Montag, 19. Juli 2010

Ole, olé!

Jamaica halten nur wenige aus - ohne Dauerjoint. Zu heiß, zu schwül und Musik, die nur dadurch entsteht, dass die Bandmitglieder mit dem ersten Ton schon versuchen, sich gegenseitig aus dem Rhythmus zu bringen. Kulturschock pur, also. Keine Zwischentöne, nur schwarz-weiß. Und dann dieser ständige öde Blick über ein ödes Meer.
Ole, olé!
Wir können dich so gut verstehen. Und würden es auch so gerne können, einfach hinschmeißen und wissen: die Pensionen reichen - üppig. Doch ich fürchte, wir müssen - im Gegensatz zu euch CDU-Weicheiern - die Merkel irgendwie aushalten. Auch uns gefällt das, weiß Gott, nur selten!
Und, Ole, beim Jürgen schon, ja beim Rüttgers Jürgen, hätten wir Männer einfach besser zusammenhalten müssen und nicht kampflos das Feld überlassen dürfen. Jetzt entsteht wieder einmal der völlig falsche, weil völlig zufällige Eindruck, der da heißt: Lasst doch gleich die Frauen ran, wenn was klappen soll! Denn sie haben nun mal einfach die größeren Klappen - und die Kraft. Das hätten wir wissen können. Und diese Kraft suggeriert ihnen: "Das kann ich notfalls auch ganz allein, aber ich mach es erst einmal zusammen mit meiner Betschwester von den Grünen, der Löhrmann - Übermacht hin, Übermacht her, sind ja schließlich nur Männer!"
Und jetzt noch mal zu Dir, Ole. Wer Schwarz-Grün wollte, muss auch Schwarz-Grün können, irgendwann und irgendwie. Nimm dir ein Beispiel an Angie. Die wollte Schwarz-Gelb und jetzt kriegt sie endlich Schwarz-Gelb, dass es sich gewaschen hat. Nee, nicht mit dem Kreisligaspieler Westerwelle sondern mit Hu und Wen. Da sind Weltmeister unter sich. Ein schwarz-gelber Exportschlager also.

Sonntag, 18. Juli 2010

Polanski, stell Dich, Du Sau!

In Deutschland besteht kein Fahndungsaufruf gegen Herrn Polanski. Das habe die Bundesrepublik vor langer Zeit schon beschlossen, heißt es stolz aus dem Justizministerium, und es erfüllt mich einmal mehr mit Stolz, Deutscher zu sein - und dieser Bananenrepublik angehören zu dürfen.
Die selben merkwürdigen Gestalten, die einen Priester nach dem andern an die Wand genagelt haben - und das mit Recht, lassen einen Polanski nicht nur laufen, er sei ihnen auch willkommener Gast. Was ist das?: Muss man dem Schöpfer von "Tanz der Vampire" und "China Town" verzeihen, weil keiner Gewalt an anderen schöner "in Szene" setzen kann als er. Oder ist es ein Stück bislang unerfüllter Sehnsucht, die zu unserer Karthasis wahr werden darf, weil sie wahr werden muss? Achtzig Prozent der Väter haben in Lustträumen schon einmal mit ihren Töchtern geschlafen, sagen unsere Psychologen. Sind also unsere Polanskis und Charlie Chaplins nichts anderes als Regelventile an einem Kessel, der unter Hochdruck steht?
Egal wie: Polanski hat zwei Verbrechen begangen:
a. er hat mit einer 13jährigen geschlafen
b. er hat sie dabei vergewaltigt
c. - und das in aller Ausführlichkeit.
Selbst der blutigste Kettensägen-Mörder-Film aus seiner Feder könnte mich in dieser Einschätzung nicht umstimmen. Vielleicht weil ich kinderlos bin.
Und lassen wir nur einen davonkommen, wird alles relativ: ganz schnell die Moral, irgendwann dann auch die Gerechtigkeit. Schließlich relativiert sich die Menschlichkeit. Und am Ende fehlt der "rechte Weg".

