Mittwoch, 21. Juli 2010

Abi für Ali, Abi für alle!

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat seine Partei zum Nachdenken darüber aufgerufen, warum sich sozial Schwache nicht so stark an Volksentscheiden wie jüngst in Hamburg beteiligen. „Wir müssen uns fragen, wie dabei eine gleichberechtigte Mitwirkung von allen möglich ist."
Volksentscheide taugen nur so lange, solange ihr Ergebnis vorher festgelegt werden kann. Das wissen alle etablierten Politiker etablierter Parteien. Und da gehören die Grünen inzwischen dazu. Der Aufschrei nach dem "falschen" Votum ist deshalb nur allzu verständlich. Dass es vom Schwaben Özdemir kommt, hat aber im Zusammenhang mit dem Hamburger Votum ein besonderes Gschmäckle. Denn, dass ausgerechnet "seine" Migranten nicht zur Wahl gegangen waren, war schon fast undankbar und ließe sich künftig nur ändern, wenn die Grünen den Wahlspruch "Fördern u n d Fordern" verinnerlichen würden. Lernt deutsch! Kümmert euch um eure Kinder!
Geht wählen! Mit Grünen geht so was nicht.
Die brauchen sozial Schwache, die das trotz Hilfe bleiben müssen, damit sie ihr soziales Engagement an ihnen austoben können - bis in alle Ewigkeit. Schließlich haben sie so ihre eigenen Kinder erzogen wachsen lassen - wenn sie überhaupt welche haben.
Seit den 60igern haben wir in Deutschland Migranten. Von besonderen schulischen Problemen bei Italienern, Spaniern und Jugoslawen habe ich nie gehört. Wenn jetzt Kinder bildungsferner Eltern massive Probleme haben, dass dies selbst auf PISA-Wertungen durchschlägt, muss man tatsächlich etwas für diese Kinder tun. Irgendwelche Fördermaßnahmen, die am Besten die ganze Familie mit einbeziehen. Das Schulsystem hierzulande umzukrempeln, ist allerdings der idiotischste Weg. Das deutsche Schulsystem war in Europa lange gefürchtet, weil es besser war als alle anderen. Und dies wäre vermutlich heute noch so. Wenn unsere Politiker den europäischen Gleichmachern nicht auf den Leim gegangen wären.
In Korea, China und Indien grinsen sie sich einen, wenn sie unsere Bildungsdebatten hören, bilden ihre Kinder nach den Vorgaben eines extrem fordernden Schulsystems aus - wie das gute alte deutsche eben - und übernehmen die Welt - kampflos, so lange wir von Thomas Gottschalk als Klassenlehrer für alle träumen - und einem Abi für alle.

Dienstag, 20. Juli 2010

Mixa wird Nonne

Walter Mixa hat eine Bleibe gefunden: Der Ex-Bischof zieht ins Kloster nach Fünfstetten. Die örtliche Jugend findet das "cool". Nun gut, die Jugend vom flachen Land war schon immer anders. Und Mixa ja schließlich auch, denn in der so Gott will schwach besetzten Liga der BrüBis, war er wohl einsame Spitze. Und dass er jetzt in einem Franziskanerinnen-Kloster abtaucht, wen kann so etwas wirklich noch überraschen. Die katholische Kirche ist unter den Kirchen längst die urkomischste geworden. So staunt man auch nicht mehr als eine Sekunde darüber, dass der Kung-Fu-Meister Woppmann katholischer Ortsgeistlicher von Fünfstetten ist – und dass dieser erst vor kurzem zweifelsfrei nachweisen konnte, dass er nicht Mixas leiblicher Sohn ist, kann uns nur ein müdes Grinsen entlocken. „Meine Mutter hat Walter Mixa bis zu meiner Diakonenweihe nicht gesehen.“ Und Liebe macht so blind nun wirklich nicht. Vor allem weil Mixa ja schließlich im Zölibat lebte und nicht in Fünfstetten. Als 14. Franziskanernonne im Kloster wird der ehemalige BrüBi sich künftig eh mit ganz neuen Problemen herumschlagen müssen. Auch darin hat er in Woppmann offensichtlich den richtigen Kampfgefährten gefunden. Der Ortsgeistliche ist nämlich ausgebildeter Bodyguard, der Mixa "schützen und coachen könnte."
Und nimmt Woppmann den Ehrencodex alter Kung-Fu-Meister ernst, immer auf der Seite der Bedrohten und Schwachen zu stehen, muss uns um die Dorfjugend in Fünfstetten nicht bange werden.

