Samstag, 22. Mai 2010

erbarme, die Ammies kumme

Die Welt packt langsam das kalte Grausen, denn das Ablenkungsmanöver ist nicht gelungen - und Europa, der Blutzoll, den man freiwillig geben wollte, lebt. Das ist bitter. Dieses zarte Pflänzchen, wer hätte das gedacht? Nun ja, jeder der einfach nur mal nachgedacht hätte, wäre schnell drauf gekommen: Wer eine Rechnung mit Europa offen hat, und nicht mit dem Stier rechnet, kriegt ein Problem. Und so war der Angriff auf diese pflaumenzarte, gottgefällige Jungfrau schon im Ansatz gescheitert, als der Stier in göttlicher Wut nur seine Hörner senkte und die Muskeln spielen ließ.

Mit knurrendem Magen und völlig irritiert sind die Raubtier-Kapitalisten weitergezogen, denn nix wars mit im Vorbeigehen mal kurz die Kleine vernaschen.
Und jetzt haben sie  Witterung aufgenommen - was doch mit allen Mitteln verhindert werden sollte - und für den Lunch sind längst ausgespäht: Weißkopfadler, Millionen von Weißkopfadlern, seit vielen Jahren in Bodenhaltung gezüchtet und gemästet bis sie Truthähne wurden. Fett, unbeweglich, flugunfähig, schutzlos, völlig turkey, aber lecker.
Und klar ist: Der Angriff wird ein Massaker werden - und die Welt hält den Atem an. Denn aus dem tauenden und längst nicht mehr ewigen Eis ruft uns die letzte aus den USA emigrierte Rothaut zu: Wenn aber der letzte Truthahn gefressen sein wird, wird der weise Mann erfahren, dass Amerikaner ungenießbar sind, weil sie sehr schnell ungenießbar werden.
Dann aber Gnade uns Gott und obama dich unser.

Freitag, 21. Mai 2010

feistes Hirn

Dicke Menschen haben ein kleineres Hirn. Das haben jetzt Wissenschaftler festgestellt. Und dies wiegt offenbar schwer, weil es die Träger dieses Merkmals auf der IQ-Skala gleich soweit nach unten durchreicht, dass selbst die Militärs bedauernd den Kopf schütteln. Und schon ist eine ganze Generation ausgemustert. Nicht schlimm? Wer will schon zur Armee? Freiwillig. Problematisch wird es erst dann, wenn auch die anderen Arbeitgeber bedauern. Und das hat schon angefangen. Aber wer will schon arbeiten? Freiwillig.
Ob Diäten nützen? Vielleicht. Doch wer will schon fasten? Freiwillig.
Und schon stellt sich eine vorwitzige Frage - von selbst und ungebeten: Kommt da etwa ein Problem auf uns zu, oder ist es am Ende schon da?
Dem BMI sei Dank, versteht diese Frage niemand mehr so richtig. Und wer - Hand aufs Herz - will sich schon von ungebetenen Fragen, die niemand bestellt hat, Probleme herbeireden lassen? Freiwillig.
Zumal e i n kategorischer Imperativ immer bleibt, um Schlimmeres abzuwenden:

Verlasse niemals Hotel "Mama"!

Die Gefahr, bei deiner Rückkehr fest verrammelte Türen vorzufinden, wäre zu groß - und der wirkliche Anfang allen Elends.