Samstag, 17. Juli 2010

Achtung Mordprozess

Achtung Mordprozess, denn unsere Richter werden uns ein weiteres Mal lehren, wie man wirklich zwischen Gut und Böse unterscheidet. Dieser Brunner, dieser Spinner, werden sie uns auf die Probe stellen, wie kommt der überhaupt dazu, einen rechtschaffenen Bürger zu schlagen? Nur weil der gerade aus Übermut kleine Kinder drangsaliert? So geht`s nicht. Wer so ausrastet, der darf "notfalls" auch totgeschlagen werden, und es winkt ein Freispruch erster Klasse. Das war der erste dicke Fehler, lernen wir, der erste dicke Fehler des Mannes, den wir uns doch beinahe zum leuchtenden Vorbild genommen hätten. Da kann man mal sehen, wie schnell man Unsinn bereit ist zu tun. Gott sei Dank haben wir unsere Richter. Zweiter dicker Fehler des Mannes, den wir uns beinahe zum Vorbild genommen hätten: Die Memme ist vor Angst gestorben, nicht etwa an den 22 "schweren und schwersten" Verletzungen, die ihm die beiden "Opfer" wohl aus Notwehr zufügen mussten. Zum Schluss mit einem Schlüsselbund in der Hand. Denn keine war wirklich tödlich, sagen die Männer in Schwarz. Und wie kommt ein Herr Brunner überhaupt dazu, einzugreifen, wenn er doch wissen muss, dass sein zu großes Herz dabei stehen bleiben kann, was es ja dann auch wirklich getan hat? Das ist peinlich, suggerieren uns unsere Richter - und das mit Recht - und wir können froh sein, dass wir solche Richtungsbojen im Nebel dieses Lebens haben. Aber die Krone an Geschmacklosigkeit ist, dass dieser Herr Brunner einen Kampfsport ausübte! Man stelle sich dies vor: Da geht eine Kampfmaschine auf zwei Münchener Kinder los, nur weil die eben mal ein paar kleinere Kinder in eine Art "Schutzhaft" genommen haben.
Ein Held wird demontiert: Eine ganz normale Karriere in Deutschland, also.
Und unsere Richter haben uns wieder zurück auf die richtige Bahn gebracht: Eingreifen, helfen, das tut man einfach nicht, denn es ist nicht rechtens.
Wir sollten jetzt den kollektiven Mut aufbringen, nach München zu pilgern und uns persönlich - jeder einzelne von uns - bei Markus S. (19) und Sebastian L. (18) zu entschuldigen. So viel Eingreifen darf, ja muss sein. Denn sie sind die wahren Helden unserer Zeit, Helden, auf die Eltern stolz sein können: Nix gefallen lassen, schon gar nicht von Erwachsenen, und schon überhaupt nicht von fremden Erwachsenen. Die beiden haben alles richtig gemacht. Recht so!

Freitag, 16. Juli 2010

Die schönen Sächsinnen

Sächsinnen sind die schönsten Frauen Deutschlands - ohne Zweifel. Dass die schönste der Schönen dann doch meist die Miss aus Hannover wird, liegt an der dritten Runde des Conquests, wo man seinen Namen und sein Hobby preisgeben muss. Nun ist Laubsägearbeit als solches ja noch ganz putzig und verbietet deshalb jeden Einwand, aber "die Sprooche machd den Deil des Gonggwesd mödderisch", sagen die Sächsinnen und landen abgeschlagen auf hinteren Plätzen.
Das Geheimnis ihrer Schönheit wurde jetzt an der Uni Wien enthüllt. Dort wurde an High-Heels geforscht und an ihren schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit ihrer Trägerinnen. Zur Pressekonferenz referierten völlig verschlafene Jungwissenschaftler, denn ihre Feldversuche führten sie Nacht für Nacht in die Nightclubs der Stadt und in jene dunkle Gassen, wo Frauen willig waren und schön, weil höher gelegt. Selbst dem pickelgesichtigsten unter ihnen war nämlich aufgefallen: Stell eine Durchschnittsfrau auf High-Heels, und sie wird eine Königin mit langen Beinen, Knackarsch und einer Oberweite mit ein bis zwei Körbchengrößen höher. Den Rest macht der "Von-oben-herab-Blick", der Männer zu Sextanern schrumpfen lässt und ihr Allerheiligstes auf die Größe ihres Blinddarms, der davon unweigerlich zu schmerzen beginnt. Obwohl so angeschlagen, gelang es den Männern der Wissenschaft soviel Verstandesklarheit übrig zu lassen, dass sie den unangenehmen Konsequenzen des High-Heel-Tragens doch noch auf die Spur kamen: Die Achillessehne verkürzt und verdickt sich, was High-Heel-Frauen Schmerzen bereitet und oft zum Aufgeben zwingt - speziell in einer finanziell lukrativen Ehe. Anders die Sächsinnen: Deren Achillesferse - haben wir gerade gelernt - liegt wo ganz anders, deshalb sind die schmerzfrei schön.
Der Schmerz liegt hier im Ohre des Betrachters.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Verhungert - am langen Arm von Verpackungskünstlern

