Die Affen sind los. Fussball-WM, eben. Doch diesmal ist alles anders: Paviane bedrohen Südafrika-Touristen. Was als Wegelagerei begann, ist jetzt kurz vor dem
Anpfiff generalstabsmäßige Abzocke geworden. Schon hat man direkt hinter den Zollschranken der Flughäfen Sandwich-Buden aufgeschlagen, die jedem Einreisenden ein halbes Toastbrot verkaufen, das er am Ausgang Pavian-Wächtern übergeben muss. Wer dies versäumt, riskiert seine Fan-Utensilien. So wurde von Pavianen berichtet, die sich unter der Kappe der argentinischen Mannschaft und dem blau-weiß gestreiften Leibchen am Bierstand vor dem Stadion die Kanne geben konnten - für lau, weil man glaubte, Maradona erkannt zu haben.
Und der Minister für Sexual Correctness warnt: Paviane, die am Morgen schon satt sind, drängt es nach sozialen Kontakten, und die gerade angereiste Gräfin von Thurn und Taxis ergänzt mit leuchtenden Augen: Die schnakseln gerne. Und was lange nur eine vage Sorge war, wird jetzt wahr: Die fünf Clanchefs der Fellträger erlauben nur noch Staatsführern mit mehreren Weibchen die Einreise - aus religiösen Gründen. Alle anderen Weibchen gelten als unbemannt - mit den weltweit üblichen Konsequenzen. Das deutsche Bundeskabinett reagierte sofort. Fischer und Schröder sollten wieder rekrutiert werden. Doch gleich kam das No-go aus Afrika. Vielweiberei ist, wenn die Weibchen befriedigt sind - und bleiben.
Dann hallte es aus einem tiefen Verlies und wabte über Mannheims Plätze: Ich würde es tun. Aber ich bin nun mal Schweizer.
Das brach Köhler entgültig das Genick, er schmollte, weil er nicht reisen konnte - und packte seine Koffer.
Und dann in letzter Minute doch noch das Paradestück Merkelscher Diplomatie: Sie ließ anfragen, ob ein Alphaweibchen mit ihrem Harem von handverlesenen Männchen aus dem Süden ihres Landes gelten würde.
Wenn es protestantisch ist, war die prompte Antwort: Aber vergessen sie die Butterstullen nicht.
Und so wird sich Merkel die Ehrentribüne mit dem Harem des Schweizer Ministerpräsidenten teilen, der - ganz neu im Amt - gleichzeitig dafür sorgen will, dass das Wetter hält.
Samstag, 5. Juni 2010
Freitag, 4. Juni 2010
Eins ist sicher: Deutschland wird Weltmeister
Endlich Europameister! Fetter als wir sind nur noch die US-Amerikaner. Glücklich der Mensch der noch Ziele hat. Deshalb: Gürtel lockern. Da geht noch was! Trotzdem wird es diesmal nur mit der Anstrengung der gesamten Bevölkerung gehen. Denn die Verheirateten im Lande essen lange schon am Limit. Jetzt müssen auch die Singles herhalten, die unverschämt schlank sind, speziell die weiblichen. Das ist der Schlankheitswahn, wird das Statistische Bundesamt zitiert. Und genau das ist der Ansatzpunkt: Psychologische Betreuung muss diesen Wahn in den Griff kriegen. Denn es geht um nicht weniger als den Weltmeister-Titel. Psychologisches Coaching allein wird aber nicht ausreichen. Physiotherapeuten müssen her. Aus dem Bereich Kugelstoßen, Gewichtheben und Sumoringen kommen die Erfolgversprechendsten. Das wird nicht billig werden, aber längst nicht so teuer wie eine McDonalds-Mast und die dabei notwendige Betreuung durch Internisten-Teams. Überhaupt hieße vom Sport lernen Siegen lernen. Fat-Hunter müssen hinaus in die Welt, um Schwergewichte dieser Körperkunst einzukaufen. Notfalls könne die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten werden - auf dem kurzen Dienstweg, verbunden mit der Zusage einer lebenslangen Verpflegung durch zehn „Essen auf Rädern“-Anbieter der Region. Und die würdige Entsorgung des Rest....- keine Angst, hier soll auf die notwendige Verlegung von Spezial-Equipment durch die Firma Rohr-Rein nicht eingegangen werden - ….leibes nach dem Ableben in einem keltischen Hügelgrab auf dem Hauptfriedhof der Stadt - mit Blick auf eine Würstchenbude, bei der auch gegen kleines Geld Gießwasser abgegeben wird - „für die Gräber unserer Helden“. Mit der Grabstein-Inschrift: AUS, das Spiel ist AUS.
