Dienstag, 8. Juni 2010

Mahlzeit!

Frisst "a gschdandene" Wildsau Gurken - im Zweifelsfall auch eine ganze Truppe? Oder nur noch Trüffel und Pommes Frites, säckeweise -wie serviert von ambitionierten Bürgern in den Vororten von Berlin. Eins muss zumindest festgehalten werden: Sie sind schon da - in der Bundeshauptstadt, und selbst eine konsequente Beschießung kann nichts mehr dagegen ausrichten. Sagt die zuständige Forstbehörde. Ob Gurken in dieser als Sandbüchse verschrienen Gegend trefflich gedeihen, muss dagegen bezweifelt werden. Aber dieser Lernprozess, der uns zu begreifen lehrt, dass solche Großstadtgurken ungenießbar sind, wird uns zunächst einige Magenschmerzen bereiten. Und Wildsau strahlt! (so stark wie Bayern 3) Zum Endlagern im Enddarm völlig ungeeignet. Bliebe das Sahnetörtchen in der Mitte. "Ausgewogen", heißt die Eigenwerbung. Die Hängebacken dieses Gaumenschmauses beweisen aber deutlich, das hätte zwecks besserer Standfestigkeit eine Portion Sahnesteif mehr vertragen. So wird es die Grätsche machen, bevor der Appetit kommt. Und so bewahrheitet sich aufs Neue: Jedes Volk verdient sich das Essen, das es sich selbst gekocht hat. Armes hungriges Deutschland.

Montag, 7. Juni 2010

Beton - es kommt drauf an, was dabei raus kommt

Faszinierende Neuentwicklungen im Bereich Beton: poröse Betonsteine sollen Heimat für Milliarden von Bakterien werden. In verschmutzte Gewässer geworfen filtern sie dort die Schadstoffe heraus und lassen klares Wasser zurück.
Ein weitere Neuheit auf dem Gebiet des Baustoffes, für den schon immer galt: Beton, es kommt drauf an, was man draus macht - bringt Licht ins Dunkle. Glasfasern machen das, die quer durch die Wände gelegt werden und so "Sonne" in finstere, weil fensterlose Räume bringen.
Schöne, neue Welt, auf die wir uns freuen dürfen, weil sie wieder einmal ein Stückchen besser geworden ist. Doch dies hat über Nacht die Mächte der Finsternis auf den Plan gerufen, für die die Welt nur gut ist, wenn sie tot ist - mit folgendem perfiden Instrument: poröser Beton, angefüllt bis zum Rand mit Bazillen, die aus klarer reiner Luft äthergeschwängerte Dämpfe machen - durchzogen von einem pilzartigen Geflecht aus Hohlfasern, die das Außenlicht einsaugen, um es im Innern für immer auszuschalten. Das ganze geformt zu einer lieblichen, aber nicht zu lieblichen Gestalt.
Und sie sind unter uns und haben längst Fraktionsstärke. Und die Wiederstandsfähigsten von uns haben ihnen einen Namen gegeben, der im Dämmerlicht ganz schwach in unser Delirium dringt: "Betonköpfe".

