Montag, 22. März 2010

Obama Dich unser!

Frau Merkel ist irritiert: Obama rüstet auf! "Dann zahlen wir eben 9 Milliarden oder ich versichere ihm meine uneingeschränkte, ich wiederhole, meine uneingeschränkte Solidarität. So ist es schon immer Usus - und auch ich mache nichts anderes", sagt Westerwelle und irgendwas von mit zweierlei Maß messen.
"Es geht doch nicht um Krieg, es geht um die Gesundheit", erwidert Angela hysterisch. Nichts ist mehr wie es einmal war. Er ist schwarz und Du bist schwul, ich war FDJ-Funktionärin für Propaganda, und die USA werden zum Sozialstaat. Guido, Du - wir reiten den falschen Gaul. Die spätrömische Dekadenz ist in der Neuen Welt angekommen. Zuerst Guantanamo und jetzt selbst Texas, dem reaktionären Herz der USA. - Unbezahlbar für die USA? Meinst Du? Und alles wär wie vorher? Quatsch. Ich denke, Du lässt dir nicht den Schneid abkaufen, oder doch?

Sonntag, 28. Februar 2010

St. Blasien und die anderen im Kirchenchor

Der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche: Es ist die Scheinheiligkeit, die uns abstößt, noch mehr als das Verbrechen selbst, das schlimm genug ist - in jedem (Einzel)Fall.
Aber diese Kaste, die von Berufs wegen Selters predigt und Messwein trinkt, schon immer - zumindest seit es Selters gibt - sie verhöhnt geradezu ihr Programm, das doch heißt "das Kreuz vorantragen" statt sich unter jenen zu verstecken, die, zu guten oder wenigstens besseren Menschen zu bekehren, man doch angetreten ist - auf Teufel komm raus.
Aber sind nicht noch armseliger als unsere Politiker Priester, die die Schwächen "ihrer Schäfchen" plötzlich auch für sich selbst proklamieren - wie die anderen die Schwächen "ihres Stimmviehs"?
So haben wir aber nicht gewettet. Gut zu sein, Vorbild zu sein, das Richtige, ja selbst das ethisch Richtige zu tun - dafür werden sie von uns bezahlt - gut bezahlt. Bei Nichterfüllung oder gar Zuwiderhandlung droht Abmahnung und Rauswurf.
So geht's Business!
Und was gar nicht geht, ist diese salbungsvolle Version von "Eine-Krähe-hackt-einer-anderen-kein-Auge-aus" der Oberpriester der deutschen Katholen, die so geht, aber erst in diesem katholischen Singsang 80jähriger Hohepriester Übelkeit erregt: "Nun, mein Sohn, Schlimmes ist Dir widerfahren, dürfen wir Dir seelischen Beistand leisten?" Und warum wundert uns nicht eine Sekunde, dass dieses Angebot dem Kinderficker galt und nicht etwa dem Kind? Weil da oben zwar ein vergebender nachsichtiger Gott aber kein liebender über allem hockt?
Oder weil unser Generalverdacht stimmt, immer und immer wieder und ausschließlich stimmt?: In unsere Institutionen, die wir geschaffen und mächtig gemacht haben, das Edelste, Klügste und Beste unserer Art zur Wirkung kommen zu lassen, in die wir deshalb unsere Edelsten, Klügsten und Besten glaubten gesendet zu haben, hat sich doch immer nur eine Sorte Mensch wie Krebs ausgebreitet: der geldgeile Machthungrige. Oder, um es etwas tiefer zu hängen: Der Mensch, den nur sein eigener Wohlstand und sein persönlicher Einfluss interessiert. Siehe "Dornenvögel" siehe "Schröder", die politische Marke.
Und nur damit lässt sich erklären, dass in solchen Institutionen das Verwerfliche häufiger anzutreffen ist als außerhalb solcher Machtzentren.
Was übrigens auch für die Kaste jener gilt, für die wir arbeiten. Und für die Kaste jener, die unsere Arbeitnehmerrechte vor diesen vertreten soll.

Donnerstag, 4. Februar 2010

St. Blasien - um Himmels Willen!?

St. Blasien: ein Name - ein Programm.
Soviel Gräten (will sagen: Kröten) kann man gar nicht schlucken wie man kotzen möchte.
(Der heilige Sankt Blasius ist der Heilige der katholischen Kirche, der für Fischgräten im Hals zuständig ist: sein Blasiussegen zaubert sie weg - wie weggeblasen.)
Was hat das hier unter Home-and-Health zu suchen, fragen Sie?