Deutschland ist Weltmeister.
Deutschland ist Weltmeister.
Donnerstag, 3. Juni 2010
Leonardo DiCaprio am Loch
Keine Panik auf der Titanic! Titanic-Regisseur James Cameron ist bei uns. - In offizieller Mission der US-amerikanischen Regierung soll er das Bohrloch im Golf stopfen (Welt, 3.6.2010). Und endlich, endlich, tritt die Elite der Kernkompetenz dieses Landes an: das Show-Business. Und dass Camerons Crew es richten kann, hat sie lange schon hinreichend bewiesen: In bis zu drei Vorstellungen pro Tag, oft in verschiedenen Kinos gleichzeitig ist sie über Monate und Jahre hinweg ein fürs andere Mal abgesoffen - und immer wieder aufgetaucht, um danach wieder gestriegelt und gebürstet neu anzutreten. Genau solche Unverwüstlichen brauchts für diese Mission. Schon schmollt "se Gawerner of L EI": "Dös Pro-blämm hätt I a elaminiera kunna". Aber zu spät! Jetzt machts eben DiCaprio. Und seit 5 Uhr mitteleuropäischer Zeit arbeitet ein Kollektiv von 14 Drehbuchautoren an einer Liebesgeschichte rund ums ölige Loch, denn - so war seine Bedingung - ohne gehe er nicht ins Wasser. Und so erhält die Katastrophe endlich ihren würdigen Rahmen. In einem wahren Crashkurs soll gleichzeitig der BP-Führung schnell das Spiel auf Geige, Klavier und Klarinette beigebracht werden. In einem extra zu diesem Zweck eingeflogenen Tauchboot werden sie ab Morgen abend direkt am Bohrloch zur Aufmunterung der wasserfesten Titanic-Schauspieler fideln und den hormonschwangeren Leonardo mit Liebesschnulzen verzaubern - ohne Unterbrechung und bis zum bitteren Ende.
Frau Obama, die bestangezogene Frau der Welt wird in einem bauchfreien Neopren-Zweiteiler über der Bohrstelle synchronschwimmen - zusammen mit ihrem Ehemann, und dies, weil er wenigstens einmal während seiner Amtszeit auch der anderen Hälfte der Amis gefallen möchte, in einem strahlend weißen Neopren-(Einteiler!). Gott schütze Amerika!
Frau Obama, die bestangezogene Frau der Welt wird in einem bauchfreien Neopren-Zweiteiler über der Bohrstelle synchronschwimmen - zusammen mit ihrem Ehemann, und dies, weil er wenigstens einmal während seiner Amtszeit auch der anderen Hälfte der Amis gefallen möchte, in einem strahlend weißen Neopren-(Einteiler!). Gott schütze Amerika!
Mittwoch, 2. Juni 2010
Wuff, ich habe gesprochen
Hunde können Blasenkrebs genauso gut erschnüffeln wie die Überzuckerung ihrer zuckerkranken Herrchen. Und fast noch erstaunlicher: Sie erkennen unsere verborgensten Gefühle, und die Forscher wissen jetzt, dass sie dafür unsere rechte Hirnhälfte "auslesen", als wäre ihr Inhalt uns auf die Stirn geschrieben. Menschen und gerade Menschenmütter können das nicht, wegen des leidigen Rechts-Links-Problems. Kinder leiden darunter. Aber selbst Post-its, in schierer Verzweiflung auf die Stirn geklebt, bleiben ungelesen, weil die letzte Kontaktlinse mitsamt der Windel des Brüderchens in der Biotonne gelandet ist.
Derweil rüsten unsere Vierbeiner längst weiter auf. Kontakte beim Auslauf - von denen die Herrchen glauben, es wären erotische Schnüffelspiele, sind straff organisiertes "Spürtraining" für immer feinere Nasen - und das gegnseitige Versprechen, das Niveau der Szene deutlich anzuheben.
Schon ist kein Herrchen mehr mit nachtschwerem Mundgeruch vor der Tür - auch nicht im Grauen des Morgens. Unterachselspray vom Discounter wurde in der Kampagne 2009 schon erfolgreich boykottiert. Zäh war nur die Aktion Lockenwickler, die doch das Zahnfleisch arg in Mitleidenschaft gezogen hatte. Aber es hat sich gelohnt: Frauchen ist seitdem von einer schönen gepflegten Russin schon nicht mehr zu unterscheiden - und dies ab 5 Uhr morgens.
