Freitag, 16. April 2010
die zornige Erdmutter
Hvergelmir, der „brodelnde Kessel“ hat gesprochen. Merkeln Sie was? Ja, die mächtigste Frau der Welt (so nennt sie Schwarzenegger, und ein Mister Universum kann sich da nicht irren) schreibt Göttergeschichte. „Ich merkelmir alles“: Heiliger Zorn bricht aus unserer Erdmutter, und ihren mächtigen Schatten wird sie über die Erde werfen, wenn die Zeit gekommen ist. So verfährt ihrereine mit uneinsichtigen Erdwürmlingen. Ein Jahr der inneren Einkehr haben diese jetzt schon ungenutzt verstreichen lassen. Elfen, Elbe und Trolle hatten sie betrogen, Giftpapiere angedreht und ihre Reiche an den Rand des Ruins gebracht. Und doch keine Reue. „Im Staube sollen sie kriechen.“ So war die Verabredung mit der Mächtigen, als sie Gast war im ewigen Eis. Und sie begannen den Kessel zu befeuern und warteten, bis auch ihre Zeit gekommen war. Dann war es so weit, und sie ist über sie gekommen, die Götterdämmerung - über London, dem Sitz des Bösen – und ausbreiten wird sie sich über alle, die dabei waren beim bösen Tun. Und Amnestie und Selbstanzeige, selbst Bonis spenden für gute Zwecke - es wäre nur Menschenwerk und verfinge nicht im göttlichen Räderwerk. - Asche auf unser aller Haupt.
Donnerstag, 15. April 2010
Bimmelt ihr Glöckchenträger - was das Zeug hält!
15.04.2010. Außerordentlicher Parteitag der Grünen (Männer): "Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht“.- Na und, wo ist die News? Weiß doch jedes Kind, und nach der Aufklärungskampagne in ARD und ZDF um die Osterzeit weiß es auch der Rest der Republik. An Hasen aus dem Hause Lindt erklärte uns dort der Anthropologe und Nahrungsmittelchemiker Wilhelm Lindt den universalen Initiationsritus aller biologischer Systeme: Wer unter den anfänglich geschlechtsneutralen Geschöpfen sich durch besondere Fähigkeiten hervorgehoben hat, dem werden Glöckchen umgehängt. Mit dem lebenslänglichen Recht, damit nach Herzenslust zu bimmeln.
Diesen vermeintlichen Irrweg der Evolution wollen jetzt die grünen Glöckchenträger ein für alle Mal aus der Welt schaffen - und für Ausgleich sorgen. Doch selbst die grünsten Frauen wollen die Glöckchen nicht. „Nicht mal für geschenkt. Wir haben schwer genug an unseren eigenen Glocken zu tragen“, ist ihre mehrheitlich abgesegnete Antwort - und der kriecherische Angriff der Glöckchenträger auf ihre Rosetten schnell als solcher erkannt. Und irgendwer müsse ja schließlich die wirkliche Drecksarbeit machen. „Nehmt Euch ein Beispiel am zu Guttenberg. Wenn es hart wird, werden die Rohre ausgepackt und in Stellung gebracht. Und dann, bang, bang, bang! Der Mann ist eine Stalinorgel, und in jedes Rohr ist einer seiner Vornamen geritzt. So geht ein wirklicher Glöckchenträger mit seinen Hormonen um. Und außerdem sieht er geil aus, der Karl-Theodor! Das mit den Sonnenblumen und dem grünen Daumen, das war nur ein PR-Gag der späten 80iger. Ihr Witzbolde.“
