Dienstag, 18. Mai 2010

die Zeit nach Ballack

Alles hätten wir irgendwie wegstecken können, die Finanzkrise, die Griechen, den abschmierenden Euro, den Öl-Super-Gau, das Wetter. Dann aber das mit Ballack. Und plötzlich spüren auch die unter 50jährigen, was deutsche Männer jenseits der 70 schon immer wussten: Immer auf die Deutschen! Die anderen mögen uns einfach nicht.
Aber klein kriegen sie uns auch nicht. Und schon ist das Krisenmanagement längst angelaufen: Merkel lässt alles andere liegen und macht Ballack zur Chefsache. Es geht um ihr Meisterstück, und sie weiß: vom Zwanziger, dem falschen Fuffziger, wird keine große Hilfe zu erwarten sein. Gleich ganz oben rein in die Hierarchie der Entscheider war schon immer ihre Devise. Also auf zur Fifa. Doch dort wird sie schnell abgeschmettert. Fußball werde längst von einer sehr verschwiegenen Organisation entschieden, die seit 1954 beim deutschen Bundespräsidenten angesiedelt ist. Nur sie könne kurzfristig das Regelwerk des Fußballs ändern.
In einer wahren Schlacht, (die in die Geschichte als die Potsdamer Schlacht eingehen wird) in der die Rotkäppchen-Sekt-Trinkerin mit mehreren Weißbier in die Statuten eingeweiht wurde - denn schnell stellte sich heraus, dass das Gremium des Vereins fest in der Hand von Bayern München lag - gelang dann der Befreiungsschlag, und folgende neuen Fußballregeln wurden einstimmig verabschiedet: 154: in Abwesenheit von Ballack - sei es aus Krankheits- oder Altersgründen - darf die deutsche Mannschaft zwei zusätzliche Spielführer und einen weiteren Tormann aufs Feld schicken. 155: Das Lied "11 Freunde sollt ihr sein" wird umgeschrieben in "28 Beine doch kein Kopf". 156: Sollte sich diese Maßnahme nicht im Sinne der deutschen Mannschaft auswirken, muss die gegnerische Mannschaft zwei Minuten vor Schluss vom Platz, und jeder der 14 deutschen Spieler darf von seiner Lieblingstelle aus auf das gegnerische Tor schießen.
Merkel merkte sofort, sie war auf gutem Wege, gab sich aber noch nicht ganz zufrieden, denn es galt, den großen Schatten ihres geschichtlich so bedeutenden Vorgängers endgültig zu verlassen.
Also gut, beugte sich das Gremium ihrem eisernen Diktat: 157: Regel 156 gilt auch über Ballacks Tod hinaus.
Pudelnass vom Weißbier aber überglücklich (siehe Foto) flog Merkel zurück in die Hauptstadt.

Montag, 17. Mai 2010

unglaublicher Weltrekord

4896 Kilometer mit nur einem Liter Sprit. Ein mehr als bemerkenswerter Weltrekord junger Ingenieure war gelungen. Aber schneller, als den Veranstaltern lieb war, blies den Teilnehmern auf den vordersten Plätzen so scharfer Wind ins Gesicht, dass sie mit Seilen und Heringen ihre "fliegenden Kisten" in Leichtbauweise im Zielraum vertäuen mussten. Und dann ging es Schlag auf Schlag, und Denunziation griff um sich unter den rivalisierenden Rennställen. Eine Einkaufsliste, die ein V-Mann des Rennstalls A beim Piloten des Rennstalls B sicher stellte, konnte eindeutig beweisen, dass dieser im Besitz von je zehn Konserven Erbsen- und Linseneintopf war, und zwar so zeitnah zum Rennen, dass schon der bloße Besitz als Doping zu gelten hatte - streng nach dem Reglement des Verbandes. Der Rennstall wurde daraufhin disqualifiziert. Als kurz nach dem Rennen dann im Straßengraben der 25 Kilometer langen Strecke vier Paar durchgelaufene Nikes gefunden wurden, war deren Besitzer schnell ausgemacht und der Rennstall C auf dem Silberplatz aus der Wertung. Die Bodenklappe im Fahrzeug sicher zu stellen, war nur noch Formsache. Unter weiterer Federführung des Rennstalls A wurde im Reglement auch schnell die Stelle gefunden, die den Farbanstrich des Rennstalls D als zu windschlüpfrig entlarvte. Der Rennstall, der zwischenzeitlich schon seinen unverhofften Sieg feierte, war damit auch draußen. Und endlich war der Weg für den Vorjahressieger frei, der auch damals zunächst auf Platz vier gelandet war: Audi mit einem serienmäßigen Q8. Sein Fahrer konnte eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass bei vernünftiger Fahrweise die Teststrecke durchaus mit einer Tankfüllung zu schaffen war - und dies regelgerecht.
Einen Teilnehmer der Kategorie "unter ferner liefen", der spät in der Nacht noch ins Ziel kam und erschöpft aber glücklich eine Teekanne, bis zum Rand mit einem Liter Benzin gefüllt, vor der Jury abstellte, bestrafte letztendlich nicht nur das Leben sondern auch das Reglement. Fieberhaft hatten die Audileute gesucht, bis sie fanden, was sie suchten: Fußgänger sind vom Wettbewerb definitiv ausgeschlossen - ohne weitere Begründung.
Hier ein Mitschnitt des Rennens: http://www.popmodal.com/video/1862/THE-FLINTSTONES-Intro