Donnerstag, 20. Mai 2010

wir wunderbar Ahnungslosen

Jetzt ist es raus - und es war das bestgehütete Geheimnis der Deutschen: Deutsche haben in der Masse keine Ahnung von Finanzgeschäften und verstehen nichts von Geldanlagen. Und kaum ist dies publik geworden (in der Nacht vom 19. auf den 20. Mai), haben Headhunter aus aller Welt auf Maschinen nach Deutschland gebucht und werden im Laufe des Tages hier einfallen. Und ihr Angriff aufs Tafelsilber unseres Volkes wird nicht mehr abzuwenden sein. Zuviel Geld ist zu verdienen, und aus diesem Grund kann Kopfjäger auch massive Gegenwehr nicht mehr von ihrem blutigen Handwerk abschrecken.
Auch nicht ihre Auftraggeber, denn die sind verzweifelt, eine Stimmung, die Vermittlungsprovisionen in schwindelnde Höhen katapultiert hat. Denn händeringend wird in den Banken frisches Blut für die Chefetagen gesucht. Weil eine furchtbare Weisheit sich wieder einmal bewahrheitet hat: Wenn die ursprünglich so wunderbar ahnungslosen - und dafür hochbezahlten - Neuen nur fünf Jahre in ihrem Job sind, werden sie von dem Wissen versaut, das sie sich - unrechtmäßig! - dabei aneignen. Doch wem der Bauch durch den Kopf verstellt ist, muss in diesem Metier, das wie kein anderes bauchbestimmt ist, zwangsläufig Fehler machen, Fehler, die schnell das ganze System zum Abschmieren bringen können.
Und jetzt diese Botschaft: ein ganzes Volk von Ahnungslosen. Das verspricht eine reiche Ernte. Und es wird der Kampf um die Sahnestückchen: die 64jährige Bäuerin im Odenwald beispielsweise, die selbst das Milchgeld vom Enkelsohn abrechnen lassen muss, weil sie es seit ihrer massiven Gicht nicht mehr an den Fingern abzählen kann.
Frisch gedruckte Rote Listen haben die besten der Hunter schon im Reisegepäck. Darauf ganz oben ein Polizist aus Detmold, von dem lange schon bekannt war, dass er Strafzettel nur deshalb nicht ausstellte, weil er das Wechselgeld nicht herausgeben konnte aber "stimmt so" zu sagen an dieser Stelle völlig unüblich ist - wegen der Gefahr der Beamtenbestechung. Wo blieben nur unsere Instinkte, stöhnt jetzt ein mancher der Hunter, das hätte hellhörig machen müssen, und lange schon hätte man das Geschäft machen können und -  die Bankenwelt hätte wohl möglich gerettet werden können.
Aber das straffe System von Schläfern, im Volksmund "die Penner" genannt, verhinderte in Deutschland lange seine Aufdeckung. Nur wenige Eingeweihte wussten davon. Einer der wenigen: Ackermann. Nur durch die kurzen Gespräche mit seinem Oberparkwächter konnte der größte Banker der Welt sein geschwürartig sich ausbreitendes Wissen soweit überkompensieren, dass er bleiben konnte, was er war: größter Banker der Welt, nämlich.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Glücklich grinsen

Wissenschaftler sind sich einig: Wer die Stirn nicht runzeln kann, kann nicht gescheit nachdenken, wer sie nicht in Falten des Kummers legen kann, bleibt emotional flach. Und bald wird sich auch herausstellen: Wer die Augenwinkel nicht zu Lachfältchen zerknittern kann, wird humorlos. Und wer nicht mehr erstaunt die Augen aufreißen kann, weil die Haut, die er dazu bräuchte, im Mülleimer des Schönheitschirurgen verfault, findet schnell nichts mehr erstaunlich. All dies zusammengenommen erklärt, warum eine Geliftete beim Blick in den Spiegel jene alles entscheidende Frage nie mehr stellen kann: Wer bist du?Schuld an allem sind die Muskeln unter der Haut, die sich aus Platzmangel nicht mehr rühren können.Und was Kraftsportler schon immer wussten, ist jetzt endlich Stand der Wissenschaft: Hirnakrobatik ist in Wirklichkeit reines Muskelspiel, und das bedeutet: Wenn man jemanden auf den Arm nehmen will, dann muss der Bizeps 50 Kilo in die Hochhalte bringen können, sonst läuft da garnichts. Und wer nicht ins Schwimmen geraten will, sollte Wasserstände über 1,50 meiden. Wie man es andererseits vermeidet, sich den Kopf zu zerbrechen, ist so universell in den Instinkten angelegt, dass es an dieser Stelle nicht näher ausgeführt werden muss. Ein letztes Beispiel: Wem die Mundwinkel nach unten hängen, gelingt selten ein fröhlicher Gedanke, wer sie aber bewusst nach oben zieht, grinst sich das Leben schön - ob er (will sagen: sein Hirn) will oder nicht.Und schnell begreifen wir: Alles Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde, das war einmal. Heute liegt es in den Händen eines begnadeten Schönheitschirurgen: Wenn der die Falten so konsequent aus der Stirn zieht, dass die Mundwinkel dabei die Ohrläppchen küssen, dann wird dieser Gesichtsmetzger schnell mal zum Heiland, der da spricht: Selig die Armen im Geiste, denn ihnen gehört das Himmelreich. Was erst in Luthers Übersetzung zur wahren Volksweisheit wurde: Dumm aber glücklich.
Uns Unglückliche lehrt es aber, Merkels Dackelfalten zu lieben. Und ihre Mundwinkel, die jeglichen Umgang mit ihren Ohrläppchen strikt vermeiden.