Diesen vermeintlichen Irrweg der Evolution wollen jetzt die grünen Glöckchenträger ein für alle Mal aus der Welt schaffen - und für Ausgleich sorgen. Doch selbst die grünsten Frauen wollen die Glöckchen nicht. „Nicht mal für geschenkt. Wir haben schwer genug an unseren eigenen Glocken zu tragen“, ist ihre mehrheitlich abgesegnete Antwort - und der kriecherische Angriff der Glöckchenträger auf ihre Rosetten schnell als solcher erkannt. Und irgendwer müsse ja schließlich die wirkliche Drecksarbeit machen. „Nehmt Euch ein Beispiel am zu Guttenberg. Wenn es hart wird, werden die Rohre ausgepackt und in Stellung gebracht. Und dann, bang, bang, bang! Der Mann ist eine Stalinorgel, und in jedes Rohr ist einer seiner Vornamen geritzt. So geht ein wirklicher Glöckchenträger mit seinen Hormonen um. Und außerdem sieht er geil aus, der Karl-Theodor! Das mit den Sonnenblumen und dem grünen Daumen, das war nur ein PR-Gag der späten 80iger. Ihr Witzbolde.“
von deutschen Wäldern
14.04.2100 - Spiegel online: Verkehrsschilder-Novelle gekippt. Ramsauer macht waghalsiges Wendemanöver
Verkehrsminister Ramsauer rettet den Deutschen Schilderwald, und alle fragen verblüfft: Wieso das denn, der wächst und gedeiht doch? Und außerdem: Unkraut vergeht nicht. Er sollte abgeholzt werden? Na, endlich mal was Vernünftiges. Und hoffentlich stoppt jemand diesen durchgeknallten Ramsauer! Mehrere Hundert Millionen Euro hat man schon aufgewendet, um Deutschland übersichtlicher zu gestalten. Ein Zukunftsmodell. Auch für den Deutschen Wald. Denn Wildwuchs nützt auch da niemandem, und Waldwege, die nur ein Q8 und ein Cheyenne bezwingen, sind einfach nur elitär – wie Golfplätze. Vierspurig rein, vierspurig raus und Parkplätze mit Raststätten, Format Ikea, so muss das sein. Pfälzer Waldhütten, das war gestern: weg damit oder umbauen zum Drive in, die Wanderer werden schließlich nicht jünger! Und schon kann man sich dann dem großen Umgestalten zuwenden: Der Blick auf die Alpen zum Beispiel von Mannheim aus verwehrt der Schwarzwald. Das war nicht immer so, das muss auch nicht so bleiben. Auch sollte über lang die systematische Ausdünnen aggressiver Pollenschleudern ins tränende Auge gefasst werden. Es gibt inzwischen naturidentische Gummibäume – für jedes Klima, egal wie es kommt.
Auch im Schilderwald folgt dem Kahlschlag die Modernisierung: den Mann mit Hut wird der Mann mit Schnurrbart und schäbiger Anzugsjacke ersetzen, die Elektrolok die Dampflok, der Lastesel das Fuhrwerk. Alle Schilder, die religiöse Gefühle der anderen verletzen könnten, wie das Johanniskreuz, werden umgestaltet. Auf Schilder, die das Recht auf freie Meinungsäußerung einschränken, wird verzichtet, denn Hupen ist integraler Bestandteil mediterraner Männerkulturen und kommt damit gleich nach Kavalierstart, Tieferlegen und Flachlegen. Schilder, die eine einfache Mehrheit der zukünftigen Wagenlenker nicht mehr kapiert, werden sofort abmontiert, die entsprechende Regel der Straßenverkehrsordnung ersatzlos gestrichen. Die übliche Praxis der Führerscheingewährung aufgrund eines Gnadenerlasses kann dann entfallen. Fachleute schätzen, dass auf diese Weise gut 80 Prozent der Verkehrsschilder für immer verschwinden werden.
