Montag, 24. Mai 2010

Du-weißt-schon-wer schwappt an Land

Craigh Venter, nein, das ist nicht der Transvestit, der damals das neue Kabelfernsehen modern machen wollte. Der hieß Lilo Wanders. Und trotzdem ist über Venter damit alles Spannende schon gesagt. Nur noch dies: Er hat ein riesiges Labor mit vielen verdingten Forschern, das ist wahr. Aber wahr ist auch, dass seine PR-Abteilung die Dimensionen seines Forschungsbereiches bei weitem übertreffen muss. Anders ist seine neueste Öffentlichkeits-Kampagne nicht zu verstehen: Ein künstliches Bakterium habe er entwickelt! Wie? Aus Proteinen, Zuckern und Wasser zusammengerührt und mit einer DNA versehen? Nö. Der Herr hat einem Bakterium nur die eigene DNA geklaut und durch eine andere ersetzt. Klingt wie das jetzt etwa 30 Jahre alte Klonen. Und will jetzt weiter dieser künstlichen DNA neue Fähigkeiten mitgeben, die das Bakterium in Fleisch und Blut übersetzen soll, was seit einem halben Jahrhundert schon die Gentechnik, in Grünenkreisen auch Genmanipulation genannt, macht. Mit anderen Worten, der Mann bringt seinen Namen mal wieder mit einem kreißenden Berg in Umlauf, und die Journalisten malen schon wieder an ihren Schreckensszenarien und treiben mit der frisch entbundenen Maus unbescholtene Frauen auf die Stühle, und bald werden Bürgermeister amerikanischer Städte ihre öffentlichen Parks wieder einmal nachts und heimlich mit DDT besprühen, um einer Durchseuchung mit Dinosauriern vorzubeugen, die dort aus beimpften Bakterienhüllen entstehen könnten.
Öffentlichkeitsrandale ist das Stichwort, das Journalisten seit vielen Jahren umtreibt. Wer könnte sie nicht im Schlaf aufsagen die vielen Weltuntergangsmeldungen der letzten Jahre, bis sich ihm die Nackenhaare sträuben und er sich einnässt vor verspäteter Angst:
Ein Wirtschaftssystem, von einem Vulkan in Schutt und Asche gelegt, eine Eurokrise mit der Aufforderung sich Schrebergärten zuzulegen, die bevorstehende Vernichtung einer Fußballnationalmannschaft, die man ihres Kopfes beraubt hat, jenes Kopfes, der wie Journalisten "nicht an Wunder glaubt", und so strebe alles unaufhörlich auf eine dieser Katastrophen zu. Und wenn doch nicht, auf neue.
Und langsam verdichtet sich der Verdacht, dass Journalisten Feiglinge sind: Sie schlagen Schwächlinge, die in Wirklichkeit kein Weltveränderungspotential haben, bis sie breit und flach genug sind, um in eine Zeitung zu passen. Über "wirkliche" Themen, zu sperrig für Zeitungen oder den 10 Sekunden-Takt des Fernsehens, flüstern sie sich nur hinter vorgehaltener Hand zu, um schlafende Hunde nicht zu wecken, die doch längst schon zugeschlagen haben.
Und so verwüstet ein "Du-weißt-schon-wer" die Welt - unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ein scheinheiliger Moderator des Heutejournals heuchelt am Pingstsonntag Abend noch, dass man sich doch jetzt erst, wo "Sie-wissen-schon-wer" an Land geschwappt sei, schwarz und öklig, ein Bild machen könnte - und speichelt sich ein dabei, dass man fast zweifeln wollte.