Dienstag, 18. Mai 2010

die Zeit nach Ballack

Alles hätten wir irgendwie wegstecken können, die Finanzkrise, die Griechen, den abschmierenden Euro, den Öl-Super-Gau, das Wetter. Dann aber das mit Ballack. Und plötzlich spüren auch die unter 50jährigen, was deutsche Männer jenseits der 70 schon immer wussten: Immer auf die Deutschen! Die anderen mögen uns einfach nicht.
Aber klein kriegen sie uns auch nicht. Und schon ist das Krisenmanagement längst angelaufen: Merkel lässt alles andere liegen und macht Ballack zur Chefsache. Es geht um ihr Meisterstück, und sie weiß: vom Zwanziger, dem falschen Fuffziger, wird keine große Hilfe zu erwarten sein. Gleich ganz oben rein in die Hierarchie der Entscheider war schon immer ihre Devise. Also auf zur Fifa. Doch dort wird sie schnell abgeschmettert. Fußball werde längst von einer sehr verschwiegenen Organisation entschieden, die seit 1954 beim deutschen Bundespräsidenten angesiedelt ist. Nur sie könne kurzfristig das Regelwerk des Fußballs ändern.
In einer wahren Schlacht, (die in die Geschichte als die Potsdamer Schlacht eingehen wird) in der die Rotkäppchen-Sekt-Trinkerin mit mehreren Weißbier in die Statuten eingeweiht wurde - denn schnell stellte sich heraus, dass das Gremium des Vereins fest in der Hand von Bayern München lag - gelang dann der Befreiungsschlag, und folgende neuen Fußballregeln wurden einstimmig verabschiedet: 154: in Abwesenheit von Ballack - sei es aus Krankheits- oder Altersgründen - darf die deutsche Mannschaft zwei zusätzliche Spielführer und einen weiteren Tormann aufs Feld schicken. 155: Das Lied "11 Freunde sollt ihr sein" wird umgeschrieben in "28 Beine doch kein Kopf". 156: Sollte sich diese Maßnahme nicht im Sinne der deutschen Mannschaft auswirken, muss die gegnerische Mannschaft zwei Minuten vor Schluss vom Platz, und jeder der 14 deutschen Spieler darf von seiner Lieblingstelle aus auf das gegnerische Tor schießen.
Merkel merkte sofort, sie war auf gutem Wege, gab sich aber noch nicht ganz zufrieden, denn es galt, den großen Schatten ihres geschichtlich so bedeutenden Vorgängers endgültig zu verlassen.
Also gut, beugte sich das Gremium ihrem eisernen Diktat: 157: Regel 156 gilt auch über Ballacks Tod hinaus.
Pudelnass vom Weißbier aber überglücklich (siehe Foto) flog Merkel zurück in die Hauptstadt.

Montag, 17. Mai 2010

unglaublicher Weltrekord

4896 Kilometer mit nur einem Liter Sprit. Ein mehr als bemerkenswerter Weltrekord junger Ingenieure war gelungen. Aber schneller, als den Veranstaltern lieb war, blies den Teilnehmern auf den vordersten Plätzen so scharfer Wind ins Gesicht, dass sie mit Seilen und Heringen ihre "fliegenden Kisten" in Leichtbauweise im Zielraum vertäuen mussten. Und dann ging es Schlag auf Schlag, und Denunziation griff um sich unter den rivalisierenden Rennställen. Eine Einkaufsliste, die ein V-Mann des Rennstalls A beim Piloten des Rennstalls B sicher stellte, konnte eindeutig beweisen, dass dieser im Besitz von je zehn Konserven Erbsen- und Linseneintopf war, und zwar so zeitnah zum Rennen, dass schon der bloße Besitz als Doping zu gelten hatte - streng nach dem Reglement des Verbandes. Der Rennstall wurde daraufhin disqualifiziert. Als kurz nach dem Rennen dann im Straßengraben der 25 Kilometer langen Strecke vier Paar durchgelaufene Nikes gefunden wurden, war deren Besitzer schnell ausgemacht und der Rennstall C auf dem Silberplatz aus der Wertung. Die Bodenklappe im Fahrzeug sicher zu stellen, war nur noch Formsache. Unter weiterer Federführung des Rennstalls A wurde im Reglement auch schnell die Stelle gefunden, die den Farbanstrich des Rennstalls D als zu windschlüpfrig entlarvte. Der Rennstall, der zwischenzeitlich schon seinen unverhofften Sieg feierte, war damit auch draußen. Und endlich war der Weg für den Vorjahressieger frei, der auch damals zunächst auf Platz vier gelandet war: Audi mit einem serienmäßigen Q8. Sein Fahrer konnte eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass bei vernünftiger Fahrweise die Teststrecke durchaus mit einer Tankfüllung zu schaffen war - und dies regelgerecht.
Einen Teilnehmer der Kategorie "unter ferner liefen", der spät in der Nacht noch ins Ziel kam und erschöpft aber glücklich eine Teekanne, bis zum Rand mit einem Liter Benzin gefüllt, vor der Jury abstellte, bestrafte letztendlich nicht nur das Leben sondern auch das Reglement. Fieberhaft hatten die Audileute gesucht, bis sie fanden, was sie suchten: Fußgänger sind vom Wettbewerb definitiv ausgeschlossen - ohne weitere Begründung.
Hier ein Mitschnitt des Rennens: http://www.popmodal.com/video/1862/THE-FLINTSTONES-Intro
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