Solches Gesundschrumpfen ist aber nicht allen deutschen Wäldern beschieden. Von der unbelesenen Öffentlichkeit fast unbemerkt stirbt der deutsche Blätterwald einen einsamen Tod. Helmut Schmidt weiß: Nach mir die Sintflut. Loki nimmts gelassen: Im Wasser verschwinden meine Gelenkschmerzen fast völlig. Ihr Bademeister im Hamburger Freibad teilt ihren Optimismus nicht. Sein Kinn auf den Laubrechen gestützt, denkt er an die letzten Worte des Landstreichers, den sie im Frühjahr steif gefroren im leeren Kinderplanschbecken gefunden hatten: „Und wenn dann das letzte Blatt kompostiert ist, wird der weise Mann begreifen, dass man „Bild“ nicht lesen kann.“
Verkehrsminister Ramsauer rettet den Deutschen Schilderwald, und alle fragen verblüfft: Wieso das denn, der wächst und gedeiht doch? Und außerdem: Unkraut vergeht nicht. Er sollte abgeholzt werden? Na, endlich mal was Vernünftiges. Und hoffentlich stoppt jemand diesen durchgeknallten Ramsauer! Mehrere Hundert Millionen Euro hat man schon aufgewendet, um Deutschland übersichtlicher zu gestalten. Ein Zukunftsmodell. Auch für den Deutschen Wald. Denn Wildwuchs nützt auch da niemandem, und Waldwege, die nur ein Q8 und ein Cheyenne bezwingen, sind einfach nur elitär – wie Golfplätze. Vierspurig rein, vierspurig raus und Parkplätze mit Raststätten, Format Ikea, so muss das sein. Pfälzer Waldhütten, das war gestern: weg damit oder umbauen zum Drive in, die Wanderer werden schließlich nicht jünger! Und schon kann man sich dann dem großen Umgestalten zuwenden: Der Blick auf die Alpen zum Beispiel von Mannheim aus verwehrt der Schwarzwald. Das war nicht immer so, das muss auch nicht so bleiben. Auch sollte über lang die systematische Ausdünnen aggressiver Pollenschleudern ins tränende Auge gefasst werden. Es gibt inzwischen naturidentische Gummibäume – für jedes Klima, egal wie es kommt.
Auch im Schilderwald folgt dem Kahlschlag die Modernisierung: den Mann mit Hut wird der Mann mit Schnurrbart und schäbiger Anzugsjacke ersetzen, die Elektrolok die Dampflok, der Lastesel das Fuhrwerk. Alle Schilder, die religiöse Gefühle der anderen verletzen könnten, wie das Johanniskreuz, werden umgestaltet. Auf Schilder, die das Recht auf freie Meinungsäußerung einschränken, wird verzichtet, denn Hupen ist integraler Bestandteil mediterraner Männerkulturen und kommt damit gleich nach Kavalierstart, Tieferlegen und Flachlegen. Schilder, die eine einfache Mehrheit der zukünftigen Wagenlenker nicht mehr kapiert, werden sofort abmontiert, die entsprechende Regel der Straßenverkehrsordnung ersatzlos gestrichen. Die übliche Praxis der Führerscheingewährung aufgrund eines Gnadenerlasses kann dann entfallen. Fachleute schätzen, dass auf diese Weise gut 80 Prozent der Verkehrsschilder für immer verschwinden werden.
Solches Gesundschrumpfen ist aber nicht allen deutschen Wäldern beschieden. Von der unbelesenen Öffentlichkeit fast unbemerkt stirbt der deutsche Blätterwald einen einsamen Tod. Helmut Schmidt weiß: Nach mir die Sintflut. Loki nimmts gelassen: Im Wasser verschwinden meine Gelenkschmerzen fast völlig. Ihr Bademeister im Hamburger Freibad teilt ihren Optimismus nicht. Sein Kinn auf den Laubrechen gestützt, denkt er an die letzten Worte des Landstreichers, den sie im Frühjahr steif gefroren im leeren Kinderplanschbecken gefunden hatten: „Und wenn dann das letzte Blatt kompostiert ist, wird der weise Mann begreifen, dass man „Bild“ nicht lesen kann.“
Dienstag, 13. April 2010
An alle Eierlosen: Hose runter!
13.04.2010„...ein dem Jugendkult verfallener Männerhort, voller rüder Umgangsformen, Alkohol und Drogen. „Moral“ sei dort ein Fremdwort.“ Langsam hängen uns die Berichte von Priesterseminaren und Jesuiteninternaten zu den Hosen raus, wie das Hemd, das uns näher ist als der Rock. Aber warum dauert es auch solange, bis die Betroffenen endlich die Eier haben, den Übeltätern an die ihrigen zu gehen? Weil die Verblödungsinstanz unserer Hohepriester dazwischen verschweigt, abwiegelt, schönredet, mit Nachdruck bezweifelt? Wieso auch meldet sich Helmut Schmidts Tochter bei Beckmann jetzt erst zu Wort? Weil aus der Familie der Ewiggestrigen traditionsgemäß nur Ewiggestriges kommt? - Was sie meint, wäre noch viel ewiggestriger, als wir glauben, weil der Fall schon fast zwei Jahre zurückliegt? Sie berichtet von der Welt der Londoner Banker? Ach, nee?