Sonntag, 16. Mai 2010

Geldnoten wie gemalt

150 Jahre hätte die amerikanische Währung gebraucht, um so stabil zu werden, wie sie heute ist. Der junge Euro sei deshalb nicht schon zwangsläufig tot, nur weil ihm gerade mal kräftig Wind ins Gesicht geblasen wird. Aber kann uns dies wirklich beruhigen? Sind wir hier wirklich einfach nur "the late americans", die späten also oder ist alles schon zu spät?
Der Anfang der amerikanischen Währung war ein echtes Trauerspiel. So war das einzige Geld, das im Umlauf war, das Kopfgeld, das damals noch in Nuggets ausgezahlt wurde, weil Münzen mit nur einer Seite, der Kopfseite, nicht produziert werden konnten. Erst als ein Häuptling merkte, dass man Gold nicht essen kann, wurde Papiergeld eingeführt, das man zwar genauso wenig essen kann, das aber wenigstens die Zähne nicht ruiniert. Ein Volk aber, das täglich fünf weichgerittene Steaks vertilgte - pro (lebendem Kopf), war angewiesen auf gute Zähne.
Das war die Geburt des Green Buck, aber weil die Amerikaner ursprünglich arme Bauern waren, war Papier so knapp, dass für seine Herstellung die Mitschriften im Kongress und im Senat - und ihre Kopien - von Negersklaven in Stücke geschnitten und gebleicht werden mussten. Gelangweilte Farmerstöchter - es gab damals weder Volkshochschulen noch Sportstudios - bemalten sie dann nach einer Vorlage. Bestand der Verdacht, dass Blüten im Umlauf waren, wurden diese im Beisein eines Richters verbrannt und die dabei sichtbar werdenden Redeausschnitte mit in Fort Knox eingelagerten Originalen verglichen. Der Green Buck erwies sich so ganz schnell als völlig fälschungssicher, was ihn für Spekulanten und andere Kriminelle völlig uninteressant machte. Deshalb dümpelte die amerikanische Wirtschaft vor sich hin. Erst als im Zuge der Watergate-Affaire ein Gesetz erlassen wurde, das bestimmte, dass jede Mitschrift im Kongress in den vier größten Zeitungen des Landes veröffentlicht werden musste, geriet der Dollar ins Visier gewiefter Fälscher. Bald war schon die Hälfte der Geldnoten auf Zeitungspapier gemalt, und - die amerikanische Wirtschaft begann zu boomen, wie nie zuvor. Schon glaubte der Kongressabgeordnete Bill Smith aus Süd-Dakota, dass die Wirtschaft noch stärker wachsen könnte, wenn jedem Amerikaner und jedem neu Dazugekommenen, der alle drei Strophen der Hymne singen konnte, erlaubt wäre, sein Geld selbst zu malen. Das wurde sofort als weltfremd verworfen, weil Amerikaner zwar alles könnten, aber nicht malen. Stattdessen erhielt jeder über 11 eine Karte aus Plastik, mit der er machen konnte, was er auch mit Bucks hätte machen können, wenn er sie in dieser Menge nur besessen hätte. Die Wirtschaft dankte auch dies mit weiterem Wachstum. Als schließlich Kennedy feststellen musste, dass seine Mafiafreunde die viel schöneren Dollars besaßen, ließ er ihnen die drei Jahre vorher eingeführten Druckplatten aushändigen. Seitdem lagern diese in einem geheim gehaltenen Hinterhof in Neapel, jener Stadt, in der Berlusconi seitdem einmal im Monat den Müll abholen lässt, aus dem dann das Papier für die am sichersten fälschbaren Dollars der Welt gewonnen werden. Jetzt ist der Dollar die beliebteste und härteste Währung der Welt, und der Euro, so fälschungssicher wie ein geistreicher Spruch von Boris Becker, kann die europäische Wirtschaft nicht in Fahrt bringen. Aber schon droht dem Dollar Ungemach aus China. Dort darf seit den Olympischen Spielen jeder Chinese, der malen kann, sich seine Yens selbst malen - mit Tuschepinseln. Und mit Tuschepinseln, das weiß hier jedes Kind, kann in China jedes Kind.

Samstag, 15. Mai 2010

Mama mia, Bionik!