Ein Architekt kann hierzulande Umbaumaßnahmen stoppen lassen, indem er auf sein Urheberrecht pocht, denn er gilt nicht nur als oberster Bauarbeiter im „Schwarzmann“ sondern auch als Baukünstler. Und sein Urheberrecht geht auf seine Erben über – und dann auf deren Erben. Ein Witz? Nö. Leben in einem Architektenhaus heißt leben in einem Kunstwerk, das dem Besitzer offensichtlich.nicht gehört, zumindest nicht uneingeschränkt.
Angst greift um sich. Haben meine Eltern ein Urheberrecht an mir? Und wenn ich jetzt hier ein Familiengeheimnis preisgebe, werden mich dann die Erben Miros vor Gericht zerren? Ich fürchte ja: „Unser“ Miro, der im Esszimmer seinen Platz gefunden hat, als Großonkel Peter gestorben war und großzügig seine Hinterlassenschaft verteilte, geriet schon drei Tage später unter Spei-Beschuss meines Jüngsten. Seitdem hat „unser“ Miro ein Loch. Denn die Spinatflecken gingen nicht einmal mit Spüli raus, sodass ich gezwungen war, die Stelle großzügig herauszuschneiden.
Ganz neu muss ich seit heute auch den Besuch meines Schreiners werten, der gleich zweimal die Nase rümpfte. Das zweite Mal, als ich die Tür „seines“ Bauernschrankes mit dem Fuß zu kickte und kurz davor schon, als er die verdreckten Straßenschuhe meiner Ältesten darin entdeckte und das Brett, auf dem sie standen, das ich dort nachträglich hinein gehämmert hatte.
Banausentum ist oft nur unschuldige Unwissenheit!
Und seit heute Morgen weiß ich: Auch da kann etwas nachkommen. Ich werde nach Veröffentlichung dieser Zeilen den Rest des Vormittags damit verbringen, den Schrank komplett auszuräumen, zurückzubauen und sanft grundzureinigen. Dann werde ich meiner Familie schonend beibringen: Nur anschauen, nie nutzen. Aber vorher noch ein schnelles herzhaftes Frühstück. Doch was, wenn der Käseaufschnitt aus der Kühltheke meines Discounters Verpackungskünstler aus Holland auf den Plan ruft - mit den Worten: „Dass wör Ir Keis` gäweissen!“ Ich ahne, das wird heute so weitergehen – am laufenden Band. Und am Ende werde ich doch noch völlig verwirrt vergessen „das Fragezeichen“ zu wählen.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Amis, eben!

93 Amerikaner verwechseln das Gas- mit dem Bremspedal, und Toyota ruft 8 Millionen Autos zurück. Teuer, gibt Toyota zu - einige Milliarden hat dies das Unternehmen schon gekostet - aber teuerer wäre geworden, 500 Millionen Amerikaner zurückzurufen, um ihnen die Grundkenntnisse modernen Autofahrens mühsam beizubringen.
Wer unter der Woche auf dem Pferd unterwegs ist, den verwirren am Wochenende diese vielen Pedale, wo eigentlich nur Steigbügel sein sollten.
Überhaupt ist das amerikanische Volk ein besonders verwirrtes - mit viel zu vielen Anwälten, die am Hungertuch nagen und deshalb die Verwirrtheit ihrer Landsleute vor Gericht zu Geld machen müssen. Das mit der Mikrowelle und dem nassen Pudel muss an dieser Stelle ja nicht mehr ausgebreitet werden, denn der Pudel ist für uns längst das bei den Amerikanern, was für Amerikaner das Sauerkraut bei uns ist.
Aber dass die amerikanische Nationalmannschaft die spanische Fischereibehörde auf Herausgabe des WM-Pokals verklagt hat, nur weil an ihren Kraken der Aufkleber fehlte: "Niemals weissagen lassen", macht das inneramerikanische Problem zu einem weltumspannenden. Und da hört der Spaß auf. Überhaupt hat der Spaß mit den Amis längst aufgehört, spätestens als die lustigen Amikids die amerikanische Finanzbehörde verklagten, weil das bunte Spielgeld, das sie an der Börse verbraten haben, echte Bucks waren, aber ohne den Aufdruck: Achtung, kein Spielgeld. Sie klagten auf Milliarden, weil sie durchaus bereit gewesen wären, die geforderten Tannen zu zahlen, die Greenspan im Falle der Zuwiderhandlung von ihnen forderte. Ein deutscher Einwanderer, der in Amerika seine Schlosserlehre beenden wollte, hatte den ratlosen Brokern, die nur Zahlen aber keine Buchstaben konnten, nämlich vorgelesen, was auf einer ordnungsgemäß gelabelten Dollarnote als Hinweis stand: Pay attention! It's no chip. Don't eat' em, don't put it on red or black! - Du zahlst ein Tännchen, wenn du Geld frisst, als wären's Chips, und wenn du es bunt anmalst."
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