Mittwoch, 7. Juli 2010

Gesichter auf Halblang

Der Ölpreis sinkt - und der Spritpreis sinkt mit. Unglaublich. Wie lange ist es her, dass solche einfachen Kausalitäten die Wirtschaft lenkten? Dass etwa nach Rekordgewinnen eingestellt und nicht gefeuert wird, dass rote Zahlen Kurseinbrüche bedeuten und keine Kurssteigerungen, nur weil man dunkelrote Zahlen erwartet hat. Kommt das jetzt alles wieder? Wohl kaum. Leuchtendes Gegenbeispiel Merkel: die Unfähige, von allen der Unfähigkeit bezichtigt, geht nicht vergrämt in sich, sondern will sich jeden ihrer Kritiker in einem Vieraugengespräch einzeln zur Brust nehmen - wohl bekomms!
Doch zurück zum Ölpreis. Wenn der sinkt, obwohl immer weniger Öl abgebaut aber gleichzeitig immer mehr nachgefragt wird, ist etwas oberfaul an der Sache. Zumal, wenn ein Teil beim Abbau gleich mal daneben läuft. Und wirklich: Das Lachen darüber könnte uns schnell vergehen. Denn der Spritpreis sinkt, weil China und Amiland keines brauchen. Die stellen nämlich ihre Wirtschaft einfach mal auf halblang.
Also: Gesichter besser auch auf Halblang! Zumindest bis auf Widerruf.

Dienstag, 6. Juli 2010

Warmduscher aus dem Süden: die bayerischen Sheriffs

Die Fähnchen wehen wieder eifrig im Wind. Auch die SPD-Parteifahne soll da nicht fehlen. Und Wind hat gerade eine winzige Wählergruppe gemacht, als sie 61 Prozent der Bayern zu einem Nein zur Zigarette überzeugen konnten. Und die Mainstream-Politiker sitzen plötzlich und ganz selbstverständlich auf, die selben Politiker, die in Sachen Rauchverbot Rein-in-die-Kartoffeln-raus-aus-den-Kartoffeln-Politik gemacht haben.
Die Sheriffs aus dem Süden – sie sind die eigentlichen Warmduscher der Republik.
Allen voran Söder, der mit seinem eingefrorenen Lächeln und seinem Permanent-Lidstrich gerade seine Wählerschaft auf das eingockelt , was er vor zwei Jahren noch vehement ablehnte, weil es die bayerische Wirtschaft in den Ruin treiben würde.
Und liebe SPDler, die ihr in letzter Zeit ein Händchen dafür habt, lautstark Geschütze in Stellung zu bringen, offenbar nur um einen Rohrkrepierer nach dem anderen zu produzieren (siehe Gauck), seid vor einem gewarnt: Wer bei diesem brutalstmöglichen Antiraucher-Gesetz die Bierzelte mal wieder außen vor lässt, hat nicht nur Angst vor den Wiesnwirten. Mit einem solchen Verbündeten in den Kampf zu ziehen, bedeutet auch dessen Rohrkrepierern schutzlos ausgeliefert zu sein.
Und der Name der Gegner ist Legion, denn sie sind viele. Und alle haben ein berechtigtes Anliegen und ziehen deshalb in einen heiligen Krieg: die Telekom, die das Rauchen in ihren Telefonzellen weiterhin erlauben will, weil, wer raucht, die Hände nicht frei hat, die Zelle zu zerlegen. Die Internisten, die strikt gegen Rauchverbot in öffentlichen Toiletten sind, weil nur die Zigarette schnell und sicher einen freien Darm schafft, der freie Bürger schafft.
Die Grundschullehrer, die Rauchverbot in ihren Schulen für gefährlich halten, weil Schüler ohne Fluppe im Mund zu ADHS neigten, was schlimmer sei als Keuchhusten.  Und dann die Schmidts, die in Amt und Würden noch die Pappenheimer hießen, weil sie es waren – sie sind gegen ein Rauchverbot, weil ohne Schall und Rauch dieser kleine Hanseate uns die Welt nicht mehr so schön erklären könnte.