Sonntag, 23. Mai 2010

Pfingsten: Wir erkannten die Absicht und waren verstimmt

Pfingsten: Und der heilige Geist kam über sie, sie redeten in fremden Zungen, und sie verstanden sich doch.
Pfingstsonntag. Heut wäre d e r Tag, an dem Banker noch einmal zu uns sprechen sollten, denn verstanden haben wir sie bislang nicht. Was meinen Banker zum Beispiel, wenn sie sagen, die Politiker hätten keine Ahnung vom Bankengeschäft? Gilt in dieser fremden Zunge der Umkehrschluss, der da hieße: Die mit Ahnung, das sind wir?
Was unweigerlich die Frage aufwirft, welche sonderbare Logik dieser Banker-Zunge denn dann unterfüttert ist? In all den europäischen Sprachen, die ich beherrsche und den drei lateinischen Dialekten, bedeutet "causa" (was, um die Erklärung vorwegzunehmen, in der Bankenzunge "chaos anrichten" h e i ß t - ohne noch zu wissen was genau es in ihrer Zunge auch b e d e u t e t) in diesem Zusammenhang das Aufstellen folgender Kausalkette:
a) Was ist passiert?: In gerade mal 15 Jahren gab es die Krise um den "Neuen Markt", den börsianischen Super-GAU vom 11. September, die Immobilienblase der USA (Bankenkrise genannt) und jetzt der vermeintliche Niedergang Europas.
b) Wer oder was hats verursacht?
b1) 1. Erklärungsversuch: beim 1. Vorfall: der Zufall, im Volksmund "Pech gehabt" genannt, beim 2. Vorfall, ein granatenmäßiges Pech, beim 3. Vorfall: die völlige Inkompetenz der Lenker.
b2) 2. Erklärungsversuch: bei allen drei Fällen: als Erklärung ist die völlige Inkompetenz der Banker-Lenker hinreichend.
c) Konsequenz und Handlungsanweisung: Lenkerlaubnis-Entzug, Idiotentest, Entzug auf Lebenszeit.
d) universeller Lehrsatz oder "die Moral von der Geschicht": Wer etwas macht, das ständig schiefgeht, kann es nicht.
Und wer trotzdem vehement davor warnt, an diesem System herumzudoktern, dem ist entweder jene Unwissenheit eigen, die nicht vor Strafe schützt, oder er ist kriminell und will das Trübe bewahren - unter allen Umständen, in dem er fischt. (dies erklärt den 4. Vorfall)
Doch dies ist - wie gesagt - die Logik europäischer Zungen und nicht zwangsläufig die der Banker-Zunge.
Aber heute ist ja Pfingsten:
Erklärt Euch nochmal! Die Ihr das Maul so voll nehmt mit Eurer gespaltenden Zunge, halb Bulle, halb Bär! Aber aufgepasst, noch bevor der Hahn kräht, hättet Ihr Euch verraten.

Samstag, 22. Mai 2010

erbarme, die Ammies kumme

Die Welt packt langsam das kalte Grausen, denn das Ablenkungsmanöver ist nicht gelungen - und Europa, der Blutzoll, den man freiwillig geben wollte, lebt. Das ist bitter. Dieses zarte Pflänzchen, wer hätte das gedacht? Nun ja, jeder der einfach nur mal nachgedacht hätte, wäre schnell drauf gekommen: Wer eine Rechnung mit Europa offen hat, und nicht mit dem Stier rechnet, kriegt ein Problem. Und so war der Angriff auf diese pflaumenzarte, gottgefällige Jungfrau schon im Ansatz gescheitert, als der Stier in göttlicher Wut nur seine Hörner senkte und die Muskeln spielen ließ.

