Montag, 9. August 2010

holt sie aus ihren Pampers

Man ist so alt wie man sich fühlt.
Lange geheim gehaltene Forschungsergebnisse brachte jetzt Wikileaks ins Net: Wissenschaftler hätten 1999 schon festgestellt: Das ist wirklich so! Und besser noch: Wenn man sein Kinderzimmer wieder vom Speicher holt und fürderhin in ihm lebt und der Zeit, von der die Poster an der Wand zeugen, wird man wieder jung. Der Hüftschwung geht wieder und die Hechtrolle aufs Kinderbett. Und das mit 70. Und wenn Oma dann ihren Petticoat über die drallen Hüften zwängt, ist kein Halten mehr. Die Pfunde purzeln, Rex Gildo steigt aus seinem Poster von der Wand, und Opa wird in den Schrank gesperrt, in dem er zwei Drittel seiner Kindheit verbracht hat. Alles halb so schlimm, denn auch seine Gelenke haben schnell wieder die Elastizität, die es braucht, um sich zwischen Turnschuhen und Unterwäsche einzurichten.
Längst vergessener Feuereifer stellte sich auch bei Dr. August G., dem ehem. Offizier der Wehrmacht wieder ein - und seine majestätische Haltung.
Politiker begriffen schnell: Das Rentensystem würde eine solche Entwicklung auf Dauer nicht verkraften, und verhinderten erfolgreich die Veröffentlichung der Arbeit in "Old Nature" und machten sie zur geheimen Verschlusssache.
Nur Eigenbedarf wurde toleriert - unter der Hand. Merkel läuft seitdem in Kostümjäckchen herum, die in ihrem Auftrag von lange pensionierten Bandarbeitern des VEB SoSchniMus in Zwickau nach sozialistischen Schnitt-Mustern der Marke "auf Naht gesteppte Pfarrerstochter" gefertigt wurden. Diesen Kunstwerken verdankt unsere Firstlady seitdem ihren federnden Gang, statt am Stock zu gehen. Auch das Geheimnis von Westerwelle ist jetzt kein Geheimnis mehr: Seine Art von Politikverständnis speist sich aus einer einzigen Quelle: dem Konfirmantenanzug, in den er sich 1999 schnell gezwängt hatte, um seinem fünf Jahre jüngeren Lover zu gefallen.
Und Wikileaks, dem geheimen "Kampfblatt" der CIA, gebührt der Ruhm, Deutschland platt gemacht zu haben. Denn Millionen Rentner, denen in ihren Pampers die Milchzähne nachwachsen, werden den Laden hier auseinandernehmen.

Sonntag, 8. August 2010

Katzen - gut nur für Katzenfelle

8.8.2010. Weltkatzentag. Seit dem Morgengrauen bin ich mit meinem Auto unterwegs. Vergebens. Es ist nach 16 Uhr, und es sind immer noch 8,2 Millionen und keine weniger. Immer genau nur einen Katzensprung vom Jagdglück entfernt. Aber auch im Straßenverkehr gilt, was überall gilt: Knapp daneben ist auch vorbei.
Derweil tun die Jäger ihr bestes, der Plage Herr zu werden. 200.000 Abschüsse im Jahr. Aber es hilft nichts. Sie haben sich längst ganz fest in die Herzen unserer Frauen geschleimt. Und Forscher sind ratlos. Gegen wirklich jedes Vieh ist ein Kraut gewachsen, selbst gegen Stechmücken und Nacktschnecken. Doch das Phänomen „Katze“ scheinen die Psychologen und Psychiater nicht in den Griff zu kriegen. Denn Katzenliebe ist in der Psyche der Frauen so fest verankert wie der feste Glaube an die Homöopathie. Was deshalb verwundert, weil sie in dieser Frage keinen Millimeter auf diejenigen zugehen würden, auf die sie für ihre Fortpflanzung und meist auch für ihr finanzielles Überleben dringendst angewiesen sind.
Männer mögen zwar Katzenwäsche, hassen aber Katzen, zumindest die Männer, die Frauen lieben. Frauen aber lieben Männer, die Katzen lieben, aber nur - zumindest sind wir bislang davon ausgegangen, um mit ihnen Fachgespräche zu führen – über rosa Seidenunterwäsche, zum Beispiel. Dass sie jetzt aber auch Sex nur noch mit Männern haben wollen, die Katzen lieben, wird das Zusammenleben in diesem Land mit 8,2 Millionen Katzen auf Dauer ziemlich lieblos gestalten. Den Katzen wird’s egal sein, denn die genügen sich selbst – definitiv. Schleimen tun die nur, wenn das Whiskas fehlt.