Sonntag, 6. Juni 2010

Merkels Biotonne

Wulff wird Bundespräsident. Stellt sich die Frage: Wurde die Arbeitsministerin von der Leyen, Spielerin der ersten Garnitur im Kabinett, von der Laien-Spielerin Merkel tollpatschig an die Wand gespielt. Oder obwaltete der bei solcherart „Bindfadenschaften“ wahrscheinlichere Zustand des Zickenkrieges. Werden wir es jemals erfahren? Wohl kaum. Denn der Gesamt-Zustand der deutschen Politik, von „Bindfadenschaften“ längst dominiert, lässt nicht nur solche Fragen offen, diese Fragen machen einem ganzen Schwarm neuer Fragen den Weg in die Öffentlichkeit frei, wie der Deckel einer sommerheißen Biotonne. Und so muss man, ob man es erträgt oder nicht, die erste Frage, die sich breitmacht, auf der Zunge zergehen lassen: Hat sie auch an Köhlers Abgang gehäkelt? Zu fadenscheinig? Egal wie, der Abgang von Koch und Köhler, den die Kanzlerin aufs „Härteste“ bedauerte, bedarf brutalstmöglicher Aufklärung. Weil wir inzwischen wissen: Deckel drauf und Endkompostieren wie Kohl, kann sich dieses Land nicht noch einmal leisten. Denn schon beginnt die politische Funzel Schröder in dieser auf Dämmerung heruntergedimmten politischen Landschaft im Nachhinein zu leuchten wie eine Lichtgestalt. Und dies wird dieser Gestalt nun wirklich nicht gerecht.
Und so tut „Mann“ gut daran, wenn er sich einen wahrhaftigen Eindruck von der politischen Stimmungslage machen will, das zu tun, was er macht, wenn er sich Zwang seines Amtes als Ehemann ein Bild vom Diskussions-Intrigen-Quengel-Gefüge seiner besseren Hälfte machen möchte: Er geht hinters Haus und greift tief und beherzt in die Biotonne.

Samstag, 5. Juni 2010

die Affen sind los

Die Affen sind los. Fussball-WM, eben. Doch diesmal ist alles anders: Paviane bedrohen Südafrika-Touristen. Was als Wegelagerei begann, ist jetzt kurz vor dem
Anpfiff generalstabsmäßige Abzocke geworden. Schon hat man direkt hinter den Zollschranken der Flughäfen Sandwich-Buden aufgeschlagen, die jedem Einreisenden ein halbes Toastbrot verkaufen, das er am Ausgang Pavian-Wächtern übergeben muss. Wer dies versäumt, riskiert seine Fan-Utensilien. So wurde von Pavianen berichtet, die sich unter der Kappe der argentinischen Mannschaft und dem blau-weiß gestreiften Leibchen am Bierstand vor dem Stadion die Kanne geben konnten - für lau, weil man glaubte, Maradona erkannt zu haben.
Und der Minister für Sexual Correctness warnt: Paviane, die am Morgen schon satt sind, drängt es nach sozialen Kontakten, und die gerade angereiste Gräfin von Thurn und Taxis ergänzt mit leuchtenden Augen: Die schnakseln gerne. Und was lange nur eine vage Sorge war, wird jetzt wahr: Die fünf Clanchefs der Fellträger erlauben nur noch Staatsführern mit mehreren Weibchen die Einreise - aus religiösen Gründen. Alle anderen Weibchen gelten als unbemannt - mit den weltweit üblichen Konsequenzen. Das deutsche Bundeskabinett reagierte sofort. Fischer und Schröder sollten wieder rekrutiert werden. Doch gleich kam das No-go aus Afrika. Vielweiberei ist, wenn die Weibchen befriedigt sind - und bleiben.
Dann hallte es aus einem tiefen Verlies und wabte über Mannheims Plätze: Ich würde es tun. Aber ich bin nun mal Schweizer.
Das brach Köhler entgültig das Genick, er schmollte, weil er nicht reisen konnte - und packte seine Koffer.
Und dann in letzter Minute doch noch das Paradestück Merkelscher Diplomatie: Sie ließ anfragen, ob ein Alphaweibchen mit ihrem Harem von handverlesenen Männchen aus dem Süden ihres Landes gelten würde.
Wenn es protestantisch ist, war die prompte Antwort: Aber vergessen sie die Butterstullen nicht.
Und so wird sich Merkel die Ehrentribüne mit dem Harem des Schweizer Ministerpräsidenten teilen, der - ganz neu im Amt - gleichzeitig dafür sorgen will, dass das Wetter hält.