Mit knurrendem Magen und völlig irritiert sind die Raubtier-Kapitalisten weitergezogen, denn nix wars mit im Vorbeigehen mal kurz die Kleine vernaschen.
Und jetzt haben sie  Witterung aufgenommen - was doch mit allen Mitteln verhindert werden sollte - und für den Lunch sind längst ausgespäht: Weißkopfadler, Millionen von Weißkopfadlern, seit vielen Jahren in Bodenhaltung gezüchtet und gemästet bis sie Truthähne wurden. Fett, unbeweglich, flugunfähig, schutzlos, völlig turkey, aber lecker.
Und klar ist: Der Angriff wird ein Massaker werden - und die Welt hält den Atem an. Denn aus dem tauenden und längst nicht mehr ewigen Eis ruft uns die letzte aus den USA emigrierte Rothaut zu: Wenn aber der letzte Truthahn gefressen sein wird, wird der weise Mann erfahren, dass Amerikaner ungenießbar sind, weil sie sehr schnell ungenießbar werden.
Dann aber Gnade uns Gott und obama dich unser.

Freitag, 21. Mai 2010

feistes Hirn

Dicke Menschen haben ein kleineres Hirn. Das haben jetzt Wissenschaftler festgestellt. Und dies wiegt offenbar schwer, weil es die Träger dieses Merkmals auf der IQ-Skala gleich soweit nach unten durchreicht, dass selbst die Militärs bedauernd den Kopf schütteln. Und schon ist eine ganze Generation ausgemustert. Nicht schlimm? Wer will schon zur Armee? Freiwillig. Problematisch wird es erst dann, wenn auch die anderen Arbeitgeber bedauern. Und das hat schon angefangen. Aber wer will schon arbeiten? Freiwillig.
Ob Diäten nützen? Vielleicht. Doch wer will schon fasten? Freiwillig.
Und schon stellt sich eine vorwitzige Frage - von selbst und ungebeten: Kommt da etwa ein Problem auf uns zu, oder ist es am Ende schon da?
Dem BMI sei Dank, versteht diese Frage niemand mehr so richtig. Und wer - Hand aufs Herz - will sich schon von ungebetenen Fragen, die niemand bestellt hat, Probleme herbeireden lassen? Freiwillig.
Zumal e i n kategorischer Imperativ immer bleibt, um Schlimmeres abzuwenden:

Verlasse niemals Hotel "Mama"!

Die Gefahr, bei deiner Rückkehr fest verrammelte Türen vorzufinden, wäre zu groß - und der wirkliche Anfang allen Elends.

Donnerstag, 20. Mai 2010

wir wunderbar Ahnungslosen

Jetzt ist es raus - und es war das bestgehütete Geheimnis der Deutschen: Deutsche haben in der Masse keine Ahnung von Finanzgeschäften und verstehen nichts von Geldanlagen. Und kaum ist dies publik geworden (in der Nacht vom 19. auf den 20. Mai), haben Headhunter aus aller Welt auf Maschinen nach Deutschland gebucht und werden im Laufe des Tages hier einfallen. Und ihr Angriff aufs Tafelsilber unseres Volkes wird nicht mehr abzuwenden sein. Zuviel Geld ist zu verdienen, und aus diesem Grund kann Kopfjäger auch massive Gegenwehr nicht mehr von ihrem blutigen Handwerk abschrecken.
Auch nicht ihre Auftraggeber, denn die sind verzweifelt, eine Stimmung, die Vermittlungsprovisionen in schwindelnde Höhen katapultiert hat. Denn händeringend wird in den Banken frisches Blut für die Chefetagen gesucht. Weil eine furchtbare Weisheit sich wieder einmal bewahrheitet hat: Wenn die ursprünglich so wunderbar ahnungslosen - und dafür hochbezahlten - Neuen nur fünf Jahre in ihrem Job sind, werden sie von dem Wissen versaut, das sie sich - unrechtmäßig! - dabei aneignen. Doch wem der Bauch durch den Kopf verstellt ist, muss in diesem Metier, das wie kein anderes bauchbestimmt ist, zwangsläufig Fehler machen, Fehler, die schnell das ganze System zum Abschmieren bringen können.
Und jetzt diese Botschaft: ein ganzes Volk von Ahnungslosen. Das verspricht eine reiche Ernte. Und es wird der Kampf um die Sahnestückchen: die 64jährige Bäuerin im Odenwald beispielsweise, die selbst das Milchgeld vom Enkelsohn abrechnen lassen muss, weil sie es seit ihrer massiven Gicht nicht mehr an den Fingern abzählen kann.
Frisch gedruckte Rote Listen haben die besten der Hunter schon im Reisegepäck. Darauf ganz oben ein Polizist aus Detmold, von dem lange schon bekannt war, dass er Strafzettel nur deshalb nicht ausstellte, weil er das Wechselgeld nicht herausgeben konnte aber "stimmt so" zu sagen an dieser Stelle völlig unüblich ist - wegen der Gefahr der Beamtenbestechung. Wo blieben nur unsere Instinkte, stöhnt jetzt ein mancher der Hunter, das hätte hellhörig machen müssen, und lange schon hätte man das Geschäft machen können und -  die Bankenwelt hätte wohl möglich gerettet werden können.
Aber das straffe System von Schläfern, im Volksmund "die Penner" genannt, verhinderte in Deutschland lange seine Aufdeckung. Nur wenige Eingeweihte wussten davon. Einer der wenigen: Ackermann. Nur durch die kurzen Gespräche mit seinem Oberparkwächter konnte der größte Banker der Welt sein geschwürartig sich ausbreitendes Wissen soweit überkompensieren, dass er bleiben konnte, was er war: größter Banker der Welt, nämlich.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Glücklich grinsen