Montag, 5. Juli 2010

Die Tour surrt

Jetzt in den fußball- und hitzefreien Tagen hat sich doch wieder der ein oder andere Sport-Junkie auf Entzug in die Tour-de-France-Übertragungen gezappt. Ja, es gibt sie wirklich noch, die Unverdrossenen, und es bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, weil sie ja sonst nichts gelernt haben. Könnte man meinen. Aber weit gefehlt. Vom Radler-Doping  zum Rad-Doping. Das nenne ich einen Lernprozess, der elektrisiert. Und so nahe liegend, dass man vermuten könnte: Das machen die schon so, seit Herr Bosch einst sein Patent auf den Markt geworfen hat. Elektromotoren im Rahmen versteckt. Die Batterie ist mit der Elektrolyt-Lösung in den Trinkflaschen unserer "Helden" verbunden. Letztes Jahr haben sie die noch selber saufen müssen.
Und so surrt der Pulk leise vor sich hin, und keiner tritt mehr in die Pedale. Das ist Windschatten-Fahren in höchster Perfektion, kriegen wir vorgeschwindelt und denken uns nichts dabei, weil unser Hirn großflächig von der Fußball-Weltmeisterschaft träumt. Deshalb kriegen wir auch nur am Rande mit, dass  im Kofferraum der Begleitfahrzeuge, dort, wo sich früher Dopingmittel und Spritzenmaterial stapelten, Starkmagnete installiert sind, die die Räder des Rennstalls über die Alpen ziehen. Und überhaupt . Um dieses unmenschliche Tempo ohne Dope wirklich fahren zu können, kommt dem Tour-de-France-Zirkus zu pass, dass es in Frankreich immer mehr bergab geht. Das hilft über vieles hinweg. Bleiben die Alpenpässe. Und da setzt das "Elektrodoping" ein, das in den Kellern südamerikanischer Geheimpolizeien entwickelt wurde und schon Jan Ullrich Flügel verliehen hat. Aber man muss das wollen, und nicht jeder will das. So und nur so war damals die Ansprache von Jans Rennstall-Kameraden zu interpretieren: "Quäl Dich, Du Sau!". Feine Elektroden sind nämlich dabei auf den Hoden aufgebracht und der Elektromotor im Rahmen erzeugt Stromschläge, die die Beine der Fahrer abwechselnd nach unten hauen. Allerdings muss der Fahrer dieses für Hodenträger äußerst schmerzhafte "Dopingmittel" eigenhändig zuschalten. Bei Radfahrerinnen geht der Impuls direkt auf die Oberschenkelmuskulatur - schmerzfrei, mit angenehmem Kribbeln. Und so war das Bild der Tour in diesem Jahrtausend immer das gleiche: schmerzverbissene Gesichter im Hauptfeld und diesem voraus ein lächelnder Armstrong. 2010 ist sein letztes Rennen, dann wird es endlich wieder ein Sport für wahre Kerle..

Sonntag, 4. Juli 2010

Jogis Plan ist Angies Plan?

