Donnerstag, 12. August 2010

Mnemosystem / Ziffer 01

Unmännlich ist…





Saite 01sich über Belangloses zu ärgern.



Die Saite auf der Gitarre scheppert. Ärger! Eine lange, viel zu lose Saite ist es, was mich da ärgert - weil sie scheppert.



Ärger ist ein Grundübel. Ärger befreit nicht aus einer schlechten Stimmungslage sondern verschärft sie meist nur. Und verengt den Raum für vernünftiges Handeln. Deshalb: Zeit gewinnen! Am besten in Gedanken langsam auf 10 zählen. Danach bliebe immer noch genügend Zeit auszurasten - wenn man dann noch will.
Aber, keine Angst. Auch der Zornnickel hat seinen Fanclub. Natürlich sollte er gleichzeitig authentischer Charismatiker sein - wie Robbie Williams, etwa.
Oder wie jener andere Rockmusiker es einmal ausgedrückt hat: „Ich werde nicht eher aufhören wütend zu sein, bis mein Kopf auf einer Briefmarke erschienen ist.“ Und verwandelte das nächste Hotelzimmer in Kleinholz.

Lucy´s berühmte Maultaschen

Zwei Kerben in einem Knochen, und die Forschergemeinde steht Kopf. Denn diese Kerben beweisen: Schon vor 3,4 Millionen Jahren hat der Mensch Werkzeuge geschaffen und Fleisch bearbeitet. Beides zusammen aber bedeutet: Da war ein Homo am Werk, ein afrikanischer oder ein australischer, aber immer auch erregt und arrogant, und zum Schluss auch (die Altersform quasi: Homo sapiens, der sabbernde Mensch) sabbernd  - um nur einmal die gängigsten Fachbegriffe hier munter einzustreuen. Die Experten wissen, von was die Rede ist. Uns soll genügen zu wissen: Es war Lucy, nicht Eva (auch nicht Adam). Und bei Lucy daheim gab es auch keine Äpfel, sondern Elefantenköttel - und Schabfleisch, und es ist nicht auszuschließen, dass es Spätzle dazu gab. Zumindest ist der Botaniker an der Fundstellle der gekerbten Knochen davon überzeugt. Ohne diese Annahme, die deshalb nie strittig war, wäre die Menschwerdung eh nur eine gewagte Spekulation, weil ohne diesen Kulturträger, die Kultur in Affenherden nie hätte getragen werden können. Schulterblätter von Gnus, die fein säuberlich verstaut neben einem gusseisernen Dampfnudeltopf allein an drei Fundstellen in Zentralafrika geborgen werden konnten und inzwischen bei der "Tafel" in Wiesloch und Berlin ihre allgemeinnützigen  Dienste tun, beweisen: Dies waren Schabbretter, anders war ihre spiegelglatte Oberfläche nicht zu erklären.
Doch plötzlich kam Aufregung in die Gruppe der Paläanthropologen. Man hatte den Zugang zu einer Höhle entdeckt. Die Einritzungen auf der Tür waren schnell entziffert: "Für die Nachwelt: unser Plumpsklo mit eingemauertem Echo". Hier konnte das Tor zu letzten Gewissheiten aufgestoßen werden, weshalb man fieberhaft nach der geeignetsten Person der Gruppe für ihre Bezeugung suchte, denn alle wusste:. Sobald die Tür auf war, war das eingefangene Echo nur genau einmal zu hören, um danach für immer im Raum-Zeit-Gefüge zu verschwinden. Die Wahl fiel auf das Kindermädchen des jüngsten Forschers, weil es sich mit dem Geruch, der Windeln und Toiletten entströmte, am besten auskannte - und weil sie Schwäbin war. Trotzdem gab man ihr ein scharf geschaltetes Handy mit. Fünf Minuten später war sie zurück und frohlockte: Spätzle! ohne jeden Zweifel, aber noch besser - Käsespätzle. Und dann die Sensation, die die Fachwelt erschütterte wie die gewaltigen Flatulenzen aus vergangenen Zeiten die schwäbische Kinderfrau:
Maultaschen!

Mittwoch, 11. August 2010

Mnemosystem / Ziffer 00

Ab heute, 11.08.2010, wird an dieser Stelle das erste Merksystem veröffentlicht, das jemals funktioniert hat - zumindest bei mir. Was es von den vielen anderen unterscheidet, die nicht funktioniert haben, ist, dass es eine Kombination aus den besten bekannten Mnemosystemen ist. Deshalb hört es auf den Namen 4-D-Major-System. Wer sich näher dafür interessiert, sollte seine email-Adresse hinterlegen, dann schicke ich ihm eine PDF-File des Lehrbuches, das ich darüber geschrieben habe. Für lau natürlich, wir sind ja schließlich im World-Wide-Web.
Hier als kurze Erklärung nur der Schlüssel mit dem ich zu den 110 Begriffen gekommen bin, die die Anker des Systems darstellen: Die Zahlen 0 bis 9 werden in die unten aufgeführten Buchstaben übersetzt.