An den Herrchen muss allerdings noch ein wenig gearbeitet werden. Die halten die Weigerung, in Klein- und billige Mittelklassewagen einzusteigen für die Aufkündigung der uralten Freundschaft zwischen Mann und Hund - und schmollen.
Um nicht über Nacht herrenlos da zu stehen - weil bei Menschen Hinwerfen gerade so in Mode ist - war auf der Hundewiese schnell die Parole rum: Im Keller die Umzugskartons weich pinkeln und die Koffer zerkauen.
Derweil rüsten unsere Vierbeiner längst weiter auf. Kontakte beim Auslauf - von denen die Herrchen glauben, es wären erotische Schnüffelspiele, sind straff organisiertes "Spürtraining" für immer feinere Nasen - und das gegnseitige Versprechen, das Niveau der Szene deutlich anzuheben.
Schon ist kein Herrchen mehr mit nachtschwerem Mundgeruch vor der Tür - auch nicht im Grauen des Morgens. Unterachselspray vom Discounter wurde in der Kampagne 2009 schon erfolgreich boykottiert. Zäh war nur die Aktion Lockenwickler, die doch das Zahnfleisch arg in Mitleidenschaft gezogen hatte. Aber es hat sich gelohnt: Frauchen ist seitdem von einer schönen gepflegten Russin schon nicht mehr zu unterscheiden - und dies ab 5 Uhr morgens.
An den Herrchen muss allerdings noch ein wenig gearbeitet werden. Die halten die Weigerung, in Klein- und billige Mittelklassewagen einzusteigen für die Aufkündigung der uralten Freundschaft zwischen Mann und Hund - und schmollen.
Um nicht über Nacht herrenlos da zu stehen - weil bei Menschen Hinwerfen gerade so in Mode ist - war auf der Hundewiese schnell die Parole rum: Im Keller die Umzugskartons weich pinkeln und die Koffer zerkauen.
Dienstag, 1. Juni 2010
Angie for President
Keine acht Stunden hat die Presse gebraucht, um nach "Bestürzung", "Rechtgeben", "Verständnis zeigen" sich auf das vierte einzuschießen, was gestern noch Minderheitenmeinung der Minderheiten-Politiker war: "Beschädigung des Amtes".
Schmollt da etwa der ganze Medienzirkus, nur weil der Direktor, den sie zum Tanzbären gemacht haben, sich endlich davon macht? Weil er sich nicht mehr nur auf Befehl auf die Hinterfüße stellen wollte, da sie es ihm doch nur als Männchen-Machen ausgelegt hätten.
Und über Nacht wird ein ganz Großer, der schon Positionen ausgefüllt hatte, wo sich das Amt des deutschen Bundespräsidenten dagegen wie warme Kinderkacke ausmacht, zum Pausenclown herabgewürdigt. Das ist die Welt auf den Kopf gestellt! Und dieses nachgereichte Etikett des "Bürgerpräsidenten" von denen, die uns schwindlig reden und sich dabei schwindlig denken, ist genau diesem Schwindel geschuldet. Er war ein Präsident, und er war keiner von uns, nur weil er mal "ungeschickt" formulierte. Wer gestern Merkel, blass bis unters Doppelkinn, hat stottern hören, weiß, dass umgekehrt ein Schuh draus wird: Die Merkel, die ist eine von uns: Hochgespült, zufällig, vom "Mantel der Gechichte" umweht und eingetaucht in das zufällige Vorüberschreiten eines großen Schattens, in dem sie "rübermachte" - plötzlich die lachende Dritte zwischen Politprofis und unversehens gewählt zur Miss Germany, nur weil die anderen Haare an den Beinen hatte. Ja, sie ist wie wir, die wir auch nur ganz zufällig dort sind, wo es uns hinverschlagen hat.
E r aber war dort, wo er war, weil ihn seine Fähigkeiten dort hingeführt haben. Und deshalb war er auch unser Präsident, aber keine Sekunde einer von uns. Der nächste wird wieder einer von uns sein, das steht fest. Der wird aber schon in seiner lang geübten Eigenschaft als Tanzbär antreten und wird deshalb, wenn man ihm dann auch das Fell über die Ohren ziehen wird, nicht dünnhäutig reagieren, weil drunter längst schon eine dicke Hornhaut gewachsen ist.
Hoffentlich bleibt Merkel eine von uns, insofern sie wie wir ihre letzte Chance wittert, doch noch unter den ersten Drei des Landes zu bleiben, und tritt an: Angie for president! Streng nach ihrem und unser aller Wahlspruch: Man muss nehmen, was man kriegt.
