wenn man dran glaubt. Und kontern: Dann druckt euch doch welches! Wohlwissend, dass dies längst getan wird, denn damit wurde der Wahlkampf des falschen Fuffzigers schon finanziert.
Oder: Stopp boring me with the oil. BP spürt: Das ist ein Placebo, stark wie Opium! Denn der Obama will das Öl, weil er es braucht - als Schmiermittel für seine Gegner. Und BP lässt in umnebelte Hirne noch folgende Botschaft hochdotierter Forscher in ihren Diensten nachsickern: Das Öl tritt im Golf seit dem unsäglichen Erdbeben auf Haiti aus, und BP habe alles Menschenmögliche getan, um dieses Unglück von der Menschheit abzuwenden. Ganz selbstlos und auf eigene Kosten.
Placebo ist also der dritte Weg der Wahrheit: Betäube den Schmerz der grausamen Wahrheit, bis sie sich hinter dem neuen Wohlbefinden verbergen kann.
Und es gibt einen vierten Weg, das Doppelplacebo. Nehmen wir das letzte von von Guttenbergs zahlreichen: Er will die Bundeswehr abschaffen, aber wir wissen inzwischen, das war nur ein Placebo. Eine Woche später will er sie dann doch lieber aufrüsten zu einer hocheffizienten, schlagkräftigen Truppe, und wir grinsen: Ätsch, reingelegt, ein Placebo! Aber bevor auch der letzte von uns begreift: Dieser vierte Weg der Wahrheit, das ist "viel Wind um nichts", ist unser adliger Schaumschläger längst Familienministerin und erklärt uns "endschlüssig" das mit den Störchen.

Freitag, 23. Juli 2010

Piss dich aus, Graf Theodor!

2.6.2010: Die Wehrpflicht ist ein Anachronismus und muss weg. Das durchzusetzen wird jedoch ausgesprochen schwierig. Für den Verteidigungsminister ist das Vorhaben eine Bewährungsprobe.
12.6.2010: Der Verteidigungsminister lässt sich nicht beirren: Zwar werde man die Wehrpflicht nicht sofort einstellen - aber "faktisch wird sie in zehn Jahren wohl abgeschafft sein."Die Union verliert Kontrolle über Guttenberg
Der Verteidigungsminister riskiert den nächsten Großkonflikt in der schwarz-gelben Koalition. Gegen den heftigen Widerstand führender Unionspolitiker forciert er die Abschaffung der Wehrpflicht - und verbindet sogar sein politisches Schicksal mit dem Reformprojekt.
Guttenbergs Argumente: "Bei einer hochprofessionellen, bestens ausgerüsteten und flexiblen Einsatzarmee haben Sie kaum noch die Kapazitäten, Rekruten auszubilden."
23.7.2010: Guttenberg lehnt eine Streichung der Wehrpflicht aus dem Grundgesetz grundsätzlich ab. Eine mögliche Aussetzung der Wehrpflicht ließ er allerdings offen.Ende August werde es eine „belastbare Grundlage“ geben, bis dahin werde „keine Vorentscheidung“ getroffen. Die bisher bekannt gewordenen Modelle für eine Bundeswehrreform seien nur „Wasserstandsmeldungen“
Dann piss dich endlich aus, Herr Graf! Du schönste der Fahnen im Wind. Der Fluch des Internets soll dich treffen!
Früher, in den guten alten Zeiten, konnte ein Politiker seine Meinung, die er nie hatte, durch neue, noch schönere Worthülsen ersetzen - ungestraft und unabgewatscht und täglich. Denn die Zeitung von gestern war mit den Schuppen und den Fischgräten längst in den Müll gewandert, und man konnte sich nie sicher sein, ob einem das Gedächtnis nicht über Nacht einen Streich gespielt hat. Heute könnte uns das WWW diesen adeligen (L)Affen rausgoogeln und rauskugeln, denn da steht - bis zum nächsten Atomkrieg - das Gequacksalberte unserer Gesalbten, um sie zu entlarven. Ein Archiv der Beliebigkeit.
Doch was tun wir? Aus Angst vor der Fratze des Blöden lassen wir unseren Luschen die Maske der Lichtgestalt, die wir jeden Tag wieder bereit sind ihnen zu geben.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Arme einsame Angie

Die erste Reihe ihrer Männer ist schon gegangen, die zweite packt schon mal die Koffer, aber unsere First Lady glaubt, die fahren in die Ferien, wie sie. Doch nur sie verbindet ihre Abreise mit der Drohung: "Auf jeden Fall können Sie damit rechnen, dass ich wiederkomme." So reagieren und regieren Unbelehrbare - oder Ahnungslose. Denn schon wollen die Grünen Neuwahlen, und die SPD ziert sich zwar noch, weil sie an ihre Chance noch gar nicht so richtig glauben will, aber spätestens nach den Ferien soll`s losgehen.
Weil aber Reisezeit ist, kann jetzt folgendes passieren: Unsere Politiker kommen braungebrannt zurück - und wir sind nicht mehr da.
Nicht nur, dass seit Jahren mehr abhauen als kommen und dass die, die gehen, meist mit mehreren Aluminiumkoffern gehen, während die, die kommen, mit leeren Schuhkartons kommen, in denen sie hier die kalten Nächte verbringen - viel problematischer ist, dass gerade ganze Bundesländer einpacken. 48 Prozent der Baden-Württemberger wollen den Anschluss an die Schweiz. Die Mir-gäbbet-nix-Schwaben haben ihren angeborenen Geiz wieder unter der dünnen Decke sozial-demokratischer Erziehung der längst vergangenen Blütezeit unserer Republik hervorgezerrt und wollen sich am rettenden Ufer der Schweiz vertäuen. Im Norden nämlich und im Osten wohnt diebisches arbeitsscheues Volk, das den Reichtum des Ländles seit Jahrzehnten ungeniert ausraubt. Damit soll jetzt Schluss sein.
Auch Koch ist in geheimer Mission schon im Alpenvorland gesehen worden, denn die Flucht vor Angie wollte er nie alleine antreten. Seine Hessen sollen mit, Wiesbaden, Kassel und Fulda auch. Und überhaupt: Das ganze Land soll Teil der Großschweiz werden. Seehofer macht auch mit, weil sich so eine längst geplante Moschee direkt neben der Liebfrauenkirche am elegantesten verhindern lässt - und die vielen in ihren Schatten migrierenden Beter.
Doch keiner wird den Übergang in die neue Alpenrepublik besser schaffen als die Baden-Württemberger, denn die konnten bislang alles - außer Hochdeutsch. Darauf pfeift man aber in der neuen Republik - und Angie auf dem letzten Knopf ihres unsäglichen Kostümjäckchens, wenn sie heimkommt - in eine Republik, die der Mangel-Republik ihrer Kindheit ähnlicher geworden sein wird.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Abi für Ali, Abi für alle!