0 s, z
1 t, d
2 n
3 m
4 r
5 l
6 j, ch, sch
7 k, ck, g
8 f, pf, ph, v, w
9 p, b

Die zweistelligen Zahlen von 00 bis 99 werden dann durch ein Wort repräsentiert, das aus den obigen Konsonanten aufgebaut ist. Die Vokale a, e, i, o, u, eu, au, usw. zwischen den Konsonanten können dabei frei gewählt werden. (Also Suse (s-s-) = 00)
Achtung: Nur für Knaben und Männer! (denn dieses System versucht gleichzeitig aus jungen Deppen wahre Kerle zu machen - Tag für Tag)

Unmännlich ist…













Suse 00 nicht wahrhaben zu wollen, dass ein Mann immer nur ein Jäger ist

Männer gehen auf Wildgansjagd und bringen stolz die (oft magere) Beute ihres (allzu oft scheuen) Jagdglücks nach Hause. Frauen wie Suse ziehen Hausgänse groß - Schlachtfest garantiert.

Männer sind Jäger, schon seit der Zeit, als sich der erste Homo wieauchimmer das erste Mal noch ängstlich aufrichtete, um seine Beute besser erspähen zu können. Inzwischen ist die Jagd für ihn das Lebenselexier Nummer 1. Die Jagd auf Frauen, nach Anerkennung, nach Erkenntnis, nach Macht und nach Wohlstand. Und so wahr der Weg das Ziel ist, ist für den wahren Mann die Jagd an sich schon das verheißungsvolle Ziel - und keineswegs die Beute. Und so ist das Erreichte für ihn nicht das Sich-eingerichtet-haben in wunschlos machende Behaglichkeit sondern immer nur eine als schmerzlich empfundene Unvollkommenheit seiner Trophäensammlung. Und das ist gut so.

verlogene Republik

Steffen Seibert kommt - und verstärkt ab heute die Gegenseite. Seibert, ein Söder II. Diesmal aber nicht die verschlagen-schleimige Variante mit Permanent-Lidstrich sondern die Marke Engelsgesicht. Können diese himmelblauen Augen lügen? Offensichtlich, denn dafür wird Seibert ab sofort teuer bezahlt.
Sagt dies irgendetwas über heutigen Journalismus aus? Sagt es irgendetwas über Politik aus, wenn abgewählte Kanzler und Minister in Industriebranchen abtauchen, die sie als Politiker noch vehement bekämpft hatten? Sagt es irgendetwas über Katholizismus aus, wenn eine Frau, die des Lesens und Schreibens mächtig ist, zum Islam konvertiert und sich für immer unter eine Burka verabschiedet? Eher nicht. Es sagt vielmehr etwas über die Gesellschaft aus, in der all dies möglich wird. Geißler wäre mit Sicherheit für diesen größeren Ansatz. Ein Mann, der mit dem Satz berühmt wurde: Der Pazifismus Europas hat Auschwitz erst möglich gemacht, denkt in solchen Dimensionen. Und die, die ihn damals niederbrüllten, haben längst die Seiten gewechselt, lehren Politikgeschichte in Amiland. Die brüllen nicht mehr. Ersetzen das durch Besserwisserei: Der Altersstil des "Elder Statesman". Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern! Eine solche Aussage werden wir von unserem Steffen niemals hören. So grober Wortschatz steht diesem Gesicht nicht zu Gesicht. "Endlich hat sich mir die tiefe Wahrhaftigkeit meiner verehrten Kanzlerin erschlossen, und ich bin dankbar dafür." So würde es klingen, wenn ein dergestalt Edler reden würde über Seelenpein und -lage. Was er aber nie tun würde. Von solchen Männern für ihre Töchter träumen unsere Mütter. Und in wenigen schwachen Minuten auch von noch viel mehr. Und so lange das so ist, bleibt es hierzulande wie es ist: verlogen.