Nur noch eins: Wenn jetzt Schäuble da hochrollt, dann wissen wir, dass da wirklich Fahnenflucht ihm hohen Stil stattfindet.
Schmollt da etwa der ganze Medienzirkus, nur weil der Direktor, den sie zum Tanzbären gemacht haben, sich endlich davon macht? Weil er sich nicht mehr nur auf Befehl auf die Hinterfüße stellen wollte, da sie es ihm doch nur als Männchen-Machen ausgelegt hätten.
Und über Nacht wird ein ganz Großer, der schon Positionen ausgefüllt hatte, wo sich das Amt des deutschen Bundespräsidenten dagegen wie warme Kinderkacke ausmacht, zum Pausenclown herabgewürdigt. Das ist die Welt auf den Kopf gestellt! Und dieses nachgereichte Etikett des "Bürgerpräsidenten" von denen, die uns schwindlig reden und sich dabei schwindlig denken, ist genau diesem Schwindel geschuldet. Er war ein Präsident, und er war keiner von uns, nur weil er mal "ungeschickt" formulierte. Wer gestern Merkel, blass bis unters Doppelkinn, hat stottern hören, weiß, dass umgekehrt ein Schuh draus wird: Die Merkel, die ist eine von uns: Hochgespült, zufällig, vom "Mantel der Gechichte" umweht und eingetaucht in das zufällige Vorüberschreiten eines großen Schattens, in dem sie "rübermachte" - plötzlich die lachende Dritte zwischen Politprofis und unversehens gewählt zur Miss Germany, nur weil die anderen Haare an den Beinen hatte. Ja, sie ist wie wir, die wir auch nur ganz zufällig dort sind, wo es uns hinverschlagen hat.
E r aber war dort, wo er war, weil ihn seine Fähigkeiten dort hingeführt haben. Und deshalb war er auch unser Präsident, aber keine Sekunde einer von uns. Der nächste wird wieder einer von uns sein, das steht fest. Der wird aber schon in seiner lang geübten Eigenschaft als Tanzbär antreten und wird deshalb, wenn man ihm dann auch das Fell über die Ohren ziehen wird, nicht dünnhäutig reagieren, weil drunter längst schon eine dicke Hornhaut gewachsen ist.
Hoffentlich bleibt Merkel eine von uns, insofern sie wie wir ihre letzte Chance wittert, doch noch unter den ersten Drei des Landes zu bleiben, und tritt an: Angie for president! Streng nach ihrem und unser aller Wahlspruch: Man muss nehmen, was man kriegt.
Nur noch eins: Wenn jetzt Schäuble da hochrollt, dann wissen wir, dass da wirklich Fahnenflucht ihm hohen Stil stattfindet.
Montag, 31. Mai 2010
Unsere heiße Lena
Welt am 31.5.2010: Am besten erklärt sich das Phänomen Lena wohl dadurch, was sie alles nicht ist. Sie ist kein Produkt, sie hat keine Exklusivverträge für Interviews, eine Merchandising-Strategie ist nicht zu erkennen.
Ist das die Erklärung? Oder sind das Nebelgranaten, von denen nicht nur die Augen tränen sondern jede Windung des Großhirns gleich mit? Wenn das oben Gesagte stimmt, dann hat ein mancher von uns die Sache mit dem iPad auch nicht verstanden. Nicht eine Werbung für dieses durchaus nicht lebensnotwendige Gerät war zu entdecken, aber Rezensionen und begeisterte Vorab-Anwender dürfen seit Wochen schon selbst in die seriösesten Nachrichten-Sendungen. Und zum Schluss mussten sie da rein, da dieses Ding und alles um es herum zum Zeitgeschehen wurde, weil die Sache endlich hoch genug gekocht war. Und dies im eigenen Saft. Im Apple-Saft, also? Und Lena in Raabs scharfem Haifischsaft? Nö! Denn wer hat "in Wahrheit" die größten Köche und eine Sternesammlung, die locker für "Fische" reicht und "Krebs", scharf angebraten, aber innen zart? Und wer hat für das Breite im Volk die komplette Masse der Köche der 2. Garnitur? Genau, die TV-Sender dieser Welt und die mit ihnen direkt verbandelten Frauenzeitschriften. Und die setzen sich jeden Morgen zusammen und beschließen bei ihrem konspirativen Treff, was heute in die Pfanne gehauen, in welches Soufflee Luft geblasen und welchem Sauerteig eingeheizt wird, bis er bedeutend wird? Nein, die Welt ist längst auf Kuzschlussschaltung gesteckt: Die Rezepte und der Menuevorschlag stehen bei dpa, weil sie bei Reuter stehen und stehen in jeder Tageszeitung und laufen bei jedem Fernsehsender, weil sie in Spiegel online stehen, der sie von dpa hat, der sie von Reuter hat.