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat seine Partei zum Nachdenken darüber aufgerufen, warum sich sozial Schwache nicht so stark an Volksentscheiden wie jüngst in Hamburg beteiligen. „Wir müssen uns fragen, wie dabei eine gleichberechtigte Mitwirkung von allen möglich ist."
Volksentscheide taugen nur so lange, solange ihr Ergebnis vorher festgelegt werden kann. Das wissen alle etablierten Politiker etablierter Parteien. Und da gehören die Grünen inzwischen dazu. Der Aufschrei nach dem "falschen" Votum ist deshalb nur allzu verständlich. Dass es vom Schwaben Özdemir kommt, hat aber im Zusammenhang mit dem Hamburger Votum ein besonderes Gschmäckle. Denn, dass ausgerechnet "seine" Migranten nicht zur Wahl gegangen waren, war schon fast undankbar und ließe sich künftig nur ändern, wenn die Grünen den Wahlspruch "Fördern u n d Fordern" verinnerlichen würden. Lernt deutsch! Kümmert euch um eure Kinder!
Geht wählen! Mit Grünen geht so was nicht.
Die brauchen sozial Schwache, die das trotz Hilfe bleiben müssen, damit sie ihr soziales Engagement an ihnen austoben können - bis in alle Ewigkeit. Schließlich haben sie so ihre eigenen Kinder erzogen wachsen lassen - wenn sie überhaupt welche haben.
Seit den 60igern haben wir in Deutschland Migranten. Von besonderen schulischen Problemen bei Italienern, Spaniern und Jugoslawen habe ich nie gehört. Wenn jetzt Kinder bildungsferner Eltern massive Probleme haben, dass dies selbst auf PISA-Wertungen durchschlägt, muss man tatsächlich etwas für diese Kinder tun. Irgendwelche Fördermaßnahmen, die am Besten die ganze Familie mit einbeziehen. Das Schulsystem hierzulande umzukrempeln, ist allerdings der idiotischste Weg. Das deutsche Schulsystem war in Europa lange gefürchtet, weil es besser war als alle anderen. Und dies wäre vermutlich heute noch so. Wenn unsere Politiker den europäischen Gleichmachern nicht auf den Leim gegangen wären.
In Korea, China und Indien grinsen sie sich einen, wenn sie unsere Bildungsdebatten hören, bilden ihre Kinder nach den Vorgaben eines extrem fordernden Schulsystems aus - wie das gute alte deutsche eben - und übernehmen die Welt - kampflos, so lange wir von Thomas Gottschalk als Klassenlehrer für alle träumen - und einem Abi für alle.

Dienstag, 20. Juli 2010

Mixa wird Nonne

Walter Mixa hat eine Bleibe gefunden: Der Ex-Bischof zieht ins Kloster nach Fünfstetten. Die örtliche Jugend findet das "cool". Nun gut, die Jugend vom flachen Land war schon immer anders. Und Mixa ja schließlich auch, denn in der so Gott will schwach besetzten Liga der BrüBis, war er wohl einsame Spitze. Und dass er jetzt in einem Franziskanerinnen-Kloster abtaucht, wen kann so etwas wirklich noch überraschen. Die katholische Kirche ist unter den Kirchen längst die urkomischste geworden. So staunt man auch nicht mehr als eine Sekunde darüber, dass der Kung-Fu-Meister Woppmann katholischer Ortsgeistlicher von Fünfstetten ist – und dass dieser erst vor kurzem zweifelsfrei nachweisen konnte, dass er nicht Mixas leiblicher Sohn ist, kann uns nur ein müdes Grinsen entlocken. „Meine Mutter hat Walter Mixa bis zu meiner Diakonenweihe nicht gesehen.“ Und Liebe macht so blind nun wirklich nicht. Vor allem weil Mixa ja schließlich im Zölibat lebte und nicht in Fünfstetten. Als 14. Franziskanernonne im Kloster wird der ehemalige BrüBi sich künftig eh mit ganz neuen Problemen herumschlagen müssen. Auch darin hat er in Woppmann offensichtlich den richtigen Kampfgefährten gefunden. Der Ortsgeistliche ist nämlich ausgebildeter Bodyguard, der Mixa "schützen und coachen könnte."
Und nimmt Woppmann den Ehrencodex alter Kung-Fu-Meister ernst, immer auf der Seite der Bedrohten und Schwachen zu stehen, muss uns um die Dorfjugend in Fünfstetten nicht bange werden.
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