Samstag, 7. August 2010

Eugens Fliegerbombe

7.8.2010 Bild: 60 Jahre lang lebt ein Rentner mit einer Fliegerbombe im Garten.
Ab Montag ist das endgültig vorbei. Grund: Ein Fünfer mit Zusatzzahl lässt den lange fälligen Ausbau des Hauses zu. Übermorgen ist Einzug und die Nachbarn wollen helfen. Nicht ganz uneigennützig, wie sich dem Bildreporter schnell offenbarte: Selbst im hohen Alter von 79 habe Eugen B. nichts von seiner Manneskraft eingebüßt und seine Fliegerbombe nichts verlernt - immer noch kämen die hilferufähnlichen Laut-Äußerungen in Orgasmus-Nähe so eruptiv wie damals in der Fliegerbaracke. Dort war sie eine Klaviatur, auf der alle Kameraden spielen konnten - und durften, wann immer sie wollten. Er aber hatte sie geheiratet, als sich herausstellte, dass Elsa, Miss Kleinalbersweiler und seine so heiß geliebte Verlobte, nicht auf ihn gewartet hatte. Bereut habe er es eigentlich nie.
Jetzt freut sich also die Nachbarschaft auf Montag, weil ab dann die Fliegerbombe nicht mehr im Freien explodieren würde, zumindest nicht mehr Nacht für Nacht.
Dabei hatte man eigentlich schon aufgeben, und an professionelle Hilfe durch Bombenentschärfer wollte auch niemand mehr glauben. Ganze Sprengtrupps hätten ihr Glück schon probiert. Das waren Tage - laute Tage - an denen sich die Nachbarn bald freiwillig zwangsevakuieren ließen.
600 Euro waren deshalb jetzt schnell zusammengekratzt - für das Schlafzimmerfenster der beiden: dreifach-verglast mit blickdichten Vorhängen, Marke Tarnnetz.

Freitag, 6. August 2010

Ein Bauch kann nicht irren

Schöne Menschen haben nicht nur bessere Chancen beim anderen Geschlecht, sondern auch größere Erfolge auf dem Arbeitsmarkt. Und die Evolution hat die Kriterien festgeschriebenen, nach denen wir Schönheit bewerten, lange bevor sie uns mühsam das in die hohle Birne hineinentwickelt hat, was uns Menschen so einmalig macht: unser klarer Verstand.
Deshalb wissen wir jetzt, warum unser Verstand nicht verhindern konnte, Angie in den Olymp unseres Landes zu hieven. Schönheit ist eben eine Erfahrung, die ganz tief aus uns kommt und - ohne Umwege über das Hirn zu nehmen - uns die Augen aus den Höhlen drückt.
Anmut - regelmäßige, symmetrische Gesichtszüge, große Kinderaugen und auf ihrem Hintergrund in Leuchtbuchstaben die Message des Lebens:
Ich bin reif - ich bin bereit.
Dem Eindruck dieses Gesamtpaketes kann sich niemand entziehen. Vor allem dann nicht, wenn ein tänzerisch leichter Gang uns den dazu passenden Körper in den Fokus unserer Leidenschaft trägt.
Wie schnell doch der Bauch entscheidet, und wie lange ein Hirn dagegen braucht, um "sich schlauzumachen"! Und trotzdem ist da von Anfang an die Gewissheit: Alles wird gut! Denn unser Bauch irrt nicht, schon gar nicht, wenn an ihm ein Peilsender angebracht ist - wie bei Männern, üblicherweise.
Und so harren wir frohen Mutes auf ihre vierte oder fünfte Legislatur-Periode, wenn dann endlich die Botschaft unseres Herzens auch in unserem Hirn angekommen sein wird:
Angie ist ein verdammt attraktives Weibsbild!