Freitag, 4. Juni 2010

Eins ist sicher: Deutschland wird Weltmeister

Endlich Europameister! Fetter als wir sind nur noch die US-Amerikaner. Glücklich der Mensch der noch Ziele hat. Deshalb: Gürtel lockern. Da geht noch was! Trotzdem wird es diesmal nur mit der Anstrengung der gesamten Bevölkerung gehen. Denn die Verheirateten im Lande essen lange schon am Limit. Jetzt müssen auch die Singles herhalten, die unverschämt schlank sind, speziell die weiblichen. Das ist der Schlankheitswahn, wird das Statistische Bundesamt zitiert. Und genau das ist der Ansatzpunkt: Psychologische Betreuung muss diesen Wahn in den Griff kriegen. Denn es geht um nicht weniger als den Weltmeister-Titel. Psychologisches Coaching allein wird aber nicht ausreichen. Physiotherapeuten müssen her. Aus dem Bereich Kugelstoßen, Gewichtheben und Sumoringen kommen die Erfolgversprechendsten. Das wird nicht billig werden, aber längst nicht so teuer wie eine McDonalds-Mast und die dabei notwendige Betreuung durch Internisten-Teams. Überhaupt hieße vom Sport lernen Siegen lernen. Fat-Hunter müssen hinaus in die Welt, um Schwergewichte dieser Körperkunst einzukaufen. Notfalls könne die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten werden - auf dem kurzen Dienstweg, verbunden mit der Zusage einer lebenslangen Verpflegung durch zehn „Essen auf Rädern“-Anbieter der Region. Und die würdige Entsorgung des Rest....- keine Angst, hier soll auf die notwendige Verlegung von Spezial-Equipment durch die Firma Rohr-Rein nicht eingegangen werden - ….leibes nach dem Ableben in einem keltischen Hügelgrab auf dem Hauptfriedhof der Stadt - mit Blick auf eine Würstchenbude, bei der auch gegen kleines Geld Gießwasser abgegeben wird - „für die Gräber unserer Helden“. Mit der Grabstein-Inschrift: AUS, das Spiel ist AUS.
Deutschland ist Weltmeister.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Leonardo DiCaprio am Loch

Keine Panik auf der Titanic! Titanic-Regisseur James Cameron ist bei uns. - In offizieller Mission der US-amerikanischen Regierung soll er das Bohrloch im Golf stopfen (Welt, 3.6.2010). Und endlich, endlich, tritt die Elite der Kernkompetenz dieses Landes an: das Show-Business. Und dass Camerons Crew es richten kann, hat sie lange schon hinreichend bewiesen: In bis zu drei Vorstellungen pro Tag, oft in verschiedenen Kinos gleichzeitig ist sie über Monate und Jahre hinweg ein fürs andere Mal abgesoffen - und immer wieder aufgetaucht, um danach wieder gestriegelt und gebürstet neu anzutreten. Genau solche Unverwüstlichen brauchts für diese Mission. Schon schmollt "se Gawerner of L EI": "Dös Pro-blämm hätt I a elaminiera kunna". Aber zu spät! Jetzt machts eben DiCaprio. Und seit 5 Uhr mitteleuropäischer Zeit arbeitet ein Kollektiv von 14 Drehbuchautoren an einer Liebesgeschichte rund ums ölige Loch, denn - so war seine Bedingung - ohne gehe er nicht ins Wasser. Und so erhält die Katastrophe endlich ihren würdigen Rahmen. In einem wahren Crashkurs soll gleichzeitig der BP-Führung schnell das Spiel auf Geige, Klavier und Klarinette beigebracht werden. In einem extra zu diesem Zweck eingeflogenen Tauchboot werden sie ab Morgen abend direkt am Bohrloch zur Aufmunterung der wasserfesten Titanic-Schauspieler fideln und den hormonschwangeren Leonardo mit Liebesschnulzen verzaubern - ohne Unterbrechung und bis zum bitteren Ende.
Frau Obama, die bestangezogene Frau der Welt wird in einem bauchfreien Neopren-Zweiteiler über der Bohrstelle synchronschwimmen - zusammen mit ihrem Ehemann, und dies, weil er wenigstens einmal während seiner Amtszeit auch der anderen Hälfte der Amis gefallen möchte, in einem strahlend weißen Neopren-(Einteiler!). Gott schütze Amerika!
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