Leben die überhaupt im Zölibat? Dann dürfen die uns doch ficken – wo, wann und so oft sie wollen, oder nicht? Eigener Rechtsraum. Sagt unsere Hohepriesterin. Na dann, Hose runter!
Leben die überhaupt im Zölibat? Dann dürfen die uns doch ficken – wo, wann und so oft sie wollen, oder nicht? Eigener Rechtsraum. Sagt unsere Hohepriesterin. Na dann, Hose runter!
Montag, 12. April 2010
das letzte Aufgebot
12.04.2010: Oma und Opa dürsten nach mehr Sex. Und schon hat die Industrie Witterung aufgenommen von einer neuen Zielgruppe mit stabilen Einkommen: 70+. „Wir haben schon Kondome in einer klinischen Studie, in die Rheumagel eingewirkt ist“, frohlockt ein einschlägiges Unternehmen mit Sitz in Paris. Die vorläufigen Ergebnisse seien vielversprechend. Doch der Verband der Grauen Wölfe wettert: Es gäbe keinen Grund, das ganze ins Lächerliche zu ziehen, es gehe schließlich um nicht weniger als den Fortbestand der Menschheit. Denn längst wäre dem Verband klar geworden, dass nur die Greise selbst die Vergreisung der Welt aufhalten können. Schon macht in Gynäkologenpraxen das Schlagwort „das letzte Aufgebot“ die Runde. Und daran hingen die letzten Scheine, ächzt die stark gebeutelte Branche.
Die Ernsthaftigkeit ihres Tuns stellten die Grauwölfe jetzt mit einer Anfrage an das Haus des Freiherrn von und zu Knigge unter Beweis. Der vierseitige Text lässt sich folgendermaßen raffen: Im Notfall auch in Stützstrümpfen? Die Antwort wird stündlich erwartet, dann wolle man loslegen. Unerwartete Unterstützung erhalten die letzten Tapferen aus Kirchenkreisen: Neben dem Segen für jede ihrer Aktionen fordern inzwischen schon unzählige Priester den vollen Einsatz – von sich - und warten mit Demut auf die fruchtbaren Tage ihrer Haushälterinnen. Ihr Wunderglaube, der die unbefleckte Empfängnis nicht nur glaubhaft macht sondern vor allen anderen Arten der Fruchtbarkeit auszeichnet, lässt sie ihr selbstloses Werk selbst an noch nicht geschlechtsreifen Menschen erproben.
Und so wird in lauen Nächten, die hoffentlich endlich kommen werden, bald altersschwaches Stöhnen durch offene Fenster dringen, unterbrochen nur von der bangen Frage: Kommst Du oder gehst Du?
Die Ernsthaftigkeit ihres Tuns stellten die Grauwölfe jetzt mit einer Anfrage an das Haus des Freiherrn von und zu Knigge unter Beweis. Der vierseitige Text lässt sich folgendermaßen raffen: Im Notfall auch in Stützstrümpfen? Die Antwort wird stündlich erwartet, dann wolle man loslegen. Unerwartete Unterstützung erhalten die letzten Tapferen aus Kirchenkreisen: Neben dem Segen für jede ihrer Aktionen fordern inzwischen schon unzählige Priester den vollen Einsatz – von sich - und warten mit Demut auf die fruchtbaren Tage ihrer Haushälterinnen. Ihr Wunderglaube, der die unbefleckte Empfängnis nicht nur glaubhaft macht sondern vor allen anderen Arten der Fruchtbarkeit auszeichnet, lässt sie ihr selbstloses Werk selbst an noch nicht geschlechtsreifen Menschen erproben.