Montag, 19. Juli 2010

Ole, olé!

Jamaica halten nur wenige aus - ohne Dauerjoint. Zu heiß, zu schwül und Musik, die nur dadurch entsteht, dass die Bandmitglieder mit dem ersten Ton schon versuchen, sich gegenseitig aus dem Rhythmus zu bringen. Kulturschock pur, also. Keine Zwischentöne, nur schwarz-weiß. Und dann dieser ständige öde Blick über ein ödes Meer.
Ole, olé!
Wir können dich so gut verstehen. Und würden es auch so gerne können, einfach hinschmeißen und wissen: die Pensionen reichen - üppig. Doch ich fürchte, wir müssen - im Gegensatz zu euch CDU-Weicheiern - die Merkel irgendwie aushalten. Auch uns gefällt das, weiß Gott, nur selten!
Und, Ole, beim Jürgen schon, ja beim Rüttgers Jürgen, hätten wir Männer einfach besser zusammenhalten müssen und nicht kampflos das Feld überlassen dürfen. Jetzt entsteht wieder einmal der völlig falsche, weil völlig zufällige Eindruck, der da heißt: Lasst doch gleich die Frauen ran, wenn was klappen soll! Denn sie haben nun mal einfach die größeren Klappen - und die Kraft. Das hätten wir wissen können. Und diese Kraft suggeriert ihnen: "Das kann ich notfalls auch ganz allein, aber ich mach es erst einmal zusammen mit meiner Betschwester von den Grünen, der Löhrmann - Übermacht hin, Übermacht her, sind ja schließlich nur Männer!"
Und jetzt noch mal zu Dir, Ole. Wer Schwarz-Grün wollte, muss auch Schwarz-Grün können, irgendwann und irgendwie. Nimm dir ein Beispiel an Angie. Die wollte Schwarz-Gelb und jetzt kriegt sie endlich Schwarz-Gelb, dass es sich gewaschen hat. Nee, nicht mit dem Kreisligaspieler Westerwelle sondern mit Hu und Wen. Da sind Weltmeister unter sich. Ein schwarz-gelber Exportschlager also.

Sonntag, 18. Juli 2010

Polanski, stell Dich, Du Sau!

In Deutschland besteht kein Fahndungsaufruf gegen Herrn Polanski. Das habe die Bundesrepublik vor langer Zeit schon beschlossen, heißt es stolz aus dem Justizministerium, und es erfüllt mich einmal mehr mit Stolz, Deutscher zu sein - und dieser Bananenrepublik angehören zu dürfen.
Die selben merkwürdigen Gestalten, die einen Priester nach dem andern an die Wand genagelt haben - und das mit Recht, lassen einen Polanski nicht nur laufen, er sei ihnen auch willkommener Gast. Was ist das?: Muss man dem Schöpfer von "Tanz der Vampire" und "China Town" verzeihen, weil keiner Gewalt an anderen schöner "in Szene" setzen kann als er. Oder ist es ein Stück bislang unerfüllter Sehnsucht, die zu unserer Karthasis wahr werden darf, weil sie wahr werden muss? Achtzig Prozent der Väter haben in Lustträumen schon einmal mit ihren Töchtern geschlafen, sagen unsere Psychologen. Sind also unsere Polanskis und Charlie Chaplins nichts anderes als Regelventile an einem Kessel, der unter Hochdruck steht?
Egal wie: Polanski hat zwei Verbrechen begangen:
a. er hat mit einer 13jährigen geschlafen
b. er hat sie dabei vergewaltigt
c. - und das in aller Ausführlichkeit.
Selbst der blutigste Kettensägen-Mörder-Film aus seiner Feder könnte mich in dieser Einschätzung nicht umstimmen. Vielleicht weil ich kinderlos bin.
Und lassen wir nur einen davonkommen, wird alles relativ: ganz schnell die Moral, irgendwann dann auch die Gerechtigkeit. Schließlich relativiert sich die Menschlichkeit. Und am Ende fehlt der "rechte Weg".