Es soll die Einleitung zu einem einfachen Erziehungstipp sein, und der geht so: Eltern aufgepasst. Besonders groß ist die Gefährdung Eurer Kleinen unter weltfremden Sonderlingen. Gottgeweihte Mannsbilder gehören zu dieser Kategorie. Jesus geweihte Weibsbilder auch, wie die späte Nachlese katholischer Erziehungsarbeit in katholischen Kinderheimen beweist.
Als ziemlich "guter Katholik" steht mir ein solches Urteil zu - so glaube ich fest.

Montag, 11. Januar 2010

mit Vollkorn gegen die Kurven

Vollkorn. D a s Zauberwort schlechthin soll das sein. Gerade jetzt zum Jahreswechsel, wo unsere Schwüre, sich endlich von einigen Kilo Körpergewicht zu trennen, noch schwer wiegen, bevor sie sich wie jedes Jahr wieder verdünnisieren und uns schwer und enttäuscht zurücklassen.
Aber dieses Jahr haben wir ja das Vollkorn. Es soll uns helfen, den besten aller Pläne, nämlich abzunehmen ohne die Nahrungsaufnahme zu verringern, in die Tat umzusetzen. Ein modernes Märchen, meinen Sie? Unsere Ernährungswissenschaftler halten es für seriöse Wissenschaft. Die Masse an Balaststoffen in diesem Vollkorn (mehr als 6 Gramm auf 100 Gramm geballter Energie!) würde dies bewerkstelligen und der günstige glykämische Index. Und überhaupt sei das volle Korn einfach nur gesund.
Wers glaubt. Haben Sie schon mal Ritterrüstungen gesehen? Da hätten Sie nicht mal als Elfjähriger reingepasst. Stimmts? Die Ernährungslage unserer Vorfahren hatte einen stattlicheren Körperbau einfach nicht zugelassen. Und so waren die stolzen Ritter, was heute die bemitleidenswerten Jockeys sind: Kinderkrieger.
Das war nicht immer so, sondern kam mit dem Übergang der Jäger- und Sammlerkulturen zu Bauernkulturen sesshafter Menschen, als der Mensch Fleisch, Beeren, Nüsse und Eicheln durch Grassamen und Kohl ersetzte, ersetzen musste.
Diese Grassamen, die er kultivierte, heißen heute Weizen, Roggen, Hafer und Co..
Und man nahm das volle Korn - und hätte auch die Halme genommen, wenn sie essbar gewesen wären - weil man es sich nicht leisten konnte, nahrhafte Teile davon wegzuwerfen.
Von dieser jahrhundertelangen Mangelernährung hat er sich erst wieder in der Neuzeit erholt, und Vollkornprodukte verschwanden in kulinarischen Nischen.
Ist also wissenschaftlicher Rat, diese Mangelernährung wieder gesellschaftsfähig zu machen? Nur um schlank zu werden? Wohl kaum.
Wie dem auch sei. Selbst wenn wir auf fachmännischen Rat setzen würden, der allgemeine Wahnsinn auch auf diesem Gebiet würde uns einholen:
Sieben von zehn Vollkornbrötchen, gekauft in Deutschlands Fachhandel, sind gar keine - laut einem jetzt veröffentlichten Testbericht. Sie sehen nur so aus oder werden von entsprechenden "Fachverkäufern" so angepriesen. (wahrscheinlich von 400€-Kräften mit einer Ausbildung, die sich wohl in folgender Anweisung erschöpft: "Arbeitsbeginn 8 Uhr, Laden schließen Punkt 19 Uhr, danach Aufräumen - unbezahlt, natürlich. Fehlbeträge in der Kasse zahlen Sie aus eigener Tasche").
Die restlichen Fehleinkäufe gehen aber auf unser eigenes Konto: Ein in Körner getauchtes Milchbrötchen, mit Rübensirup nachgedunkelt und "Mehrkornbrötchen" getauft, gerät schnell mal in den Verdacht, ein kerngesundes Vollkornbrötchen zu sein. Diese Art von Selbstbetrug ist weitverbreitet, lenkt unsere Schritte beispielsweise in eine Bäckerei statt zum Discounter, obwohl....
Sind Sie etwa sicher, dass ihr Bäcker um die Ecke hinter dem Verkaufsbereich überhaupt noch eine Bäckerei hat - mit Knetmaschinen und Backofen und so? Viel wahrscheinlicher ist, dass eine fabrikmäßige Großbäckerei Ihren Laden beliefert. Solche Großbäcker beliefern auch Lidl, Aldi und Co. Oder sie verwenden die gleichen Backmittel - und die verwendet mit ziemlicher Sicherheit auch die kleinste Kleinbäckerei. Und dass Backmittel so wenig mit Mehl zu tun haben wie eine Marlboro light mit einer naturidentischen Gauloise, hat sich bestimmt inzwischen herumgesprochen.
Nur so mancher Bäckermeister glaubt heute noch an sein Märchen vom Brot aus Mehl, Wasser, Salz, Hefe und sonst nix.
Beim Discounter können Sie übrigens nachlesen, was drin ist in seinen Backwaren. Der hat nämlich entweder Auszeichnungspflicht oder macht das freiwillig. Beim Bäcker um die Ecke müssen Sie sogar fragen, ob das eine Apfel- oder eine Quarktasche ist! -
Sind wir dann doch endlich an ein Vollkornbrötchen geraten - aus Roggenmehl, hurra! - noch eine Warnung zum Schluss, dann sind wir durch mit dem Mythos "gesundes Vollkorn". Und die geht so: Sauerteigführung ist ein Prozess, der sehr anfällig ist für Witterungseinflüsse, wie das gute alte Mehl auch, übrigens. Deshalb die Backmischungen statt Mehl, in denen feingemahlener Marmor, Zitronensäure, Amylase und andere Enzyme neben Mehl - gepanscht aus vielen Sorten - so zusammengerührt sind, dass gleichbleibende Backeigenschaften garantiert werden können.
Aber zurück zum Sauerteig. Wie gesagt: weil zu riskant und langwierig, wird der im Teig durch irgendwelche Säuren ersetzt. Diese Säuren kriegen aber eines nicht hin: Stoffe im Roggenmehl zu zersetzen, die von der Roggenpflanze als Schutz gegen Fressfeinde entwickelt wurden. Deshalb sehen Vollkorn-Köstler oft so gebläht aus: In ihrem Magen entfaltet der Roggen-Abwehrstoff nämlich seine ganze triebhafte Wirkung.
Und so erhält die Evolution nach 1000 Jahren Sauerteig endlich wieder ihre Chance: Spätestens nach dem dritten Vollkorn-Brötchen geben wir auf, und schielen wieder auf der hohen französischen Küche bekömmliches Kind: das Baguette. Wohl bekomm's.
Übrigens: Franzosen sind im Schnitt deutlich schlanker als ihre nächsten Nachbarn im Osten.
Erfolgreiches und glückliches Neues Jahr, übrigens.