Und dann greifen ganz normale Naturgesetze ein: Stecke potentiell Durchgeknallte so nah zusammen, bis eine kritische Masse erreicht ist, und die Welt fliegt uns mit einem anständigen Bums um die Ohren - und nimmt uns mit: Und so hocken wir frierend in Roms Gassen und begraben den Papst, freuen uns über einen dritten Platz, als wären wir Weltmeister, wollen unser iPhone und dann unser iPad - und lieben unsere Lena, auch wenn uns ihr Trällerliedchen zu allem heraushängt, was Löcher hat an uns.
Übrigens, der Papst war, was er war, fast 30 Jahre lang, und keiner ging hin. Und Lena war schon im Fernsehen, sogar nackt, und keiner hats gemerkt. Weil sie da noch ein ganz normales Mädel war und der Ofen noch nicht vorgeheizt. Jetzt aber steigt dieses süße Soufflee in unserer Wärme und steigt und steigt und steigt.
Aber noch bleibt die Angst des Koches vorm Soufflee: Erst wenn der Ofen aus ist, weiß er, ob es hält oder ob es ein Schuss in den Ofen war.
Viel Glück, Lena, in deinen eisernen Schuhen.
Ist das die Erklärung? Oder sind das Nebelgranaten, von denen nicht nur die Augen tränen sondern jede Windung des Großhirns gleich mit? Wenn das oben Gesagte stimmt, dann hat ein mancher von uns die Sache mit dem iPad auch nicht verstanden. Nicht eine Werbung für dieses durchaus nicht lebensnotwendige Gerät war zu entdecken, aber Rezensionen und begeisterte Vorab-Anwender dürfen seit Wochen schon selbst in die seriösesten Nachrichten-Sendungen. Und zum Schluss mussten sie da rein, da dieses Ding und alles um es herum zum Zeitgeschehen wurde, weil die Sache endlich hoch genug gekocht war. Und dies im eigenen Saft. Im Apple-Saft, also? Und Lena in Raabs scharfem Haifischsaft? Nö! Denn wer hat "in Wahrheit" die größten Köche und eine Sternesammlung, die locker für "Fische" reicht und "Krebs", scharf angebraten, aber innen zart? Und wer hat für das Breite im Volk die komplette Masse der Köche der 2. Garnitur? Genau, die TV-Sender dieser Welt und die mit ihnen direkt verbandelten Frauenzeitschriften. Und die setzen sich jeden Morgen zusammen und beschließen bei ihrem konspirativen Treff, was heute in die Pfanne gehauen, in welches Soufflee Luft geblasen und welchem Sauerteig eingeheizt wird, bis er bedeutend wird? Nein, die Welt ist längst auf Kuzschlussschaltung gesteckt: Die Rezepte und der Menuevorschlag stehen bei dpa, weil sie bei Reuter stehen und stehen in jeder Tageszeitung und laufen bei jedem Fernsehsender, weil sie in Spiegel online stehen, der sie von dpa hat, der sie von Reuter hat.
Und dann greifen ganz normale Naturgesetze ein: Stecke potentiell Durchgeknallte so nah zusammen, bis eine kritische Masse erreicht ist, und die Welt fliegt uns mit einem anständigen Bums um die Ohren - und nimmt uns mit: Und so hocken wir frierend in Roms Gassen und begraben den Papst, freuen uns über einen dritten Platz, als wären wir Weltmeister, wollen unser iPhone und dann unser iPad - und lieben unsere Lena, auch wenn uns ihr Trällerliedchen zu allem heraushängt, was Löcher hat an uns.
Übrigens, der Papst war, was er war, fast 30 Jahre lang, und keiner ging hin. Und Lena war schon im Fernsehen, sogar nackt, und keiner hats gemerkt. Weil sie da noch ein ganz normales Mädel war und der Ofen noch nicht vorgeheizt. Jetzt aber steigt dieses süße Soufflee in unserer Wärme und steigt und steigt und steigt.
Aber noch bleibt die Angst des Koches vorm Soufflee: Erst wenn der Ofen aus ist, weiß er, ob es hält oder ob es ein Schuss in den Ofen war.
Viel Glück, Lena, in deinen eisernen Schuhen.
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