Donnerstag, 5. August 2010

schwarzer Amerikaner oder Fassnachtsküchle

Jeder zehnte Amerikaner glaubt, Obama sei ein Ausländer. Damit liegt er an der Spitze der Charts – wie immer, aber wieder, wenn auch nur knapp, geschlagen von Jesus, den sie den Messias nannten. Der glaubte nämlich selbst, er sei Ausländer, denn er hatte lange blonde Haare und lebte als Schreiner unter lauter kleinwüchsigen Kaufleuten mit struppiger Frisur und Knollennase, die allerdings auch – wie er - erst kürzlich in diese Gegend gezogen waren. Und hatte verträumte blaue Augen, himmelblaue, die bewiesen, dass sein Reich nicht von dieser Welt war.
Obamas Oma übrigens lebt irgendwo in Afrika, die von Jesus müsste schon längst im Himmel sein, konnte aber trotz intensiver Nachforschungen nicht gefunden werden. So lange muss Jesus Vater als Findelkind gelten.
Mit Obama keimte neue Hoffnung auf, die schnell enttäuscht wurde, denn seine Oma war nicht die gesuchte. Was bewies: Obama ist nicht der Heiland, ist nicht einmal verwandt mit Jesus - und sein Reich deshalb auch nicht von dieser Welt, also nicht vom Himmel. Na ja, Sie verstehen schon.
Also Amerika nicht, Afrika nicht, Himmel nicht. Armer Obama, keiner will es im Nachhinein gewesen sein! Aber hat er nicht kürzlich gesagt: "Ich bin ein Berliner." Doch, oder? Ein (schwarzer) Amerikaner ist also in Wirklichkeit ein Berliner. Problem gelöst. Und ganz ohne Rassenkonflikte. Dem Konditor meines Vertrauens geht das allerdings gegen die Berufsehre. Weil, wie bitteschön, kriegt man da die Erdbeermarmelade rein. Und die muss da rein. Denn ohne die bliebe er nur ein Fassnachtsküchle.

Mittwoch, 4. August 2010

Achtung Babypause!

Immer mehr Männer machen Babypause - und setzen damit die Zukunft des Landes aufs Spiel. Denn nichts ist schädlicher als das bewährte Rollenspiel einer Gesellschaft mutwillig umzukrempeln. Ganz besonders stillos und deshalb verwerflich ist, wenn sie der Mutter in einer SMS angekündigt wurde: Schatz, du hast ja bestimmt schon gemerkt, dass ich meine Koffer gepackt habe. Komme wieder, wenn unser Kleines aus dem Gröbsten raus ist. Gruß und Kuss, dein Großer. PS: Halt die Ohren steif.
Wobei dieser prosaische Stil ja fast schon anrührend ist und tiefe Gefühle und Mitgefühl bezeugt. Andere traf es da schlimmer, etwa Christina B. aus Mannheim, Oststadt. Sie wurde mit "bzAuS. E." abgespeist. „Bis zur Abifeier unseres Sohnes. E.“ Selbst dieses von tiefem Verständnis durchdrungene Verstandenhaben des Partners schützt offensichtlich vor Babypause nicht. -
„Ich gehe jetzt in Babypause.“ Dieses Bedrohungsszenario erschreckt deshalb schon lange keine Kollegen mehr, wissen sie doch, dass ihr Mitarbeiter eine Dreiviertelstunde später wieder auf der Matte steht. Ganz selten nur mit offenem Hosenstall, aber immer ausgepumpt und völlig entspannt.
Diese Art Babypause bringt dieses Land aber auch nicht weiter.
Und den Frauen bleibt nur noch die Hoffnung auf die Menopause, in die sie sich mit den Worten verabschieden: „Schatz, Ich geh jetzt in Babypause - kannst wieder deine Koffer packen, du Riesenbaby, du überflüssiges.“
Und Männer schleichen wieder durch dunkle zugige Gassen auf der Suche nach vorübergehendem Glück - mit notariell beglaubigtem und garantiertem Verfallsdatum.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...