Da haben sich unsere Buben durchs Spiel gezittert und uns ist dabei 90 Minuten lang der Schweiß ausgebrochen. Ist schon eine merkwürdige Welt: Afrika, sogar Südafrika, Kapstadt, Johannesburg - und WINTER! Unfässlich. Und in Deutschland – rechtzeitig für unser Sommermärchen: Tropensommer. Siebenschläfer heißt der hierzulande. Und bedeutet: Noch sieben Tage ausschlafen, dann sind wir Weltmeister.
Aber irgendetwas wollte ich noch sagen, und jetzt komm ich nicht drauf. Ach ja, doch:
4 zu 0!
Unsere Elf hat die Argentinier weggeputzt, als wären sie eine Gurkentruppe gewesen. Wie losgelassene Wildsäue haben sie sich durchs gegnerische Feld gepflügt. Und grazil! Jogis Plan, den keiner richtig kennt, geht auf.
Und Merkel? Hat sie gemerkelt, wie es geht? Eins ist zumindest sicher: Argentinier und Deutsche: Freunde werden das nie. Und Messi und Schweinsteiger in einer Mannschaft? Undenkbar, das gäbe Kompetenzgerangel. Und draußen am Spielfeldrand ein Pfau, der leicht gekleidete Männer knutscht – und heute mit ihnen weint. Hemmungslos!. Merkel friert es plötzlich unter ihrem rötlichen Kostümjäckchen, dass die vier Knöpfe klappern, denn sie denkt an ihren Pfau zuhause, der sich einfach den Schneid nicht abkaufen lassen will. Zu keinem Preis. Selbst die noch prall gefüllte Kriegskasse ihres großen Vorgängers, die sie behalten hatte, als sie i h n in die Wüste schickte, reicht nicht aus. Unterpflügen, wäre das Signal der Stunde.
Dagegen Merkels Plan: durchwergeln, formen, ins Warme stellen und warten, ob er aufgeht. Weil sie nicht anders kann und weil sie muss. Dieses aufrechte protestantische Muss. Es führt einmal mehr ins Unbegreifliche - denn pack` mal einen Hefeteig bei seiner Ehre.

Samstag, 3. Juli 2010

Wölfe bellen nicht

Wie aus heiterem Himmel meldet sich noch einmal die vergessene Lichtgestalt Obama zu Wort. Und endlich findet er die Aufmerksamkeit, die er verdient. Wie schnell das doch immer geht: Da krümmt sich die ganze Welt gerade noch in orgiastischen Verzückungen, nimmt jedes Wort dieses Wunderbaren, als wäre es in Tontafeln gebrannt und käme direkt aus seinem heiteren Himmel - und schon erschlafft wieder, woran er eben noch seine Banner stolz knüpfen konnte,  und der Heiland versinkt bis zum Hals in dem Öl, mit dem er sein marodes Amerika.wieder an die Spitze der Nationen katapultieren wollte. Und jetzt dies: Von  allen guten Geistern verlassen, verlangt er ein munteres aber beharrliches Weiter-So in Sachen Schulden machen!
Und endlich hat man ihn gehört - und man hat verstanden. Seitdem geht das scheue Großkapital reumütig wieder raus aus dem Dollar und zurück in den Euro, weil eines jetzt sicher ist: Amis, das sind die von gestern,  mit gestern schon ausgegebenem Geld, mit den Weisheiten von gestern und mit den Männern von gestern: die Schröders, die Sarkozys, die Obamas, die Kennedys dieser Welt:: Lichtgestalten,  eben, fast schon nicht mehr ganz von dieser Welt, die glauben alles in den Schatten stellen zu können aber nicht begreifen, dass sie damit die Erde verdunkeln.
Da lobe ich mir schon fast wieder Wulff und bin froh, dass der Prediger im Rennen um das Präsidentenamt nur zweiter Sieger wurde. Die Unbeholfenheit des ersten garantiert, dass er entweder ganz verstummt oder sich irgendwie still und verbissen und mit tödlicher Effizienz an die Arbeit macht. Mit Worthülsen brillieren, das ist nicht seine Sache und wird sie auch nicht. Denn Wölfe bellen nicht.

Freitag, 2. Juli 2010

Kirsten Heisig verschwunden

Damit im News-Zirkus der Unwichtigkeiten nicht eine gänzlich verloren geht, die mit dem, was sie tut, die Welt mehr verändert als das mit Merkelismus jemals ginge, hier wenigstens ihr Name und ihr Foto (Quelle: Badische Zeitung).
Die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig ist spurlos verschwunden 
 Seit Tagen sucht die Polizei nach ihr. Bislang vergebens. 
Ich bete dafür, dass sie ihren Mut nicht mit dem Leben bezahlen musste und unversehrt wieder zurückkommt.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...