Dienstag, 10. August 2010

Mit Kant auf dem Baugerüst

Eine Studie besagt: Ex-Hauptschulabsolventen leben gesünder als Akademiker. Weil sie sich mehr bewegen, und das an der frischen Luft. Als Maurer, als Dachdecker.
Nun sind ja Statistiken immer nur so gut wie ihr Ruf, zumal diese hier vorliegende von einer Krankenkasse in Auftrag gegeben wurde. Trotzdem, Hinhören lässt Zweifel aufkommen. Die Männer auf den Baugerüsten sprechen nämlich fließend Englisch und philosophieren über die Relativitätstheorie genauso wie über Kants kategorischen Imperativ, ohne dabei die Kelle aus der Hand zu legen. Studenten der Uni am Ort und der Fachhochschule sind das; die Ex-Hauptschüler gehen derweil ihren Überwachungsaufgaben nach: Die Bierqualität muss vor dem „Verbauen“ (so nennen sie das - mit einem Augenzwinkern) getestet werden. Den Kasten hatte der Theologie-Student im 4. Semester zum Arbeitsbeginn angeschleppt. Dienstanweisung! „Von wem ist die?“, hatte der Vorarbeiter gefragt und ihm die Flasche vor die Augen gehalten. "Von Eichbaum." Der Ex-Hauptschulabgänger und Analphabet Piotr K. hatte glücklich mit den Augen gerollt. "Gut!", und seinen Hilfsarbeiter wieder aufs Gerüst geschickt. "Geh mit Gott!", hatte er ihm hinterher gerufen. Was beweist, dass sie ihren Humor nicht verloren haben, obwohl sie wissen, dass die überwiegende Mehrheit ihres Jahrgangs ihr Bier jetzt zuhause vor der Glotze trinkt.
Derweil steht der Akademiker als solcher von Anfang an genau einen Schritt vorm Abgrund - und das bleibt so während seiner gesamten Hochdruck-Karriere. Ein Müsli würde da den Kohl auch nicht fett machen, weiß er, denn er kennt die Grenzen ausgewogener Ernährung. Bei seiner Frau, die das Leben schont, kann das aber sehr wohl lebensverlängernde Wirkung haben, weshalb er bereit ist, in ihr tägliches Sushi und ihre Sprossen an geriebenem Mango-Rand zu investieren.
Überhaupt ist ihm die Volksgesundheit ein großes Anliegen . Deshalb ist es ganz in seinem Sinne ist, dass der Großteil seiner Steuern in die gesunde Ernährung bildungs- und arbeitsferner Schichten abfließt.
Denn sie sind das Tafelsilber dieser Gesellschaft - und ihre Brutstätte.
Seine Frau dagegen zieht Kinderlosigkeit vor - aus gesundheitlichen Gründen. Was er gut verstehen kann. Er begnügt sich derweil mit einem Milchreis von Müller Milch und vermilchreist - wenigstens drei Minuten. Aber irgendwo knallen Sektkorken - und er muss spontan an seine Frau denken. Und sein Lächeln gefriert plötzlich den Löffel Milchreis vor seinem Mund. Er kaut nachdenklich und zähneknirschend.

Montag, 9. August 2010

holt sie aus ihren Pampers

Man ist so alt wie man sich fühlt.
Lange geheim gehaltene Forschungsergebnisse brachte jetzt Wikileaks ins Net: Wissenschaftler hätten 1999 schon festgestellt: Das ist wirklich so! Und besser noch: Wenn man sein Kinderzimmer wieder vom Speicher holt und fürderhin in ihm lebt und der Zeit, von der die Poster an der Wand zeugen, wird man wieder jung. Der Hüftschwung geht wieder und die Hechtrolle aufs Kinderbett. Und das mit 70. Und wenn Oma dann ihren Petticoat über die drallen Hüften zwängt, ist kein Halten mehr. Die Pfunde purzeln, Rex Gildo steigt aus seinem Poster von der Wand, und Opa wird in den Schrank gesperrt, in dem er zwei Drittel seiner Kindheit verbracht hat. Alles halb so schlimm, denn auch seine Gelenke haben schnell wieder die Elastizität, die es braucht, um sich zwischen Turnschuhen und Unterwäsche einzurichten.
Längst vergessener Feuereifer stellte sich auch bei Dr. August G., dem ehem. Offizier der Wehrmacht wieder ein - und seine majestätische Haltung.
Politiker begriffen schnell: Das Rentensystem würde eine solche Entwicklung auf Dauer nicht verkraften, und verhinderten erfolgreich die Veröffentlichung der Arbeit in "Old Nature" und machten sie zur geheimen Verschlusssache.
Nur Eigenbedarf wurde toleriert - unter der Hand. Merkel läuft seitdem in Kostümjäckchen herum, die in ihrem Auftrag von lange pensionierten Bandarbeitern des VEB SoSchniMus in Zwickau nach sozialistischen Schnitt-Mustern der Marke "auf Naht gesteppte Pfarrerstochter" gefertigt wurden. Diesen Kunstwerken verdankt unsere Firstlady seitdem ihren federnden Gang, statt am Stock zu gehen. Auch das Geheimnis von Westerwelle ist jetzt kein Geheimnis mehr: Seine Art von Politikverständnis speist sich aus einer einzigen Quelle: dem Konfirmantenanzug, in den er sich 1999 schnell gezwängt hatte, um seinem fünf Jahre jüngeren Lover zu gefallen.
Und Wikileaks, dem geheimen "Kampfblatt" der CIA, gebührt der Ruhm, Deutschland platt gemacht zu haben. Denn Millionen Rentner, denen in ihren Pampers die Milchzähne nachwachsen, werden den Laden hier auseinandernehmen.
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