Sonntag, 20. Dezember 2009

von Treue und Lust 2

der Hinweis auf die "Schöne neue Welt" ist dann doch zu erschreckend, um darüber hinweggehen zu können.
Lust scheint man tatsächlich zu allen Zeiten ein so anarchisches Potential zugeschrieben zu haben, dass selbst Autoren, die man nicht direkt dem Dunstkreis der Mächtigen zurechnen kann, solche die Lust diskreditierende Lehr- und Erziehungsromane glaubten schreiben zu müssen.
Huxleys Konstrukt ist letzten Endes auch nichts anderes als die Warnung der katholischen Kirche vor der Onanie und ihre Verteufelung.
Spannend dabei ist, dass die strikte Reglementierung der Lust Gesellschaften beherrschbar macht; und zwar nicht
nur ihre Einschränkung auf ein Rest-Niveau, das zum Zeugunsakt notwendig ist. Die Vergangenheit hat dies oft genug gezeigt.
Dass umgekehrt Huxleys Methode der zwanghaft verordneten Lust dies gelingen sollte, hat die "Lotter-Welt", in der wir leben und lieben nach Lust und Laune noch nicht wirklich beweisen können. Nicht einmal tendenziell.

Montag, 14. Dezember 2009

von Treue und Lust

Wissenschaftler in Sheffield wollen jetzt bewiesen haben, dass Frauen, die hormonell verhüten, treuer sind als andere. Dies soll daran liegen, dass die Phase, in der Frauen sich eher dominanten Männern hingezogen fühlen, durch die Pille "wegtherapiert" werde, und generell sich die Hinwendung zu treuen, verlässlichen Partnern verstärke.
Nur wenige Alt-68er werden sich zwar jetzt im Grabe herumdrehen, aber viele in frühzeitig erkalteten Ehebetten sich unruhig hin- und herwälzen.
Waren sie es doch, die die freie Liebe "erfunden" haben und Dank der schnell entwickelten Antibabypille auch sorglos ausleben konnten.
Allein dafür sinken die nachfolgenden Generationen dankbar vor ihnen auf die Knie.
Und weil das so ist, ist Angst überflüssig: Die Lust an der Lust wird bleiben, und auch morgen noch wird man dafür viel, viel mehr Gleichgesinnte finden als in der "pillenfreien" Zeit - auch für nur flüchtige Begegnungen.
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