Samstag, 17. Juli 2010

Achtung Mordprozess

Achtung Mordprozess, denn unsere Richter werden uns ein weiteres Mal lehren, wie man wirklich zwischen Gut und Böse unterscheidet. Dieser Brunner, dieser Spinner, werden sie uns auf die Probe stellen, wie kommt der überhaupt dazu, einen rechtschaffenen Bürger zu schlagen? Nur weil der gerade aus Übermut kleine Kinder drangsaliert? So geht`s nicht. Wer so ausrastet, der darf "notfalls" auch totgeschlagen werden, und es winkt ein Freispruch erster Klasse. Das war der erste dicke Fehler, lernen wir, der erste dicke Fehler des Mannes, den wir uns doch beinahe zum leuchtenden Vorbild genommen hätten. Da kann man mal sehen, wie schnell man Unsinn bereit ist zu tun. Gott sei Dank haben wir unsere Richter. Zweiter dicker Fehler des Mannes, den wir uns beinahe zum Vorbild genommen hätten: Die Memme ist vor Angst gestorben, nicht etwa an den 22 "schweren und schwersten" Verletzungen, die ihm die beiden "Opfer" wohl aus Notwehr zufügen mussten. Zum Schluss mit einem Schlüsselbund in der Hand. Denn keine war wirklich tödlich, sagen die Männer in Schwarz. Und wie kommt ein Herr Brunner überhaupt dazu, einzugreifen, wenn er doch wissen muss, dass sein zu großes Herz dabei stehen bleiben kann, was es ja dann auch wirklich getan hat? Das ist peinlich, suggerieren uns unsere Richter - und das mit Recht - und wir können froh sein, dass wir solche Richtungsbojen im Nebel dieses Lebens haben. Aber die Krone an Geschmacklosigkeit ist, dass dieser Herr Brunner einen Kampfsport ausübte! Man stelle sich dies vor: Da geht eine Kampfmaschine auf zwei Münchener Kinder los, nur weil die eben mal ein paar kleinere Kinder in eine Art "Schutzhaft" genommen haben.
Ein Held wird demontiert: Eine ganz normale Karriere in Deutschland, also.
Und unsere Richter haben uns wieder zurück auf die richtige Bahn gebracht: Eingreifen, helfen, das tut man einfach nicht, denn es ist nicht rechtens.
Wir sollten jetzt den kollektiven Mut aufbringen, nach München zu pilgern und uns persönlich - jeder einzelne von uns - bei Markus S. (19) und Sebastian L. (18) zu entschuldigen. So viel Eingreifen darf, ja muss sein. Denn sie sind die wahren Helden unserer Zeit, Helden, auf die Eltern stolz sein können: Nix gefallen lassen, schon gar nicht von Erwachsenen, und schon überhaupt nicht von fremden Erwachsenen. Die beiden haben alles richtig gemacht. Recht so!

Freitag, 16. Juli 2010

Die schönen Sächsinnen

Sächsinnen sind die schönsten Frauen Deutschlands - ohne Zweifel. Dass die schönste der Schönen dann doch meist die Miss aus Hannover wird, liegt an der dritten Runde des Conquests, wo man seinen Namen und sein Hobby preisgeben muss. Nun ist Laubsägearbeit als solches ja noch ganz putzig und verbietet deshalb jeden Einwand, aber "die Sprooche machd den Deil des Gonggwesd mödderisch", sagen die Sächsinnen und landen abgeschlagen auf hinteren Plätzen.
Das Geheimnis ihrer Schönheit wurde jetzt an der Uni Wien enthüllt. Dort wurde an High-Heels geforscht und an ihren schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit ihrer Trägerinnen. Zur Pressekonferenz referierten völlig verschlafene Jungwissenschaftler, denn ihre Feldversuche führten sie Nacht für Nacht in die Nightclubs der Stadt und in jene dunkle Gassen, wo Frauen willig waren und schön, weil höher gelegt. Selbst dem pickelgesichtigsten unter ihnen war nämlich aufgefallen: Stell eine Durchschnittsfrau auf High-Heels, und sie wird eine Königin mit langen Beinen, Knackarsch und einer Oberweite mit ein bis zwei Körbchengrößen höher. Den Rest macht der "Von-oben-herab-Blick", der Männer zu Sextanern schrumpfen lässt und ihr Allerheiligstes auf die Größe ihres Blinddarms, der davon unweigerlich zu schmerzen beginnt. Obwohl so angeschlagen, gelang es den Männern der Wissenschaft soviel Verstandesklarheit übrig zu lassen, dass sie den unangenehmen Konsequenzen des High-Heel-Tragens doch noch auf die Spur kamen: Die Achillessehne verkürzt und verdickt sich, was High-Heel-Frauen Schmerzen bereitet und oft zum Aufgeben zwingt - speziell in einer finanziell lukrativen Ehe. Anders die Sächsinnen: Deren Achillesferse - haben wir gerade gelernt - liegt wo ganz anders, deshalb sind die schmerzfrei schön.
Der Schmerz liegt hier im Ohre des Betrachters.
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