Und so wird in lauen Nächten, die hoffentlich endlich kommen werden, bald altersschwaches Stöhnen durch offene Fenster dringen, unterbrochen nur von der bangen Frage: Kommst Du oder gehst Du?
Sonntag, 11. April 2010
Dinamo der Evolution
11.04.2010: Ein amerikanischer Wissenschaftler will aus Hühnern Raubdinosaurier züchten. Das Lachen wird uns schnell vergehen, wenn wir zur Kenntnis nehmen, dass das letzte Experiment dieses Mannes in einem Disaster endete: Noch heute ist ein beliebter Freizeitpark in den USA mit hungrigen Kreaturen besiedelt, die nur mit Hilfe einer couragierten Veterinärin überleben können. Denn die unausgewogene Ernährung nur mit Menschenfleisch macht sie krank, mitverschluckte Nikes und Baseballkäppchen tun ein Übriges. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger weiß, dass es so kurz vor Wahlen gilt, Meinungsführerschaft zu übernehmen: In einem nächtlichen Gewaltakt entwickelte sie einen 10-Punkte-Plan, den sie ihrem Mann in die abhörsichere Schreibmaschine seiner Mutter diktierte, um ihn im Morgengrauen schon in einen Eilerlass - weil Gefahr im Verzug - umzusetzen. Hier ein Ausschnitt: Punkt 1: Maulkorbpflicht für Hühner, Punkt 2: strengstes Fütterungsverbot von anabolen Steroiden, besonders der Hähne. Punkt 3: Begrenzung der Misthaufen auf maximal 10 Kubikmeter.
Doch schon 7:30 Uhr meldet sich die Lobby der Hähnchenbräter zu Wort, angeführt von McChicken. Sie könnten endlich, so argumentieren sie gegen den Erlass, ihren Ernährungsauftrag erfüllen, was mit herkömmlichen Hähnchenflügeln nur noch schwer zu realsieren war. Denn vor gut fünf Jahren schon habe "der" amerikanische Anthropologe diese "Rolle rückwärts der Evolution" seines Kollegen in illegalen Freilandversuchen am Menschen durchgeführt. Seitdem muss der Durchschnittsamerikaner - weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit - einen 20-Litereimer Popcorn allein während eines Kinofilms zu sich nehmen. Ein Raubdinosaurierflügel wäre da ein konsequentes Angebot in die richtige Richtung.
Doch der Druck auf die Ministerin nimmt weiter zu: Um 11 Uhr meldet sich bei Leutheusser-Schnarrenberger der Präsident des Deutschen Turnerbundes: Die Wiederaufnahme der "Rolle rückwärts" in den Anforderungskatalog für unsere Drittklässler könnte die ungesunde Entwicklung unter der Großen Koalition wieder zurückfahren. Stattdessen das regloses Verharren auf der Stelle hoffähig zu machen, erweise sich immer deutlicher als Irrweg.
Doch schon 7:30 Uhr meldet sich die Lobby der Hähnchenbräter zu Wort, angeführt von McChicken. Sie könnten endlich, so argumentieren sie gegen den Erlass, ihren Ernährungsauftrag erfüllen, was mit herkömmlichen Hähnchenflügeln nur noch schwer zu realsieren war. Denn vor gut fünf Jahren schon habe "der" amerikanische Anthropologe diese "Rolle rückwärts der Evolution" seines Kollegen in illegalen Freilandversuchen am Menschen durchgeführt. Seitdem muss der Durchschnittsamerikaner - weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit - einen 20-Litereimer Popcorn allein während eines Kinofilms zu sich nehmen. Ein Raubdinosaurierflügel wäre da ein konsequentes Angebot in die richtige Richtung.
Doch der Druck auf die Ministerin nimmt weiter zu: Um 11 Uhr meldet sich bei Leutheusser-Schnarrenberger der Präsident des Deutschen Turnerbundes: Die Wiederaufnahme der "Rolle rückwärts" in den Anforderungskatalog für unsere Drittklässler könnte die ungesunde Entwicklung unter der Großen Koalition wieder zurückfahren. Stattdessen das regloses Verharren auf der Stelle hoffähig zu machen, erweise sich immer deutlicher als Irrweg.
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