Sohn und Vater das erstemal zusammen auf der Jagd: "Papa, heute Nacht habe ich im Traum eine Maschine erfunden, die uns reich machen könnte." "Aha, dann erzähl mal." Der Sohn holt dergestalt ermutigt tief Luft. "Meine Maschine hat alle Funktionen, die man sich denken kann: da sind beispielsweise Backofen und Herd, aber auch Waschmaschine und Kühlschrank integriert. Und an der rechten Kante sind übereinander ein Eierkocher, eine Kaffeemaschine und eine Brotschneidemaschine." Noch einmal holt er tief Luft. "Und noch viele andere Funktionen. Und jetzt kommt der Clou: Alle Funktionen sind über ein einziges Display einzugeben, und - Papa, hör zu - auch mit Sprachbefehlen. Verstehst du, Papa? Vielleicht sogar vom Sofa aus, während der Sportschau." Der Vater klopft seinem Sprössling anerkennend auf die Schulter, weil er davon beeindruckt ist, wie weit sein Sohn in seiner Entwicklung schon vorangekommen ist. Und erkennt, dass jetzt der Augenblick für das tiefste Geheimnis des Lebens gekommen ist. Er sieht sich forschend um und pflückt dann zielsicher eine vorbeifliegende Libelle herunter und hält sie seinem Sohn hin. "Schau Sohn. Wir Männer haben uns diese Libelle zum Vorbild genommen, um unsere Hubschrauber zu konstruieren. Und dem Hai haben wir so das U-Boot zu verdanken und den ein oder anderen Schwimm-Weltrekord. Diesen Weg, aus einem überlegenen biologischen System ein taugliches technisches System zu machen, nennen wir Bionik." "Toll", sagt der Sohn, "wir sind einfach die Größten." Der Vater lächelt bitter. "Der umgekehrte Weg aber, nämlich überlegene technische Fähigkeiten in ein biologisches System zu integrieren, wird uns wohl für immer verwehrt bleiben." Der Sohn zieht ein beleidigtes Schnütchen, weil er das erste Mal in seinem Leben begreift, dass auch Männern Grenzen gesetzt sind, lauscht dann aber immer ergriffener den folgenden Worten, die ihm sein Vater hier unter Birken und Tannen wie sein Vermächtnis ins Herz legt. "Deshalb haben wir uns in diesem Fall für ein Hilfskonstrukt entschieden, das jeder unseres Geschlechtes irgendwann  - ungefähr in deinem Alter - entwickelt - aus sich heraus, immer wieder, so wie du gestern Nacht: die eierlegende Wollmilchsau des modernen Haushaltes. Und dieses Hilfs-Konstrukt hört nicht nur aufs Wort, es hört auch wie aufs Wort auf seinen eigenen Namen." Der Sohn - fast noch ungläubig: "Mama!" Und es fällt ihm wie Schuppen von den Augen, und ab dieser Sekunde ist er bereit für das wirkliche Leben.

Freitag, 14. Mai 2010

wo ist der Haken?

Die Angel-Sachsen in England und den USA wollen jetzt Kontinentaleuropa erklären, wie man Finanzkrisen richtig meistert. Und schon müffelt es gefährlich stark nach Bock. Mit Gartenarbeit und Feld bestellen hat der es bekanntlich ja nicht. Genausowenig wie Angel-Sachsen. Das ist nämlich - wie der belesene Mitteleuropäer weiß - der Teil der Sachsen, der schnell die Angel als d a s Arbeitsgerät für eine geniale Geschäftsidee entdeckt hat, die schnell die einzige Erwerbsquelle dieses atlantischen Völkchens geworden war. Und die Geschäftsidee geht so: Ans Ende unsichtbarer Leinen einen Haken aus Stahl knoten, diesen in einen Wurm oder in eine Made puhlen, das ganze ins Wasser hängen, dieses kräftig trüben und sich in der Nähe in die Sonne legen. Das wars. Den Rest macht der bald Vorbeikommende - nennen wir ihn einfach "Kunde": Und der täuscht sich, aber da ist es schon zu spät. Und da er sich täuscht, weil er sich täuschen muss, wäre eigentlich der Tatbestand der Kundentäuschung erfüllt, weil er sich aber auch täuschen will, denn er giere ja schließlich nach dem Wurme, sei es eine Art Risikopartnerschaft, meinen zumindest die so friedlichen, weil friedlich schlummernden Sachsen am Ufer. Ja, auch sie hätten ein Risiko, das Risiko, den Tag am Ende vergeblich verschlafen zu haben.
Und dieses Risiko nehme ständig zu - mit jedem Sicherheitsnetz mehr, das man um gefährdete Fischschwärme lege, und überhaupt - ob Misis Merkel der Meinung sei, mit solchen Maßnahmen, die doch eher an Greenpeace und WWF erinnerten, ihr eigenes Volk auf Dauer satt kriegen zu können.
Fehlte nur noch - nörgelt jene kleine Gruppe der angelnden Sachsen, die eine eigene bequeme Bank am Ufer besitzen und deshalb angelsächsische Banker genannt werden, weiter - dass diese Kontinentalsächsin verlange, an jede Leine müsse ein rotes Schildchen, auf dem in vier Sprachen steht: Vorsicht, an der Sache ist ein Haken.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Vatertag - höchster Feiertag wo gibt!

Vatertag - höchster Feiertag wo gibt, verträgt keine Häme. Schon garnicht an dieser Stelle. Deshalb: Meine Grußadresse an alle unterwegs. Ihr seid die wahren Helden des Landes.
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