Wissenschaftler sind sich einig: Wer die Stirn nicht runzeln kann, kann nicht gescheit nachdenken, wer sie nicht in Falten des Kummers legen kann, bleibt emotional flach. Und bald wird sich auch herausstellen: Wer die Augenwinkel nicht zu Lachfältchen zerknittern kann, wird humorlos. Und wer nicht mehr erstaunt die Augen aufreißen kann, weil die Haut, die er dazu bräuchte, im Mülleimer des Schönheitschirurgen verfault, findet schnell nichts mehr erstaunlich. All dies zusammengenommen erklärt, warum eine Geliftete beim Blick in den Spiegel jene alles entscheidende Frage nie mehr stellen kann: Wer bist du?Schuld an allem sind die Muskeln unter der Haut, die sich aus Platzmangel nicht mehr rühren können.Und was Kraftsportler schon immer wussten, ist jetzt endlich Stand der Wissenschaft: Hirnakrobatik ist in Wirklichkeit reines Muskelspiel, und das bedeutet: Wenn man jemanden auf den Arm nehmen will, dann muss der Bizeps 50 Kilo in die Hochhalte bringen können, sonst läuft da garnichts. Und wer nicht ins Schwimmen geraten will, sollte Wasserstände über 1,50 meiden. Wie man es andererseits vermeidet, sich den Kopf zu zerbrechen, ist so universell in den Instinkten angelegt, dass es an dieser Stelle nicht näher ausgeführt werden muss. Ein letztes Beispiel: Wem die Mundwinkel nach unten hängen, gelingt selten ein fröhlicher Gedanke, wer sie aber bewusst nach oben zieht, grinst sich das Leben schön - ob er (will sagen: sein Hirn) will oder nicht.Und schnell begreifen wir: Alles Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde, das war einmal. Heute liegt es in den Händen eines begnadeten Schönheitschirurgen: Wenn der die Falten so konsequent aus der Stirn zieht, dass die Mundwinkel dabei die Ohrläppchen küssen, dann wird dieser Gesichtsmetzger schnell mal zum Heiland, der da spricht: Selig die Armen im Geiste, denn ihnen gehört das Himmelreich. Was erst in Luthers Übersetzung zur wahren Volksweisheit wurde: Dumm aber glücklich.
Uns Unglückliche lehrt es aber, Merkels Dackelfalten zu lieben. Und ihre Mundwinkel, die jeglichen Umgang mit ihren Ohrläppchen strikt vermeiden.
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